Apsara

thumb|right|180px|Tanzende Apsaras an einer Säule des Bayon (Angkor, Kambodscha) Apsaras (Sanskrit, f., अप्सरस, apsaras, Nymphe) sind in der hinduistischen Mythologie halb menschliche, halb göttliche Frauen, die als himmlische Tänzerinnen im Palast des Gottes Indra leben. Sie sind die Gefährtinnen der Gandharvas, der himmlischen Musiker.

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Apsaras im Hinduismus

Hauptaufgabe der Apsaras und Gandharvas ist es die Götter und Göttinnen zu unterhalten. Manche Mythen erzählen auch davon, dass Apsaras nach dem Tod besonders verdienstvoller Helden oder Könige zu deren Gefährtinnen wurden.

Unter allen Apsaras nehmen Rambha, Urvashi, Menaka und Tilottama eine besondere Stellung ein. Diese vier werden von Indra wiederholt zu den Menschen auf der Erde ausgesandt, um Weise, die mit ihrer Enthaltsamkeit und ihrem Streben nach spiritueller Perfektion eine Gefahr für Indras oder anderer Götter Vormachtstellung zu werden drohen, zu verführen und von ihrem Weg abzubringen. Beispielsweise wird im Ramayana die Geschichte erzählt, wie Indra die Apsara Menaka zum Brahmanen Vishvamitra sendet, um diesen von seiner Meditation abzulenken, was ihr auch gelingt.

Die Namen vieler aus den großen indischen Epen Mahabharata und Ramayana bekannter Apsaras sind in Indien beliebte Frauennamen; darunter beispielsweise Urvashi (die Schönste der Apsaras), Menaka, Rambha, Parnika, Parnita, Subhuja, Vishala, Vasumati (Apsara von "unvergleichlichem Glanz") und Surotama.

Apsaras in Angkor

thumb|right|180px|Vier der etwa 1850 Apsaras im Angkor Wat, Kambodscha) Einen besonderen Stellenwert erhielten Apsaras in der Mythologie der Khmer zur Zeit des historischen Konigreiches Kambuja, mit der heute als Angkor bekannten Hauptstadt (9. bis 15. Jahrhundert, Kambodscha). Eine Legende erzählt davon, dass König Jayavarman II, der als Gründer des Reiches Kambuja gilt, das Reich von Indra, dem König der Götter, zugewiesen bekam. Zugleich präsentierten die Apsaras, die in Indras himmlischem Palast leben, den Menschen von Kambuja die Kunst des Tanzes.

Darstellungen der himmlischen, halb göttlichen, Tänzerinnen wurden in Angkor an vielen Tempelwänden in den Stein gehauen. Alleine im Angkor Wat finden sich insgesamt etwa 1850 Abbildungen, von denen keine einer anderen gleicht.

Die Tradition des höfischen Tanzes in Kambodscha, manchmal Apsara-Tanz genannt, geht auf den Königshof in Angkor zurück. Dieser kunstvolle Tanz hatte auch großen Einfluß auf die Entwicklung der, im Westen bekannteren, thailändischen Tanzkunst.

Apsaras im Buddhismus

thumb|right|180px|Kambodschanische Apsaratänzerin) Götter und himmlische Wesen spielen im Buddhismus im Allgemeinen nur eine untergeordnete und wenig bedeutende Rolle. Sie gelten als Wesen auf anderen Ebenen der Existenz als Menschen, sind aber, wie die Bewohner der Erde, dem Kreislauf von Leben, Tod und Reinkarnation (siehe auch Samsara) unterworfen.

Apsaras finden sich beispielsweise in einer Erzählung der Jatakas ("Geburtsgeschichten") in denen von den Taten des Buddha in seinen früheren Leben erzählt wird. Die Catudvara-Jataka berichtet vom habgierigen und den weltlichen Genüssen anhängenden Mittavinda, der auf seinen Reisen neben anderen auch einigen Apsaras begegnet. Am Ende wird er von Buddha - in einer seiner früheren Inkarnationen als Bodhisattva - belehrt, dass alle weltlichen Genüsse vergänglich sind.

Insbesondere in Ost- und Südostasien wurden Apsaras im Zuge des Synkretismus auch in die buddhistische Ikonographie aufgenommen. So finden sich Darstellungen auch in buddhistischen Tempelanlagen unter anderem in China, Kambodscha, Thailand und Indonesien.

Weblinks

Der kambodschanische Tempeltanz

See also: Apsara, 15. Jahrhundert, 9. Jahrhundert, Angkor, Angkor Wat, Bodhisattva, Brahma, Buddha, Buddhismus, China