Antoine de Saint-Just

thumb|140px|right|Antoine de Saint-JustLouis-Antoine-Léon de Saint-Just (* 29. August 1767 in Décize bei Nevers; † 28. Juli 1794 in Paris) war ein französischer Revolutionär.

Er war seit 1792 im Nationalkonvent, entscheidend am Sturz der Girondisten und Dantons beteiligt, als eifriger Anhänger Robespierres Mitglied das Wohlfahrtsausschusses, am 9. Thermidor mit Robespierre gestürzt und anschließend guillotiniert.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Antoine de Saint-Just wurde am 29. August 1767 als Sohn eines Kavalleriehauptmanns in Decize (bei Nevers) geboren. Seine Jugend verbrachte er in Blérancourt (Département Aisne) und besuchte die höhere Schule der Oratorier in Soissons, bevor er ein Jurastudium an der Universität von Reims aufnahm.

Durch das Studium alter Klassiker und der Schriften Jean-Jacques Rousseaus begeisterte er sich für die republikanische Staatsform begeistert und schrieb Anfang 1789 unter dem Titel Organt au Vatican satirische, antiaristokratische Verse. Sein politisches Engagement mündete in der Mitgliedschaft in der Wahlversammlung seines Bezirks, wofür er ein höheres Alter angab als es der Wahrheit entsprach. 1790 trat Saint-Just mit Robespierre brieflich in Verbindung und wurde auf dessen Verwendung 1792 vom Departement Aisne in den Nationalkonvent gewählt.

Seine Ideen hatte er zuvor in der Schrift Esprit de la revolution et de la constitution de France (1791) niedergelegt. Danach wollte er einen sozialistischen Staat gründen, in dem jedes persönliche Sonderleben unterdrückt wäre und der organisierte Gesamtwille der Gesellschaft unumschränkt herrsche.

Im Hochverratsprozeß gegen Ludwigs XVI. stimmte er für den Tod ohne Aufschub und Appellation. Auch am Sturz der Girondisten Ende Juli 1793 sowie der Hébertisten Jacques-René Hébert im März 1794 war er maßgeblich beteiligt.

Als Mitglied des Wohlfahrtsausschusses wurde er 1793 mit Philippe Lebas in das Elsass zur Überwachung der Truppen gesendet, erklärte hier die Guillotine in Permanenz und verfügte an der Spitze einer sogenannten Volkskommission Hinrichtungen in Masse, beförderte aber die Reorganisition der Armee.

Er war es auch, der Robespierre zur Vernichtung der Partei Dantons anfeuerte. Dabei trug er einen fast religiösen Fanatismus zur Schau, was den Dantonisten Camille Desmoulins zu der Bemerkung veranlasste: "Er trägt seinen Kopf wie ein Heiliges Sakrament", woraufhin Saint-Just erwiderte: "Und ich werde dafür sorgen, dass er seinen wie der heilige Dionysius trägt" - der Märtyrer war enthauptet worden und tatsächlich ließ Saint-Just auch Desmoulins wenig später guilloutinieren.

Im April 1794 trieb er die Nordarmee zu den Siegen bei Charleroi und Fleurus, Generäle stellte er vor die Alternative, entweder zu siegen oder vor das gefürchtete Gericht des Wohlfahrtsausschusses geladen zu werden. Kurze Zeit später bildete er mit Robespierre und Georges Couthon im Konvent das allmächtige Triumvirat.

Als Robespierre sich über den bevorstehenden Sturz seiner Herrschaft nicht mehr täuschen konnte, rief er Saint-Just zur Hilfe herbei. Dieser versuchte den Freund in der Sitzung des 9. Thermidor zu rechtfertigen, wurde aber unterbrochen, verhaftet und zum Tod verurteilt und bestieg mit Robespierre am 28. Juli 1794 das Schafott.

Werke

Außer einigen Poesien im Genre von Voltaires Pucelle hinterließ er Oeuvres politiques (Par. 1833 u. 1850).

Literatur

Ältere Biographien

Neuere Arbeiten


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Personendaten
Saint-Just, Antoine de
französischer Revolutionär
29. August 1767
Dézise bei Nevers
28. Juli 1794
Paris

See also: Antoine de Saint-Just, 1767, 1790, 1791, 1792, 1793, 1794, 28. Juli, 29. August