Anlagemünze
Anlagemünzen (Bullionmünzen) sind Edelmetallmünzen, die der Spekulation auf den Edelmetallwert oder als Geldanlageobjekt dienen.
Sie werden aus den Edelmetallen Gold, Silber und Platin in hohem Feingehalt hergestellt und mit leichtem Aufschlag auf den Wert dieser Metalle verkauft, denn die Prägung von Münzen ist teurer als das Gießen von Barren. Die bei einigen Münzen jährlich wechselnden Bildmotive bilden einen zusätzlichen Anreiz zum Erwerb. Die meisten Anlagemünzen sind zumindest formal gesetzliches Zahlungsmittel eines metallexportierenden Staates. Sie werden zu täglich aktualisierten Schalterkursen (die sich am Kurs des jeweiligen Edelmetalls orientieren) in Banken verkauft und sind häufig von der Mehrwertsteuer befreit. Gebräuchliche Stückelungen sind 1, 1/2, 1/4 und 1/10 Unze. Gold- und Silbermünzen sind insbesondere in Krisenzeiten eine begehrte Liquiditätsreserve.
Bedeutende Anlagemünzen:
- Krügerrand, Südafrika (seit 1967), wohl die bekannteste Anlagemünze
- American Eagle, USA (seit 1986, ein Vorläufer war der Eagle, der von 1795 bis 1933 offizielles Zahlungsmittel war)
- Maple Leaf, Kanada (seit 1979)
- Britannia, Großbritannien (seit 1987)
- Sovereign, Großbritannien
- Goldnugget bzw. Känguru Nugget, Australien (seit 1987) (Motiv: Goldnugget, seit 1989 Känguru, Rückseite: Königin Elisabeth II.)
- Lunar Kalender, Australien (1996 bis 2007) (Motive des chin. Tierkreiskalenders)
- Panda, China (seit 1982) (jährlich wechselnde Pandamotive, ab 2001 gleichbleibend)
- Ballett, Russland (Motiv: Russisches Ballett)
- Tscherwonetz, Russland
- Wiener Philharmoniker, Österreich (seit 1989) (Motiv: Musikinstrumente)
- 20 Goldmark Wilhelm II., Deutschland, Zahlungsmittel der Kaiserzeit (geprägt 1888 bis 1913), wird heute tatsächlich als Anlagemünze an Bankschaltern gehandelt
