Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland e.V. (ACK) ist ein 1948 gegründeter Zusammenschluss christlicher Kirchen in Deutschland zum Zweck der Förderung ökumenischer Zusammenarbeit und der Einheit der Kirchen.

Einzelne Kirchen können Mitglieder-, Gast- oder Beobachterstatus besitzen. Neben der Mitgliedschaft auf Bundesebene gibt es auch landesweite und örtliche ACK, wo sich die Mitgliedschaft von der auf Bundesebene unterscheiden kann. So kann etwa eine lokale Gemeinde einer bestimmten Kirche in der örtlichen ACK Mitglied sein, ohne dass die Kirche selbst auf Landes- oder Bundesebene der ACK angehört.

Inhaltsverzeichnis

Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter der ACK in Deutschland

Mitglieder

Gastmitglieder

Ständige Beobachter

Ökumenischer Konsens

Die der ACK angeschlossenen Kirchen verpflichten sich gemäß der ACK-Satzung (§ 2), der ökumenischen Zusammenarbeit zu dienen und folgende, dem ökumenischen Miteinander in unserem Lande fördernde Aufgaben zu erfüllen:

• Gegenseitige Information, Beratung und Zusammenarbeit im gemeinsamen Zeugnis, Dienst und Gebet;

• Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen den Kirchen auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene;

• Förderung des theologischen Gesprächs mit dem Ziel der Klärung und Verständigung;

• Vermittlung bei Meinungsverschiedenheiten zwischen einzelnen Mitgliedern;

• Vertretung besonderer Anliegen einzelner Mitglieder auf deren Antrag;

• Wahrnehmung gemeinsamer Aufgaben nach außen und in der Öffentlichkeit;

• Vertretung gemeinsamer Anliegen der Mitgliedskirchen bei politischen Institutionen;

• Unterrichtung der Öffentlichkeit über ökumenische Ereignisse und über den Stand der ökumenischen Bemühungen sowie Förderung des ökumenischen Verantwortungsbewusstseins.

Die ACK will durch theologische Gespräche zur Verständigung zwischen den Kirchen beitragen, Spannungen überwinden, gemeinsame Empfehlungen erarbeiten und einen Beitrag zur Einheit der Kirchen in Deutschland leisten.

Unsere in Christus begründete Zusammengehörigkeit ist von fundamentaler Bedeutung gegenüber unseren unterschiedlichen theologischen und ethischen Positionen. Anders als die uns geschenkte und bereichernde Vielfalt haben jedoch Gegensätze in der Lehre, in ethischen Fragen und in kirchenrechtlichen Festlegungen auch zu Trennungen zwischen den Kirchen geführt, oft spielten dabei besondere geschichtliche Umstände und unterschiedliche kulturelle Prägungen eine entscheidende Rolle. Um die ökumenische Gemeinschaft zu vertiefen, sind die Bemühungen um einen Konsens im Glauben unbedingt fortzusetzen. Ohne Einheit im Glauben gibt es keine volle Kirchengemeinschaft. Zum Dialog gibt es keine Alternative.


Aus dem Zusammenwirken der Kirchen innerhalb der ACK erwuchsen seit ihrem Bestehen zahlreiche gemeinsame Stellungnahmen und öffentliche Erklärungen zu verschiedenen Themen, z.B. zur Frage des gemeinsamen missionarischen Zeugnisses, des Glaubensbekenntnisses, gemeinsamer ökumenischer Gottesdienste, des kirchlichen Amtes, des Abendmahls, zu Schuldenerlass und Sonntagsschutz, zu konfessionsverbindenden Ehen sowie zu Fragen des Lebensstiles aus christlicher Verantwortung.

Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur. Aber wir sehen mit Schrecken, dass die Güter der Erde ohne Rücksicht auf ihren Eigenwert, ohne Beachtung ihrer Begrenztheit und ohne Rücksicht auf das Wort zukünftiger Generationen ausgebeutet werden. Wir wollen uns gemeinsam für nachhaltige Lebensbedingungen für die gesamte Schöpfung einsetzen. In Verantwortung vor Gott müssen wir gemeinsam Kriterien dafür geltend machen und weiter entwickeln, was die Menschen zwar wissenschaftlich und technologisch machen können, aber ethisch nicht machen dürfen. In jedem Fall muss die einmalige Würde des Menschen den Vorrang vor dem technisch Machbaren haben. Wir empfehlen, einen ökumenischen Tag des Gebetes für die Bewahrung der Schöpfung in den europäischen Kirchen einzuführen.

Ebenso äußerte sich die ACK zur Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger, zu Migrations- und Asylfragen, zum Schutz des Lebens, zu Fragen von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und der Solidarität der Kirchen mit den Frauen.

Die ehemalige AGCK in der DDR war Träger der Ökumenischen Versammlungen in Dresden / Magdeburg (1988) und Dresden (1989) und die ACK-West der Foren in Königstein und Stuttgart (1988) zu den Themen des konziliaren Prozesses.

Im Juni 1996 war die ACK im Auftrag ihrer Mitgliedskirchen Träger und Ausrichter der ersten gesamtdeutschen Ökumenischen Versammlung in Erfurt zum Thema Versöhnung suchen – Leben gewinnen.

Die Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt, die im Jahr 2000 vom ÖRK ausgerufen wurde, ermutigt die Kirchen angesichts zunehmender und vielfältiger Gewalterfahrungen zu einem verstärkten gemeinsamen Zeugnis für Frieden und Versöhnung. Die ACK will die Kirchen bei diesem Prozess unterstützen und begleiten. Dazu dient auch die Ökumenische Friedensdekade, die jedes Jahr im November begangen wird. Sie wird von einem Gesprächsforum in Kooperation mit der ACK vorbereitet.

Von 1994 bis 2003 bildete das Arbeitsvorhaben zur Überwindung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt einen besonderen Schwerpunkt in der ACK. Im Rahmen dieses Arbeitsvorhabens wurde von 1996 - 2003 die Aktion Lade Deine Nachbarn ein, die sich für ein besseres Kennenlernen von Menschen unterschiedlicher Kultur, Glauben und Herkunft einsetzte, in Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden und dem Zentralrat der Muslime in Deutschland durchgeführt. In Planung ist das Projekt Weißt Du, wer ich bin?. Es soll interreligiöse Begegnungen mit Menschen unterschiedlichen Glaubens fördern und anstoßen. Materialien dazu sollen erstellt werden. Geplant ist auch ein Fonds zur Unterstützung von Einzelprojekten.

Im Jahr 1997 regte die ACK einen Verständigungsprozess der Kirchen über die gemeinsame Aufgabe der Mission und Evangelisation in Deutschland an. In einem gemeinsamen Wort (2002) werden die Kirchen zu einer verstärkten Missionarischen Ökumene aufgerufen. Als Mitträger war die ACK an der Durchführung des ökumenischen Aktionsjahres Jahr der Bibel 2003 beteiligt.

Die Charta Oecumenica stellt fest: "Die wichtigste Aufgabe der Kirchen in Europa ist es, gemeinsam das Evangelium durch Wort und Tat für das Heil aller Menschen zu verkündigen." Als ACK wenden wir uns daher an unsere Mitglieds- und Gastkirchen und an alle, die sich der Mission und Evangelisation verpflichtet wissen, mit der dringenden Bitte, alles, was wir missionarisch tun, unter dem Aspekt unseres gemeinsamen Auftrags zu gestalten und zugleich alle Bemühungen um größere Einheit in der Perspektive unseres Rufs zur Mission anzugehen. Weil wir den einen Gott verkündigen und dem einen Herrn folgen, darum haben wir eine gemeinsame Botschaft und ein gemeinsames Ziel unserer Mission.

Die Durchführung des ersten Ökumenischen Kirchentages 2003 in Berlin wurde von der ACK unterstützt und gefördert. Die Mitwirkung der ACK trug insbesondere zur Einbeziehung aller Kirchen bei. Auf dem Ökumenischen Kirchentag wurde von den Mitgliedskirchen der ACK die Charta Oecumenica, die von KEK und CCEE erarbeitet wurde, als Leitperspektive für die ökumenische Zusammenarbeit angenommen und unterzeichnet. Die Umsetzung und Konkretisierung der Charta wird in den nächsten Jahren eine zentrale Aufgabe für die Kirchen und die ACK sein.

Zu einer spirituellen Stärkung der Ökumene und zu einer konfessionsüberschreitenden und weltweiten Verbundenheit der Christen trägt die jährliche [[Gebetswoche für die Einheit der Christen]] bei. Sie wird durch die Erarbeitung und Herausgabe des deutschsprachigen Materials von der ACK in besonderer Weise gefördert und koordiniert. Die Gebetswoche findet vom 18. - 25. Januar oder in der Woche vor Pfingsten bzw. zu einem anderen, örtlich von den Gemeinden vereinbarten Termin statt. Ihr liegt eine einheitliche, von einer internationalen Kommission aus Vertretern des ÖRK und des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen erarbeitete Liturgie zugrunde. Der Entwurf für den Gottesdienst kommt jedes Jahr aus einem anderen Land.

Siehe auch:

Weblinks

See also: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, 1948, 1988, 1989, 1994, 1996, 1997, 2000, 2002, 2003