Arbitrage

Arbitrage (von lat. Arbitratus, Gutdünken, freie Wahl, freies Ermessen) bezeichnet den Handel, der Preisunterschiede für gleiche Handlungsalternativen (Marktgegenstände) in verschiedenen Märkten zum Zwecke einer beabsichtigten risikoarmen Gewinnerzielung nutzt. Infolge der ausgleichenden Wirkung der Arbitrage passen sich die Preise in verschiedenen Märkten einander an, der Vorteil existiert nur zeitlich begrenzt.

Bei der praktischen Durchführung der Arbitrage kauft der Arbitrageur (meist unter Einsatz hoher Volumina) das billigere Instrument, bei (theoretisch) simultanem Verkauf des teureren Instruments, ohne dass es für ihn dabei zu nennenswerten Nettoausgaben kommt. Jede Arbitrage beruht hierbei auf dem ökonomischen "Gesetz des einheitlichen Preises" ("Law of One Price") (siehe unten), das für gleichwertige Handlungsalternativen gleiche Preise postuliert.

In einer strengeren Definition gilt Arbitrage nur dann als möglich, wenn die Gewinnerzielung nicht nur risikoarm, sondern risikolos, also sicher erfolgen kann. Wenn eine Gewinnerzielung sicher erfolgen kann, muss sie, um sicher zu sein, üblicherweise sofort ("in Null Zeit") erfolgen, da sonst üblicherweise das Risiko besteht, dass sich mit der Zeit die Marktpreise ändern und so das Arbitrage-Kalkül nicht mehr aufgeht.

Inhaltsverzeichnis

Arten der Arbitrage

Im Allgemeinen werden 4 Arten der Arbitrage unterschieden:

Arbitrage und ihre ökonomischen Auswirkungen

Der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter schuf den Begriff des wenig innovativen Arbitrage-Unternehmers, der im Gegensatz zum innovativen schöpferischen Unternehmer nichts neues schaffe. Die Möglichkeit des Erlangens von individuellem Wohlstand über die Ausnutzung von Preisdifferenzen binde volkswirtschaftliche Kräfte, die andernfalls in die innovative Neukombination von Produktionsfaktoren fließen würden.

Arbitragefreiheit

Unter der Arbitragefreiheit wird das Fehlen jeder Möglichkeit zur (ökonomischen) Arbitrage verstanden. Diese Begriff wurde insbesondere für die Finanzmärkte geprägt. Durch den internationalen, elektronischen Handel an diesen Märkten und die schnelle, weltweite Verbreitung von neuen Informationen passen die Marktteilnehmer die Preise ihrer Produkte so schnell an, das Arbitragemöglichkeiten in der Regel nur für sehr kurze Zeiträume bestehen. Meist sind jedoch die Transaktionskosten höher als die durch Arbitrage erzielbaren Gewinne. Die Arbitragefreiheit ist eine der Grundannahmen der Finanzmathematik.

Eigenschaften

Literatur

Pankaj Ghemawat: The Forgotten Strategy. Harvard Business Review November 2003.

Weblinks

See also: Arbitrage, Arbitrage-Unternehmer, Börse, Finanzmarkt, Finanzmathematik, Implikationsumkehrung, Informationstechnik, Innovation, Joseph Schumpeter, Kalkül