Arash (Mythe)
Kai Aresch, eigentlich Kavi Arshan (Avesta), in lateinischer Schrift überwiegend Ârash geschrieben; ein mythischer Held der iranischen Volkssage. Er war Bruder des Kai Kaus. In einem legendären Krieg gegen Turan opferte er sich, um die Grenzen des antiken Iran in Zentralasien zu verteidigen. Die Legende vom Bogenschützen Ârash hat seinen Ursprung (wie die meisten iranischen Volkssagen) wahrscheinlich in Zentralasien (siehe: Khorasan, Transoxanien).
Der Legende nach standen die Iranier kurz vor einer Niederlage und die Heere Turans waren bis zum Ufer des kaspischen Meeres vorgedrungen. Um die Iranier zu demütigen, boten die Turanier ihnen an, einer ihrer besten Männer solle einen Pfeil abschießen, der dann die Grenze zwischen Iran und Turan bestimmen sollte. Der Krieger Ârash meldete sich freiwillig und bat Ahura Masda um Beistand. In diesem Moment verschmolz Ârashs Seele mit dem magischen Pfeil, sein Körper viel zu Boden und starb, und der Pfeil flog, angetrieben vom Geist Ahura Masdas, vom Südufer des kaspischen Meeres über 2500 km in die Steppen Zentralasiens. So wurde diese Region für Jahrhunderte die von Ahura Masda beschützte Grenze zwischen den Iraniern und den Völkern Turans.
Ârash ist einer der beliebtesten Helden der iranischen Mythologie. Sein Name ist gleichzeitig ein Synonym für Pfeilspitze, Mut und Klugheit.
Die Prinzen Ka'us und Ârash wurden schon in den Schriften Zarathustras erwähnt. Wahrscheinlich waren sie Herrscher eines Stammes der Arier, die in Zentralasien und Iran einwanderten und Vorfahren der Baktrier und Sogdier wurden, und somit die Vorfahren der heutigen Perser bzw. Tadschiken. Der Name Ârash leitet sich wohmöglich aus dem avestischen Wort arsha [arshan] ab, was mutig und tapfer bedeutet.
Siehe auch: persische Mythologie, Abū l-Qasem-e Ferdousī
