Arbeiter- und Bauern-Fakultät

Arbeiter- und Bauern-Fakultäten (ABF) entstanden 1949 in der DDR als Nachfolgeeinrichtungen der so genannten Vorstudienanstalten, die 1946 an vielen Universitäten gegründet wurden.

Ziel war das Erreichen des Abiturs für junge Menschen, die aufgrund von Kriegseinwirkungen, Flucht, Vertreibung, Verschleppung, politischer Verfolgung oder sozialer Benachteiligung nicht die reguläre Oberschule besuchen konnten. Sie sollten die neue sozialistische Intelligenz bilden, im Unterschied zur meist belasteten und in die Westzonen geflohenen alten Elite. Insgesamt haben etwa 35.000 Absolventen das Abitur auf diese Weise erreicht und meistens anschließend ein Studium begonnen.

Ab 1963 wurden diese Einrichtungen schrittweise abgeschafft, da sie im sozialistischen Bildungssystem nur vorübergehend vorgesehen waren.

ABF's gab es z.B. an den Universitäten Rostock und Greifswald. Der Absolvent der ABF Greifswald, Schriftsteller Hermann Kant, hat diesen Einrichtungen mit seinem Buch Die Aula ein Denkmal gesetzt.

In Halle (Saale) gab es außerdem die spezielle ABF II als Einrichtung der Martin-Luther-Universität. Das Institut zur Vorbereitung auf das Auslandsstudium (IVA) existierte von ca. 1962 bis 1991 für delegierte Schüler aus der gesamten DDR. Sie wurden sprachlich, fachlich und ideologisch auf ein Hochschulstudium im sozialistischen Ausland (insbesondere in der Sowjetunion) in Ein- oder Zweijahreskursen vorbereitet. Der erfolgreiche Abschluss der ABF war mit der Hochschulreife (Abitur) verbunden.

Weblinks

See also: Arbeiter- und Bauern-Fakultät, 1946, 1949, 1962, 1963, 1991, Abitur, Bildungssystem der DDR, Deutsche Demokratische Republik, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald