Andromeda (Sternbild)
| Daten des Sternbildes Andromeda | |
|---|---|
| Deutscher Name | Andromeda |
| Lateinischer Name | Andromeda |
| Lateinischer Genitiv | Andromedae |
| Lateinische Abkürzung | And |
| Rektaszension | 22h 55m bis 2h 35m |
| Deklination | +21° bis +53° |
| Fläche | 722 Quadratgrad Rang 19 |
| Sichtbar auf Breitengraden | zwischen 90° und −40° |
| Beobachtungszeitraum für Deutschland | Herbst |
| Anzahl der Sterne mit Größe < 3m | 3 |
| Hellster Stern, Größe | Alpheratz (α Andromedae), 2,06m |
| Meteorströme | |
| Nachbarsternbilder (von Norden im Uhrzeigersinn) | Cassiopeia Eidechse Pegasus Fische Dreieck Perseus |
| center|250px|thumb|Karte des Sternbildes Andromeda | |
| center|250px|thumb|Stich des Sternbildes Andromeda | |
Die Andromeda ist ein Sternbild des nördlichen Sternenhimmels. Sie ist eines der bekannteren Sternbilder, denn sie enthält die nächstgelegene, der Milchstraße ähnliche Spiralgalaxie M 31, den großen Andromedanebel.
| Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Die Andromeda besteht aus einer Kette von vier Sternen, die vom Rechteck des Pegasus ausgehen. Die drei hellsten Sterne, Alamak, Mirach und Alpheratz (auch 'Sirrah') sind zwischen 30 und 45 Grad Deklination zu finden und liegen nahezu auf einer Linie. Unter günstigen Beobachtungsbedingungen ist nördlich von δ Andromedae ein schwach leuchtender Nebelfleck zu erkennen, die Galaxie M31 (NGC 224), auch als Andromedanebel bekannt. Die sichtbaren Sterne des Sternbildes selbst liegen alle in unserer Galaxis und sind nicht weiter als ungefähr 30.000 Lichtjahre entfernt, während die Entfernung zum Andromedanebel mit rund 2,7 Millionen Lichtjahren wesentlich größer ist.
Mythologie
Der Name leitet sich von Andromeda, einer äthiopischen Prinzessin der griechischen Mythologie, ab und taucht bereits im 2. Jahrhundert nach Christus bei Ptolemäus auf.
Andromeda, die einzige Tochter des Kepheus und der Kassiopeia, sollte einem Meeresungeheuer geopfert werden, das ausgesandt worden war, um die Eitelkeit ihrer Mutter zu strafen. Kassiopeia hatte behauptet, selbst die Nereiden an Schönheit zu übertreffen. Die so geschmähten wandten sich an den Meeresgott Poseidon, der ein Untier aussandte, das die Küste von Kepheus´ Reich verwüstete. Nur durch das Opfer der Andromeda konnte das Ungeheuer besänftigt werden. Als Andromeda, an einen Felsen gekettet, ihr Schicksal erwartete, erschien der Held Perseus auf seinem geflügelten Ross Pegasus und erschlug das Untier. Zum Lohn erhielt er Andromeda zur Frau.
Alle Gestalten der Sage wurden am Himmel verewigt, das Meeresungeheuer in Form des Sternbildes Walfisch.
Himmelsobjekte
Benannte Sterne
| Stern | Name | Größe |
|---|---|---|
| 21, α And | Alpheratz, (Sirrah) (ursprünglich δ Peg) | 2,06m |
| 43, β And | Mirach | 2,06m |
| 57, γ1 And | Alamak | 2,26m |
| 35, ν And | Adhil | 4,53m |
Der hellste Stern Alpheratz, der auch Sirrah genannt wird, ist etwa 90 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Ursprünglich wurde er dem Sternbild Pegasus zugerechnet und trug die Bezeichnung δPegasi. Er ist ein bläulich leuchtender Stern der Spektralklasse B9.
Mirach, ebenfalls 90 Lichtjahre entfernt, ist ein rötlicher Stern der Spektralklasse M0.
Der 300 Lichtjahre entfernte Alamak ist ein Mehrfachstern (s.u.)
Doppelsterne
| Objekt | Größen | Abstand |
|---|---|---|
| γ And | 2,2m/5,0m | 9,6" |
| 56 And | 5,7m/5,9m | 200" |
| 59 And | 6,0m/6,5m | 16,6" |
Alamak (γ And), ein rötlicher Stern der Spektralklasse K3, wird von zwei Sternen der Spektralklasse B9 begleitet, die sehr eng zusammenstehen und eine scheinbare Helligkeit von 5,0m aufweisen. In einem mittleren Teleskop kann Alamak in zwei Sterne aufgelöst werden. Dabei zeigt sich ein sehr schöner Farbkontrast zwischen dem gelben Hauptstern und den bläulichen Begleitsternen, die im Teleskop nicht getrennt werden können.
Das 250 Lichtjahre entfernte System 56 And besteht aus zwei Sternen der Spektralklassen K0 und K4. Das System weist von der Erde aus einen weiten Abstand von 200 Bogensekunden und kann bereits im Fernglas als Doppelstern erkannt werden.
59 And besteht aus zwei Sternen der Spektralklassen B9 und A1. Das System ist 300 Lichtjahre von der Sonne entfernt.
Veränderliche Sterne
| Stern | Größe | Periode | Typ |
|---|---|---|---|
| R And | 5,8m bis 14,9m | 409 Tage | Mira-Stern |
R Andromedae ist ein veränderlicher Stern vom Typ Mira, der über einen Zeitraum von 409 Tagen seine Helligkeit ändert. Im Maximum erreicht er eine Helligkeit von 5,8m und kann unter günstigen Bedingungen gerade noch mit bloßem Auge wahrgenommen werden. Im Minimum sinkt seine Helligkeit auf 14,9m ab. Um ihn dann zu beobachten benötigt man ein größeres Teleskop.
Messier- und NGC-Objekte
| Messier (M) | NGC | sonstige | Größe | Typ | Name |
|---|---|---|---|---|---|
| 31 | 224 | 4m | Galaxie | Andromedanebel | |
| 32 | 221 | 8m | Galaxie | ||
| 110 | 205 | 8m | Galaxie | ||
| 752 | 8,5m | Offener Sternhaufen | |||
| 891 | 10 m | Galaxie | |||
| 7662 | 8,5m | Planetarischer Nebel |
M31, der Andromedanebel, ist mit einer Entfernung von etwa 2,7 Millionen Lichtjahren die nächste große Spiralgalaxie. Sie kann bereits mit bloßem Auge als nebliger Fleck wahrgenommen werden und ist wahrscheinlich seit alters her bekannt. Im Fernglas erscheint sie als ausgedehnter länglicher Nebel. In Teleskopen mit größerer Öffnung (ab 15 cm) werden Sternkonzentrationen und dunkle Staubbänder sichtbar. Der Andromedanebel ist für jedes Instrument ein lohnendes Objekt.
M32 ist eine kleinere Begleitgalaxie des Andromedanebels. Im Fernglas und im kleineren Teleskop erscheint sie sternförmig.
M110 ist eine weitere Begleitgalaxie des Andromedanebels. Sie erscheint im Fernglas und im Teleskop als länglicher, nebliger Fleck. Entdeckt wurde sie 1773 von Charles Messier.
Der 1.500 Lichtjahre entfernte offene Sternhaufen NGC752 wurde 1786 von Wilhelm Herschel entdeckt. Er ist bereits mit bloßem Auge als nebliger Fleck erkennbar. Im Fernglas kann er sehr schön in 20 bis 30 Sterne aufgelöst werden.
Die 40 Mio. Lichtjahre entfernte Spiralgalaxie NGC891 wurde 1783 von Karoline Herschel entdeckt. Von der Erde aus sehen wir die Galaxie in Kantenlage, so dass sie als länglicher Nebel erscheint. In größeren Teleskopen wird ein zentrales Staubband sichtbar.
Der planetarische Nebel NGC7662 wurde 1784 von Wilhelm Herschel entdeckt. Es handelt sich um den Überrest eines Sterns in etwa 4.000 Lichtjahren Entfernung. In kleineren Teleskopen erscheint er als runder, nebliger Fleck. In einem Teleskop ab 10 cm Öffnung erscheint das Objekt als „Rauchring“.
