Anatolische Sprachen
Die anatolischen Sprachen sind ein ausgestorbener Sprachzweig der indogermanischen Sprachfamilie, die in Anatolien im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr. gesprochen wurden. Ihre wichtigste Vertreterin ist das Hethitische. In ihr sind die ältesten bislang gefundenen indogermanischen Schriftzeugnisse (17. Jh. v. Chr.) verfasst.
Nach einer weit gehend akzeptierten - aber nicht unumstrittenen - These (Kurgan-Hypothese), sind die Träger der anatolischen Sprachen in zwei Wanderungswellen aus dem unteren Wolgagebiet (Südrussland) über den Kaukasus bzw. über die Balkan-Halbinsel nach Kleinasien eingewandert und gruppieren die anatolischen Sprachen als eigenständigen Zweig des Indogermanischen.
Anhänger der konkurrierenden Anatolien-Hypothese (z. B. Collin Renfrew) gehen weiter und sehen in den anatolischen Sprachen den ältesten und ursprünglichsten indogermanischen Sprachzweig und verlegen die ursprüngliche Heimat nach Kleinasien.
Gliederung des anatolischen Zweigs der indogermanischen Sprachen:
Luwisch, Karisch, Lykisch und Pisidisch und Sidetisch werden gelegentlich als luwische Sprachen zusammengefasst, da sie näher untereinander verwandt zu sein scheinen.
Literatur
- Schmoeckel, Reinhard: Die Indoeuropäer - Aufbruch aus der Vorgeschichte, Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1999. ISBN 3-404-64162-0
Mit fiktiven Sequenzen durchsetzte Geschichte der frühen indoeuropäischen (indogermanischen) Völker, darunter auch die Altanatolier, auf ihrem Weg aus der vermuteten Urheimat in Südrussland (Kurganhypothese)
Kategorie:Sprachgruppe
