Animation
1. Animation (von lat. animare, "zum Leben erwecken") ist im engeren Sinne jede Technik, mit der einzelbildweise Bewegung im Film geschaffen wird. Die Einzelbilder können gezeichnet sein, im Computer berechnet, oder sie können fotografische Aufnahmen sein. Bei der Wiedergabe mit 24 Bilder pro Sekunde entsteht beim Betrachter die Illusion von Bewegung. Der Beruf des Animators erfordert sowohl künstlerische als auch technische Begabung und je nach verwendeter Technik und Einsatzgebiet zB auch Schauspieltalent, Programmierkenntnisse oder naturwissenschaftliche Kenntnisse.
Sämtliche Animation beruht auf dem Prinzip, daß Veränderungen in aufeinanderfolgenden Einzelbildern im Gehirn als Bewegung interpretiert werden. Die Kunst des Animators besteht darin, zu wissen, wie groß diese Veränderungen sein müssen, um die gewünschte Bewegung zu erzeugen. Große Veränderungen (zB große Abstände in der Position eines Objekts) erzeugen einen schnellen Bewegungseindruck, kleine einen langsamen. Animation analysiert die in der Natur gefundenen Bewegungen, setzt sie aber nicht nur 1:1 in der Synthese um, sondern verzerrt und verändert das Timing, um dramatische oder komische Effekte zu erzielen.
Der größte Teil der weltweiten Animation wird für den Trickfilmbereich produziert, für Kino oder Fernsehen, zur Unterhaltung oder Werbung. Daneben existiert der Bereich der bewegten Visualisierung in Naturwissenschaft, Architektur, Design, oder Lehre.
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Animation in der Lernpsychologie
2. Animation ist im weiteren Sinne ein Verfahren der Wissensvermittlung, bei dem dafür geeignete Inhalte multimedial aufbereitet und in festgelegtem zeitlichem Ablauf dem Lernenden präsentiert werden. Der Ursprung dieser Methode liegt zum einen in den bewegten Grafiken von Lehrfilmen, zum anderen in den vorgeführten Experimenten zB von Lehren im Unterricht.
Die Lehrwirksamkeit von Animationen ist umstritten. Die Annahme, dass mit Animationen bessere Lernerfolge erzielt werden als mit statischen Bildern, konnte vielfach nicht belegt werden (vgl. Morrison, Tversky & Bentrancourt, 2000). Dies mag zu nicht geringem Teil daran liegen, daß sich die Animation häufig nicht auf Sachverhalte beschränkt, die tatsächlich von einer bewegten Darstellung profitieren, sondern selbst solche Medienbestandteile animiert und damit effekthascherisch überbetont werden, die dafür gänzlich ungeeignet sind, wie zB Texte (sog. "Powerpoint-Seuche").
Nach den Gestaltungskriterien für Multimedia nach R. Mayer sollten Animationen eher mit gesprochenem als geschriebenem Text begleitet werden (Modalitätsprinzip).
Literatur
- "Timing for Animation", Harold Whitaker, John Halas, ISBN 0240517148
- "The Illusion of Life: Disney Animation", Ollie Johnston, Frank Thomas, ISBN 0786860707
- Mayer, R. E. (2001). Multimedia Learning. New York: Cambridge University Press.
- Morrison, J. B., Tversky, B. & Bentrancourt, M. (2000). Animation: Does it facilitate learning? Proceedings of the AAAI 2000 Spring Symposium Smart Graphics (S. 53-60), Stanford, CA, USA.
Siehe auch
Weblinks
- History of Animation (engl.)
- Disney's 12 principles of animation(engl.)
- Don Bluth's Animation Academy (engl)
- Animierte Lehrbildreihen
- Generieren von Animationen mit dem Computer
