Apollo-Projekt

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thumb|right|200px|Apollo-Programm: Logo
thumb|right|200px|Start der Apollo-8-Mission
thumb|right|200px|Missionslogo der ersten Mondlandungsmission der NASA Apollo 11. Der Adler ist abgebildet, da die Mondlandefähre den Namen Eagle (dt. Adler) trug.
[[bild:Erde_ueber_mondhorizont.jpg|thumb|right|200px|Aufnahme der Erde über dem Mondhorizont während der ersten bemannten Mondlandung der NASA mit Apollo 11.]]
[[bild:Apollo11.png|thumb|right|200px|Astronaut Aldrin vor der Mondlandefähre (Apollo 11)]]
[[bild:Fußabdruck von Buzz Aldrin auf dem Mond.jpg|thumb|right|200px|Stiefelabdruck von Edwin "Buzz" Aldrin auf dem Mond (Apollo 11)]]

Im Rahmen des US-amerikanischen Apollo-Projekts der NASA sollte ein Mensch auf dem Mond landen und unversehrt wieder auf die Erde zurückgebracht werden. Die bemannte Mondlandung wurde sowohl von den USA als auch der UdSSR angestrebt, allerdings nur von ersterer erreicht. Die Mondlandung bildete den Höhepunkt des Wettlaufs ins All.

Inhaltsverzeichnis

Planung

Der eigentliche NASA-Plan sah sieben Missionen bis zur ersten bemannten Mondlandung vor. Dies waren die Missionen A bis G.

Die mit Apollo 8 durchgeführte erste Mondumkreisung, Weihnachten 1968, war von der NASA eigentlich nicht vorgesehen und mit der Bezeichnung Mission C' zwischen die Missionen C und D eingeschoben.

Zusätzlich wurden die Missionen H, I und J geplant:

Wettlauf der Systeme

Durch den Start des Sputniks im Jahre 1957, das erste künstliche Objekt auf dem Mond 1959 (Lunik-2) und den ersten bemannten Raumflug von Juri Gagarin 1961 war die Sowjetunion zu Beginn des Raumfahrtzeitalters zur führenden Raumfahrtnation aufgestiegen. Die US-Amerikaner suchten nach einem Gebiet der Raumfahrt, auf dem sie die Sowjetunion schlagen könnten. Die bemannte Mondlandung wurde dafür als geeignet angesehen.

Am 25. Mai 1961, nur eineinhalb Monate nach dem Start von Juri Gagarin, hielt Präsident John F. Kennedy vor dem amerikanischen Kongress seine berühmte Rede, in der er das Ziel vorgab, noch im gleichen Jahrzehnt einen Menschen zum Mond und wieder zurückbringen zu lassen. Mit den folgenden Worten fiel der Startschuss für das Apollo-Projekt:

I believe that this nation should commit itself to achieving the goal, before this decade is out, of landing a man on the moon and returning him safely to the earth. No single space project in this period will be more impressive to mankind, or more important for the long-range exploration of space; and none will be so difficult or expensive to accomplish.
(Ich glaube, dass dieses Land sich dem Ziel widmen sollte, noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen und ihn wieder sicher zur Erde zurück zu bringen. Kein einziges Weltraumprojekt wird in dieser Zeitspanne die Menschheit mehr beeindrucken, oder wichtiger für die Erforschung des entfernteren Weltraums sein; und keines wird so schwierig oder kostspielig zu erreichen sein.)

Videoausschnitt der Rede Kennedys

Obwohl ursprünglich noch weitere Starts geplant waren, wurde das Apollo-Projekt nach der sechsten erfolgreichen Mondlandung von Apollo 17 beendet.

Für den bemannten Mondflug wurde die bis heute größte Rakete entwickelt. Sie erhielt den Namen Saturn V. Maßgeblichen Anteil an ihrer Entwicklung hatte der deutsch-amerikanische Raketenbauer Wernher von Braun, dessen Team die erste Stufe mit den gewaltigen F-1 Triebwerken entwickelte. Alle Starts dieser Rakete waren trotz ihrer großen Leistung und Komplexität erfolgreich, was durchaus beachtenswert ist, da die meisten übrigen Raketensysteme auch Fehlstarts zu verzeichnen haben.

Als Vorbereitung auf die Mondlandung lief parallel zum Apollo-Projekt das Gemini-Projekt, mit dem Erfahrungen zu Rendezvous-Manövern im Weltall gesammelt werden sollten.

Am 27. Januar 1967 erlitt das Apollo-Projekt einen schweren Rückschlag. Bei Bodentests verbrannten die drei Astronauten Virgil Grissom, Edward H. White und Roger B. Chaffee in ihrer Kapsel. Die Rakete war während dieser Tests nicht betankt. Die Kapsel war aber nicht mit gewöhnlicher Luft, sondern mit Sauerstoff bei vollem atmosphärischen Druck gefüllt. Dadurch wurde binnen weniger als einer Minute aus einem kleinen elektrischen Funken ein Feuer, das die Astronauten tötete. Umfangreiche Änderungen an der Mondkapsel waren die Folge. Dem Test wurde nachträglich die Bezeichnung Apollo 1 verliehen.

Trotzdem konnte mit der erfolgreichen Mondlandung von Apollo 11 am 20. Juli 1969 das Ziel Kennedys termingerecht erreicht werden.

Zeitgleich zum Apollo-Projekt arbeitete die Sowjetunion an einem umfangreichen Programm, das ebenfalls mit der Landung eines Menschen auf dem Mond enden sollte. Im Rahmen des Sond-Programms wurden modifizierte Sojus-Raumschiffe unbemannt zum Mond gestartet und nach einem Mondumlauf wieder zur Erde gebracht. Dies diente dem Test des Raumschiffs, das für einen bemannten Mondflug gedacht war. Die Sond-5 Kapsel umkreiste im September 1968 den Mond, kam jedoch bei der Rückkehr vom Kurs ab und wurde bei der Landung über dem Indischen Ozean gesprengt. Im Oktober 1970 wurde das Testprogramm mit Sond-8 beendet, von allen gestarteten Raumschiffen konnte nur Sond-7 erfolgreich zur Erde zurückkehren.

Parallel arbeitete die Sowjetunion auch an einer Mondlandemission, die ähnlich dem Apollo mit einer superschweren Rakete gestartet werden sollte. Dafür wurde die N1-Rakete entwickelt, die jedoch bei allen vier Teststarts, die von 1969 bis 1972 erfolgten, versagte. Daraufhin und angesichts der Tatsache, dass die Amerikaner bereits erfolgreich auf dem Mond gelandet sind, gab die Sowjetunion das bemannte Mondprogramm auf und leugnete auch, jemals eins gehabt zu haben. Erst Anfang der 1990ern sind Informationen über dieses Programm und die N1-Rakete an die Öffentlichkeit gekommen.

Die Mondlandung(en)

Im Rahmen des Apollo-Programms wurden insgesamt sechs Mondlandungen durchgeführt. Harrison H. Schmitt - Mondfährenpilot von Apollo 17 - stellte als bislang letzter Mensch am 12. Dezember 1972 seinen Fuß auf den Mondboden.

Im Rahmen der Mission Apollo 11 landeten am 20. Juli 1969 um 22:17 Uhr (MEZ) die ersten beiden Menschen, Neil Armstrong und Edwin E. "Buzz" Aldrin auf dem Mond. Sechs Stunden später, am 21. Juli um 03:56:20 Uhr MEZ, betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Dabei sprach er den berühmt gewordenen Satz:

Zitat: That's one small step for man, [but] one giant leap for mankind. (Gesprochenen Inhalt anhören Datei (?))
(deutsch: "Dies ist ein kleiner Schritt für einen Mann, aber ein großer Sprung für die Menschheit.")

Er erzählte über den Mondboden, z.B. über die feine Staubschicht und daß die Landeteller kaum in den Boden eingesunken waren (zu sehen in der Original-Live-Berichterstattung in der ARD; zuletzt wiederholt auf Phoenix 2004).

Das 'a' vor 'man' wurde in späteren Texten hinzugefügt, um den Sinn zu erhalten. Im Funkverkehr war es nicht zu hören gewesen. Armstrong wurde später danach befragt, ob er es tatsächlich nicht gesagt habe, aber er konnte sich nicht mehr daran erinnern. Daher bleibt es ungeklärt, ob es durch Störungen im Funkverkehr verloren gegangen ist, oder ob Armstrong dies tatsächlich so gesagt hat.

Der dritter Astronaut, Michael Collins, umkreiste im Apollo-Mutterschiff den Erdtrabanten bis zur Rückkehr der Landeeinheit Eagle.

Die erfolgreiche Odyssee von Apollo 13

Als Routineflug gestartet, und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, starteten mit der Mission Apollo 13 am 11. April 1970 James A. Lovell, John L. Swigert und Fred W. Haise. Erst als auf dem Weg zum Mond ein Sauerstofftank explodierte und damit das Leben der drei Insassen des Apollo-Raumschiffs stark gefährdet war, wurde die gesamte Weltöffentlichkeit auf die Mission aufmerksam. Die Astronauten mussten auf die Mondlandung verzichten und konnten sich dadurch retten, dass sie das Lunar Module als "Rettungsboot" zweckentfremdeten. Der einzige Weg zurück zur Erde führte jedoch zuerst zum Mond, bei dem durch ein Swing-by Manöver das Raumschiff wieder Richtung Erde beschleunigt wurde. Nach Absprengen des Servicemodules kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wurde erst das gesamte Ausmaß der Havarie deutlich; man geht davon aus, dass der Sauerstofftank der Brennstoffzellen explodiert war. Trotz der gescheiterten Mondlandung wird Apollo 13 dennoch als Erfolg gewertet, weil es erstmals gelungen war, Astronauten aus einer katastrophalen Raumnotlage lebend zur Erde zurückzubringen. Nach für die Astronauten und die Bodenmannschaften sehr anstrengenden fünf Tagen gelang (nach einer Mondumrundung ohne Landung) am 17. April 1970 die Landung im Pazifik.

Die Geschichte von Apollo 13 wurde verfilmt.

Typischer Apollo-Missionsverlauf

Apollo-Missionen

Mission Start Bemerkung
Apollo 201 26. Februar 1966 Erster Start der Saturn IB, suborbitaler Testflug des Apollo-Kommandomoduls
Unbemannt
Apollo 203 5. Juli 1966 Erster orbitaler Start der Saturn IB, Testflug ohne Apollo-Kapsel
Unbemannt
Apollo 202 25. August 1966 suborbitaler Testflug des Apollo-Kommandomoduls
Unbemannt
Apollo 1 (27. Januar 1967) kein Start Unglück während eines Bodentests, Tod der Besatzung
Virgil Grissom, Edward H. White, Roger B. Chaffee
Apollo 4 9. November 1967 Erster Start der Saturn V, Testflug des Apollo-Kommandomoduls
Unbemannt
Apollo 5 22. Januar 1968 Testflug der Mondlandefähre
Unbemannt
Apollo 6 4. April 1968 Zweiter Start der Saturn V, Testflug
Unbemannt
Apollo 7 11. Oktober 1968 Erster bemannter Start der Saturn 1B. Tests in der Erdumlaufbahn
Walter M. Schirra, Donn Eisele, Walter Cunningham
Apollo 8 21. Dezember 1968 Erster bemannter Start der Saturn V, Mondumrundung
Frank Borman, James A. Lovell, William Anders
Apollo 9 3. März 1969 Tests des Landemoduls in der Erdumlaufbahn
James McDivitt, David R. Scott, Russell L. Schweickart
Apollo 10 18. Mai 1969 Test des Landemoduls im Mondorbit, nähert sich der Mondoberfläche bis auf 14 km
Tom Stafford, John W. Young, Eugene Andrew Cernan
Apollo 11 16. Juli 1969 Erste Mondlandung
Neil Armstrong, Edwin Aldrin, Michael Collins
Landeplatz: Mare Tranquillitatis
Apollo 12 14. November 1969 Landung bei der 1967 gelandeten Sonde Surveyor 3
Charles Conrad, Richard F. Gordon, Alan L. Bean
Landeplatz: Oceanus Procellarum
Apollo 13 11. April 1970 Explosion an Bord, keine Mondlandung
James A. Lovell, John L. Swigert, Fred Haise
Apollo 14 31. Januar 1971 Shepard spielt Golf auf dem Mond
Alan Shepard, Stuart A. Roosa, Edgar D. Mitchell
Landeplatz: Fra Mauro
Apollo 15 26. Juli 1971 Erste Mission mit dem Lunar Roving Vehicle (Mondauto)
David R. Scott, James B. Irwin, Alfred M. Worden
Landeplatz: Hadley Rinne
Apollo 16 16. April 1972 Erste Untersuchung einer Hochebene, Einsatz UV-Kamera, Mondauto
John W. Young, Thomas K. Mattingly, Charles M. Duke
Landeplatz: Descartes
Apollo 17 7. Dezember 1972 Letzte Mondlandung, Mondauto
Eugene Andrew Cernan, Ronald E. Evans, Harrison H. Schmitt
Landeplatz: Taurus-Littrow

Kurz nach der erfolgreichen Mondlandung von Apollo 11 veröffentlichte die NASA die weitere Planung, die bis Ende 1972 neun weitere Apolloflüge vorsah. Doch bereits im Januar 1970, noch vor der Verzögerung durch die Panne von Apollo 13, wurde Apollo 20 aus Kostengründen gestrichen. Im September 1970 folgten Apollo 15 und Apollo 19, die verbleibenden Flüge 16 bis 18 wurden mit 15 bis 17 neu nummeriert.

Die nach dem Abschluss der Mondflüge noch vorhandenen Apollokapseln und Saturnraketen wurden für das Skylab-Projekt 1973/74 und das Apollo-Sojus-Projekt 1975 verwendet.

Weitere Infos

Wie bei fast allen Ereignissen von so großer Tragweite sind auch die Mondlandungen das Objekt zahlreicher Verschwörungstheorien. Von den meisten Anhängern dieser Theorien wird bezweifelt, dass es überhaupt zu einer Mondlandung in den Jahren 1969 bis 1972 gekommen ist. Vielfach wird in diesem Falle von einer Mondlandungslüge oder einer Mondlandungs-NASA-Verschwörung gesprochen.

Literatur

Die Texte sind englischsprachig. Deutschsprachige Literatur ist entsprechend gekennzeichnet.

Apollo-Mission-Reports

Allgemein

DVDs

Siehe auch

Weblinks


!Apolloprogramm

See also: Apollo-Projekt, 100 Wörter des 20. Jahrhunderts, 11. April, 11. Oktober, 12. Dezember