Arhat
Arhat ist ein religöser Titel für einen vollendeten buddhistischen Heiligen, der vollständig Gier, Hass und Verblendung abgelegt hat und der die 10 Fesseln Persönlichkeitsglaube, Zweifel, Hängen an Regeln und Riten, Begehren der Sinne, Übelwollen, Begehren nach feinkörperlicher Existenz, Begehren nach unkörperlicher Existenz, Dünkel, Aufgeregtheit und Unwissenheit abgelegt hat. Er wird durch erreichen des Nirvana nicht mehr wiedergeboren. Das Wort stammt aus dem Sanskrit (arhati, Pali: arahati, Chin:Luohan) und bedeutet: "Der/Die Würdige"
Arhatschaft im Theravada
Der Begriff Arhat ist im Theravada-Buddhismus ein Synonym für einen Buddha, jedoch nur für einen Shravaka-Buddha, einen der drei Typen von Buddhas. Ein Shravaka-Buddha ("Hörer") hat das Nirvana erreicht, jedoch durch die Lehre des Dharma durch einen höchsten Buddha wie Siddharta Gautama und kann den Dharma nicht selbst lehren. Während Lebzeiten des Buddha Shakyamuni sollen mehrere seiner Schüler Arhats geworden sein. In frühen indischen Texten wird die Erlangung der Arhatschaft als das letzte Ziel der buddhistischen Praxis angesehen.
Arhatschaft im Mahayana
thumb|220px|Arhat-Garten des Hsi Lai Tempels (Los Angeles) Die Arhatschaft spielt daher im Theravada-Buddhismus der sich allein auf die frühen buddhistischen Schriften bezieht eine große Rolle, während das Ideal des Mahayana-Buddhismus der Bodhisattva ist. Ein Bodhisattva ist ein Wesen, das im Ideal den eigenen Wunsch nach Eingang ins Nirvana zurückstellt, um alle fühlenden Wesen zur Erleuchtung zur führen. Arhatschaft im Mahayana bezeichnet daher jemanden, der lediglich die Ich-Vorstellung vollständig aufgelöst hat. Infolge steht im Mahayana das Erlangen der Arhatschaft als eigenständige geistige Entwicklungsstufe unmittelbar vor dem Eintreten in die sogenannten zehn Bodhisattva-Stufen, die direkt zur Erleuchtung führen. Jede dieser Stufe bezeichnet einen (aufsteigend) höheren geistigen Entwicklungsstand, der mit dem Auftreten spezieller Kräfte (Siddhi) einhergeht. Die geistige Fähigkeit zum Nutzen der fühlenden Wesen zu wirken steigt mit jeder Stufe an und mündet im Erlangen der Erleuchtung (Buddhaschaft). Zum Erlangen der Buddhaschaft ist daher im Mahayana und speziell im Vajrayana über die Arhatschaft hinaus, die Bodhisattva-Motivation, zum Nutzen aller fühlenden Wesen zu handeln und die Auflösung, der die Wahrnehmung der gewöhnlichen fühlenden Wesen einengenden Subjekt-Objekt-Dualität notwendig. Der Begriff der Arhatschaft wird also im Mahayana etwas differenzierter verwendet als im Theravada.
Im Mahayana-Buddhismus gibt es auch den Mythos von 500 Arhats, die dem Buddha Shakyamuni zu dessen Lebzeiten gedient haben und bis zum Erscheinen des nächsten Buddhas in der Welt verbleiben.
