Araber
| left|25px|Begriffsklärung | Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Volk der Araber. Für die gleichnamige Pferderasse siehe Araber (Pferd). |
Die Zuordnung einer Person zur Gruppe der Araber kann auf unterschiedlicher Grundlage erfolgen:
- politisch: leben in einem Land, welches zur Arabischen Liga gehört - das betrifft ca. 300 Millionen Menschen.
- linguistisch: sprechen eine arabische Sprache (siehe unten) - das betrifft ca. 200 Millionen Menschen.
- genealogisch: die Vorfahren stammen von einem bestimmten Volk der arabischen Halbinsel.
- ethnisch handelt es sich bei den Arabern um semitische Nomadenstämme im nördlichen und zentralen arabischen Steppengebiet.
- religiös: über den islamischen Glauben.
Oft spielen mehrere oder alle Merkmale eine Rolle. So sind nach Sir Hamilton Gibb Araber solche Menschen, "für die die Mission des Propheten Muhammad und die Erinnerung an das Arabische Reich das zentrale historische Faktum sind und die darüber hinaus die arabische Sprache und ihr kulturelles Erbe als ihre gemeinsame Wurzel betrachten und an ihr festhalten."
Nachdem die Definition in unterschiedlichen Kulturkreisen und Zeiten stark voneinander abweicht, ist eine eindeutige Zuweisung nur im entsprechenden Kontext möglich.
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Textquellen
Die ältesten Überlieferungen stammen von den Assyrern (Inschrift aus dem Jahre 853 v.Chr.), aus der Genesis (10. Kapitel) und von Aischylos (Prometheus, Die Perser).
In den assyrischen Texten tauchen die Begriffe "Arabi", "Arabu" oder "Urbi" häufig als Bezeichnung für einen Landstrich oder für ein Volk auf, das in der nördlichen Region der arabischen Halbinsel lag bzw. lebte. Nicht zu verwechseln mit dem Volk der Sabäer die im Königreich Saba auf dem Staatsgebiet des heutigen Jemens lebten. Herodot und viele andere griechische und lateinische Schriftsteller bezeichneten als Arabien die ganze Arabische Halbinsel und als Araber alle ihre Bewohner (einschließlich derer der ostägyptischen Wüste zwischen Nil und Rotem Meer).
Auf Relikten der im Süden der arabischen Halbinsel lebenden Stämme (Sabäer) wird der Begriff zum ersten mal von Personen, die auf der arabischen Halbinsel leben, gebraucht. Als Araber werden Beduinen und Räuber bezeichnet. Somit dient das Wort der Trennung der sesshaften Bevölkerung von der nomadisierenden Bevölkerung.
In arabischer Sprache, aber noch in nabatäisch-aramäischer Schrift verfasst, tauchte das Wort 'raber im frühen vierten Jahrhundert nach Christus in einem Text der Grabinschrift von Namara auf und erzählt die Geschichte eines "Königs aller Araber" (Imru al-Qais), der die Oberherrschaft über alle Nomaden in Nord- und Zentralarabien beanspruchte.
Linguistische Definition
Zur Herkunft des Wortes arab existieren mehrere Ansätze. Einige führen es zurück auf die semitische Wurzel "Westen", die von den Bewohnern Mesopotamiens auf die Völker westlich des Euphrattals angewandt wurde; auch "Abhar" für "reisen, weiterziehen" wird als möglich angenommen.
"A'raabi أعرابي" und "arabi عربي"; A'raabis sind die Nomaden, während arabis die Bewohner der Städte waren.
Arabisch-Islamische Expansion
Im Zuge der islamischen Expansion breiteten sich die Araber im 7. und 8. Jahrhundert von ihrem ursprünglichen Gebiet auf der arabischen Halbinsel nach Nordafrika, Spanien, Palästina, Syrien und Persien aus.
Bedeutungswandel des Wortes
Die Bedeutung des Begriffes Araber unterlag einem gewissen Wandel:
- In vorislamischer Zeit galt die Unterteilung der Araber zu Nomaden (A'raab) auch als Beduinen bekannt, Stadtbewohner (A'rab) und ausgestorbenen Stämmen. Darüber hinaus unterschied man die nordischen Adnan-Stämmen von den südlichen Qahtan-Stämmen. Die größte Konzentration der Araber war auf der arabischen Halbinsel zu finden, dennoch gab es arabische Stämme im Nil-Tal, im Römischen Reich und in Persien.
- In der Zeit des Propheten Mohammed hat sich an der Unterteilung nichts geändert. Die Sprache wurde aber einheitlicher, denn der Koran wurde in der städtischen Sprache von Mekka und Umgebung verfasst, was dazu führte, daß viele Dialekte verschwanden.
- Zur Zeit der Ausbreitung des Islamischen Weltreichs galten als Araber alle arabisch sprechenden Menschen, die zu einem arabischen Stamm oder zu dessen Nachfahren gehörten. Die Unterscheidung zwischen den Arabern und den Nichtarabern innerhalb des Staates war einfach, da die Vermischung der Völker sich noch am Anfang befand. Es war nie die Absicht eine strikte Trennlinie zwischen den Menschen zu ziehen.
- In der Blütezeit des Islamischen Weltreichs vermischten sich die Araber mit den anderen Völkern immer stärker. Der Islam und die arabische Sprache wurden die zentralen Gemeinsamkeiten der Bevölkerung des Islamischen Weltreichs. Die Ansiedelung der Turkvölker hat mit der Entwicklung des Begriffs Araber wenig zu tun.
- Am Ende des ersten Abbasidenstaates (13. Jahrhundert) setzt sich im Okzident zur Bezeichnung der Einwohner der islamischen Welt die Bezeichnung Sarazenen durch. Der erste Abbasidenuntergang war im Jahre 1258 in Bagdad durch die Mongolen. Der zweite Untergang war im Jahre 1517 in Kairo durch die Osmanen.
- Im Osmanischen Reich änderte sich hier auch nichts an der Grundunterteilung der Araber. Hier war der Herkunftsnachweis in vielen Fällen nicht mehr möglich. Deshalb bezeichnet man heutzutage jeden als Araber, der die Sprache spricht und sich zum Arabersein bekennt, es sei denn, man kann seine Herkunft nachweisen, dann gilt die Person als arabisch, auch ohne die Sprache zu können.
Konfessionen
Wird noch vervollständigt.
Die große Mehrzahl der Araber sind Muslime der verschiedenen islamischen Konfessionen.
Die christlichen Araber gehören überwiegend den altorientalischen Kirchen an, wie z.B. der Assyrischen Kirche des Ostens, der koptischen Kirche oder der Syrisch-orthodoxen Kirche, in Syrien und Palästina finden sich aber auch viele Östlich-Orthodoxe und im Libanon katholische Maroniten. In neuerer Zeit gibt es auch kleine Gruppen von Protestanten, meist durch US-amerikanische Mission.
Organisationen
Literatur
- Bernard Lewis: Die Araber. - ISBN 3423308664 - Fundierte historische Einführung
