Archäophyten

[[bild:kornblume.jpeg|thumb|280px|Die Kornblume ist eine speirochore Pflanze und zählt zu den Archäophyten]] Als Archäophyten bezeichnet man Pflanzenarten, die bis 1492 eingeführt wurden und die in der Lage sind, sich selbständig ohne fremde Hilfe fortzupflanzen. Im Gegensatz dazu bezeichnet man Pflanzen, die nach 1492 eingeführt wurden und sich so etabliert haben, dass sie sich über mehrere Generationen fortbestehen können, als Neophyten. Adventivpflanzen sind dagegen eingeführte Pflanzen, die noch nicht fest in ihrem neuen Lebensraum etabliert sind. Im Gegensatz zu Neophyten und Adventivpflanzen gelten Archäotypen als Teil des Ökosystems.

1492 gilt als zeitliche Trennlinie zwischen Archäophyten und Neophyten, weil mit dem Anlegen der Santa Maria auf den Antillen ein weltumspannender Austausch von Menschen und Gütern begann, der in seiner Dimension ohne historische Vorbildert ist. Manche Autoren ziehen die Grenze allerdings nicht bei 1492 sondern bei 1500, ohne dass sich daraus allerdings unterschiedliche Zuordnungen von eingeführten Pflanzen in Archäophyten und Neophyten ergeben. Von dieser Aufhebung von räumlich trennenden Barrieren waren vor allem Afrika, Amerika, Asien und Europa betroffen. Für Australien und Neuseeland verwenden Autoren gelegentlich den Beginn der Kolonisierung als Trennlinien zwischen Neu- und Altankömmlingen.

Zu den Archäophyten zählen viele uns vertraute Pflanzen wie beispielsweise der Kulturapfel, die Birne, Pflaume, Getreidearten wie Weizen und Gerste sowie Blumen und Heilpflanzen wie Klatschmohn, Kornblume, Echte Kamille und Kornrade. Mitteleuropäische Archäophyten stammen fast alle aus dem mediterranen Raum und den angrenzenden Gebieten Westasiens.

Zu den Einführungsweisen gehört die Ethelochorie, die Speirochorie und die Agorochorie. Sie sind alle Unterformen der Hemerochorie und in diesem Hauptartikel ausführlich dargestellt.

Literatur


Kategorie:Botanik Kategorie:Ökologie

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