Antiheld
Ein Antiheld (Gegenheld) ist ein Figurentypus in Literatur, Film oder Comic. Während normalerweise die Hauptfigur (der Protagonist) einer Geschichte zur bewunderten Identifikationsfigur des Lesers oder Betrachters wird, fehlen dem Antihelden heroische Eigenschaften. Die ersten bedeutenden Antihelden der Weltliteratur dürften Cervantes' Don Quijote und der Simplicius Simplicissimus von Grimmelshausen sein.
Antihelden brechen mit der Möglichkeit des Eskapismus, bei der der Leser seine Wunschträume auf die Hauptfigur projizieren kann, genauso stark, schön, tapfer oder klug zu sein wie der Held der Geschichte. Dafür sind Antihelden in der Regel die vielschichtigeren, tiefer und exakter gezeichneten Charaktere, da sich hier auch Verletzungen und Schwächen einer Figur darstellen lassen. Schließlich lassen Antihelden auch Komik auf Kosten der Hauptfigur zu.
Im amerikanischen Comic werden Antihelden anders verstanden. Hier sind Antihelden eine Abart der Superhelden, die Gewalt ausüben, ohne auf moralische Prinzipien Rücksicht zu nehmen (Spawn, Punisher, Lobo), ähnlich wie die finsteren Rächer der Italo-Western im Film (Django). Typische Antihelden sind auch die Detektive des Film noir der 1940er Jahre.
siehe auch: Bösewichte
Literatur
- Reichel, Ben (2004). Autark Magazin // Ausgabe Eins: Hypochondrie (http://www.hypochondrie.de)
