Anamorphose
thumb|Anamorphose, die nur durch den zylindrisch gewölbten Spiegel erkennbar wird
Als Anamorphose bezeichnet man Bilder, die nur unter einem bestimmten Blickwinkel bzw. mittels eines speziellen Spiegels oder Prismensystems erkennbar sind, wobei diejenigen, welche einen Spiegel zur Entschlüsselung des Bildinhaltes benötigen, als katoptrische Anamorphosen bezeichnet werden. Bei Anamorphosen, die ohne Spiegel erkannt werden können, handelt es sich hingegen meist um Längenanamorphosen, bei denen das Bild sehr stark in die Länge gezerrt ist. Blickt man sehr flach auf eine solche Längenanamorphose, erscheint es entzerrt.
Seit dem Mittelalter kennt man diese Möglichkeit der Verschlüsselung von Botschaften und brachte es in vielen Kirchen Italiens zu einer wahren Meisterschaft. Zur Entschlüsselung muss man den richtigen Blickwinkel kennen.
Häufig wurden verbotene Motive, wie z.B. erotische Szenen, dargestellt. Adrian P. Goddijn ist für seine Anamorphosen bekannt. Ein bekanntes Beispiel ist auch das Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren, Die Gesandten aus dem Jahr 1533, das in der National Gallery in London hängt.
In der Kartographie bezeichnet man Kartenanamorphote, Karten mit uneinheitlichem Maßstab, oft auch als Anamorphose oder Anamorphote.
Siehe auch: Optische Täuschung
Weblink
- Stereoskopische Anamorphosen
- http://www.fuesslin.de/ana.htm Buch und Bilder
- http://h.j.ullrich.bei.t-online.de/anamor.htm Beispiele und Konstruktionshinweise
Ausstellungen mit Anamorphosen:
Kategorie:Wahrnehmung
