Archimedisches Prinzip

Das Archimedische Prinzip wurde vor über 2000 Jahren vom altgriechischen Gelehrten Archimedes entdeckt. Es lautet: Die Auftriebskraft eines Körpers ist genau so groß wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums.

Ein Gegenstand wirkt also leichter, wenn er z. B. in Wasser getaucht wird. Die Masse des Körpers bleibt dieselbe, jedoch gleichen sich die Auftriebs- und die Gewichtskraft gegenseitig aus, wodurch die Gewichtskraft scheinbar abnimmt.

thumb|400px|Schematisierter Auftrieb

Das Archimedische Prinzip gilt in allen Fluiden, d. h. in Flüssigkeiten und Gasen. Schiffe verdrängen Wasser und erhalten dadurch Auftrieb. Da die Dichte eines Schiffes geringer ist als die Dichte von Wasser, schwimmt es auf der Oberfläche. Ballone und Luftschiffe machen sich diese Eigenschaft zu Nutze, um fahren bzw. fliegen zu können. Hierbei werden sie mit einem Gas gefüllt, dessen Dichte geringer ist, als die der umgebenden Luft. Diese Gase sind bei Luftschiffen und vielen Ballonen von Natur aus weniger dicht als Luft (z. B. Wasserstoff oder Helium); in Heißluftballons wird die Luftfüllung mit Hilfe von Gasbrennern erwärmt, wodurch ihre Dichte abnimmt.

Inhaltsverzeichnis

Erklärung des Phänomens

Ursache für die Auftriebskraft ist der Druckunterschied zwischen der Ober- und der Unterseite eines eingetauchten Körpers. Die Kräfte, die auf die Seitenflächen einwirken, spielen keine Rolle, da sie sich gegenseitig stets aufheben. Das heißt, es wirkt auf die unteren Teile der Oberfläche eines eingetauchten Körpers eine größere Kraft als auf die oberen Teile der Oberfläche. Es herrscht folglich ein Druckunterschied. Da jedes physikalische System stets bestrebt ist, einen Druckausgleich zu erzielen, wird sich der Körper solange aufwärts bewegen, bis sich alle auf ihn einwirkenden Kräfte ausgleichen.

Im rechtsoben stehenden Beispiel gehen wir davon aus, dass ein Würfel (folglich mit den Kantenlängen 20x20x20cm) 10cm tief in Wasser eingetaucht ist

Herleitung "klassisch"


1Pa = 1N / m2


Auf die untere Fläche Aunten wirkt die Kraft
F_{unten}=2943N/m^2 \cdot 0{,}04m^2= \underline{117{,}72N};

auf die obere Fläche Aoben wirkt dagegen die Kraft
F_{oben}=981N/m^2 \cdot 0{,}04m^2= \underline{39{,}24N}.

Die Differenz der beiden Kräfte beträgt 78,48N. Also ist der Auftrieb dieses Körpers 78,48 Newton.

Herleitung nach Archimedes

Nach Archimedes gilt Folgendes: F_{Auftrieb}=F_{Gewicht_{Fluid}}. Bezogen auf das Beispiel können wir schreiben:

\begin{matrix} F_{Auftrieb} &=& V_{verdraengt}\cdot\rho_{Fluid}\cdot g \\ \ &=& 8000cm^3\cdot 1\frac{g}{cm^3}\cdot9{,}81\cdot10^{-3}\frac{N}{g} \\ \ &=& \mathbf{78{,}48N}\end{matrix}
Wir sehen, dass beide Methoden auf das gleiche Ergebnis führen.

Steigen, Sinken, Schweben

Damit der Körper die in der Grafik beschriebene Position einnimmt, muss seine Gewichtskraft gleich der Gewichtskraft des verdrängten Wassers (78,48N) sein. Dann heben sich alle auf den Körper wirkenden Kräfte auf und dieser kommt zum Stillstand. Nach der Formel m=F_{Gewicht}\cdot g^{-1} muss der Körper 8000g schwer sein. Des Weiteren hätte er nach \rho = \frac{m}{V} eine Dichte von 1. (Wasser hat ebenfalls eine Dichte von 1)
Wir können also folgende Regel formulieren:

Die Körper steigen oder sinken, bis der Gewichtskraft eine betragsmäßig gleich große Kraft entgegenwirkt. Dies kann beim Sinken eine sich ändernde Dichte des Fluids oder auch der Boden des Bechers bewirken. Ein Körper steigt oft solange, bis er die Oberfläche durchbricht. In diesem Fall gilt: V_{eingetaucht} \cdot \rho_{Fluid} = V_{Koerper} \cdot \rho_{Koerper}.

Die Entdeckung des Archimedischen Prinzips

Archimedes war von König Hieron II. von Syrakus beauftragt worden herauszufinden, ob dessen Krone wie bestellt aus reinem Gold wäre, oder ob das Material durch billigeres Metall gestreckt worden sei. Diese Aufgabe stellte Archimedes zunächst vor Probleme, da die Krone natürlich nicht zerstört werden durfte.

Der Überlieferung nach hatte Archimedes schließlich den rettenden Einfall, als er zum Baden in eine bis zum Rand gefüllte Wanne stieg und dabei das Wasser überlief. Er erkannte, dass die Menge Wasser, die übergelaufen war, genau seinem Körpervolumen entsprach. Angeblich lief er dann, nackt wie er war, durch die Straßen und rief Heureka (Ich habe es gefunden).

Um die gestellte Aufgabe zu lösen, tauchte er einmal die Krone und dann einen Goldbarren, der genauso viel wog wie die Krone, in einen vollen Wasserbehälter und maß die Menge des überlaufenden Wassers. Da die Krone mehr Wasser verdrängte als der Goldbarren und somit bei gleichem Gewicht voluminöser war, musste sie aus einem leichteren Material, also nicht aus reinem Gold, gefertigt worden sein.

Diese Geschichte wurde vom römischen Architekten Vitruv überliefert.

Physikalische Herleitung

Wirkt auf eine Fläche \vec{A} (mit Flächeninhalt |\vec{A}| und Normalenvektor \vec{A}/|\vec{A}|) von einer Seite ein konstanter Druck pA, so ist der nach unten (bzw. nach oben, bei negativem Vorzeichen) wirkende Kraftanteil

F_A = - (\vec{e}_z \cdot \vec{A}) p_A

wobei \vec{e}_z ein nach unten zeigender Einheitsvektor ist.

Das Archimedische Prinzip gilt nur genau dann streng, wenn das verdrängte Medium inkompressibel (nicht zusammendrückbar) ist. Für Flüssigkeiten wie z. B. Wasser ist dies gut erfüllt, daher soll im Folgenden von einem Körper ausgegangen werden, der in eine Flüssigkeit der Dichte ρ eintaucht.

In der Flüssigkeit lastet auf einer waagerechten Fläche der Größe A in der Tiefe z das Gewicht einer Flüssigkeitssäule der Masse m=\rho \cdot A \cdot z. Der Druck in dieser Tiefe ist deshalb

p(z) = \frac{m \cdot g}{A} = \rho \cdot g \cdot z

Ein entsprechender Druckverlauf gilt bei nicht zu großen Höhendifferenzen z auch in der Luft oder anderen Gasen (d. h. die Kompressibilität fällt nicht ins Gewicht; bei großen Höhenunterschieden müsste eine veränderliche Dichte berücksichtigt werden). Deshalb gelten die folgenden Überlegungen auch für realistisch große Luftschiffe oder Ballone.

Für einfache geometrische Formen kann man die Gültigkeit des Archimedischen Prinzips mit einfachen Mitteln von Hand nachrechnen. Für einen Quader mit Grundfläche A und Höhe h, der senkrecht in die Flüssigkeit eintaucht, erhält man beispielsweise:

F_o = p(z_0) \cdot A = \rho \cdot g \cdot z_0 \cdot A

F_u = p(z_0+h) \cdot A = -\rho \cdot g \cdot (z_0+h) \cdot A

F = F_o + F_u = -\rho \cdot A \cdot h \cdot g = -\rho \cdot V \cdot g.

Dabei ist V das verdrängte Volumen, also \rho \cdot V die verdrängte Masse und \rho \cdot V \cdot g ihre Gewichtskraft. Das Archimedische Prinzip ist also erfüllt. Das negative Vorzeichen zeigt an, dass die Auftriebskraft der Gewichtskraft entgegengesetzt ist.

Für einen beliebig geformten Körper erhält man die gesamte Auftriebskraft durch das Oberflächenintegral

F = - \iint_{\partial V}\!\!\!\!\!\!\!\!\!\!\!\!\!\!\!\!\;\subset\!\supset \;\;p(z) \; \vec{e}_z \cdot d\vec{A}

Das Archimedische Prinzip folgt dann sofort aus dem Gaußschen Integralsatz:

F = - \iiint_V \operatorname{div} \; p(z) \vec{e}_z \;dV= -g \cdot \rho \cdot \iiint_V dV = -g \cdot \rho \cdot V

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See also: Archimedisches Prinzip, Archimedes, Architekt, Auftrieb, Ballon, Druck (Physik), Fluid, Gas, Gaußscher Integralsatz, Gewicht