Apocolocyntosis
Mit Apoclocyntosis (griech., etwa "Verkürbissung") wird eine anonym veröffentlichte satirische Schmähschrift des Seneca bezeichnet, die gegen den römischen Kaiser Claudius gerichtet war. Sie steht im Kontrast zu Claudius Leichenrede, die Seneca als Lehrer des jungen Nero kurz nach Claudius Tod verfasst hatte. Dennoch wird sie Seneca zugeordnet, der zeit seines Lebens tiefe persönliche Abneigung gegenüber Claudius empfand. Gründe für die Verfassung der Kürbiswerdung des Claudius sind wohl vor allem ebenjene tiefe persönliche Abneigung Senecas gegenüber Claudius (seine Verbannung durch Claudius und Messalina), ebenso sollten mit der Schrift jedoch auch die Erbansprüche des Nero bestärkt werden, die durch dessen direkte Verwandtschaft mit Augustus begründet sind. Dies erklärt die hervorgehobene Stellung des Augustus innerhalb der Schrift. Dieser verwehrt letzten Endes Claudius die Vergöttlichung (Apotheosis, vgl. Wortspiel im Titel). Die Apocolocyntosis ist eine von Seneca verfasste Satire über die Vergöttlichung des Kaisers Claudius.
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Das Werk
Die von Seneca verfasste Apocolocyntosis handelt von dem Versuch Claudius zum Gott erhoben zu werden, wie es nach dessen Tod eigentlich geschehen sollte. Als dieser jedoch im Himmel ankommt, nachdem die Parze, die eigentlich für das Erschaffen des Lebens verantwortlich ist seinen Lebensfaden durchtrennt hat, versucht Claudius Herkules zu beeinflussen, für ihn vor der Götterversammlung zu sprechen. Letztendlich wird Claudius allerdings auf Beschluss der Götterversammlung des Himmels verwiesen und von dem Götterboten Achill in die Unterwelt gebracht. Dort wird er von einem Gericht verurteilt, für Ewigkeiten mit einem Würfelbecher ohne Boden zu spielen. Letztendlich allerdings wird er dem Kaiser Caligula zugesprochen, der ihn dem Sklaven Menader vermacht, dem er als Büttel dienen soll.
Senecas Umsetzung
Während des gesamten Stückes werden zahlreiche Anspielung auf die Zeit, in der Claudius regiert hat deutlich, so finden sich in dem Werk Anspielungen auf:
- Die Anstellung zahlreicher Winkeladvokaten, während Claudius Amtszeit
- Dessen Hang dazu politische Wiedersacher hinrichten zu lassen.
Seneca spielt auch auf verschiedene schlechte Charaktereigenschaften Claudius an:
- Dessen Äußeres
- Dessen Unvermögen sich auszudrücken
- Dessen Hang zu Glücksspielen
