Archipoeta
Der Archipoeta (Erzdichter), geboren zwischen 1130 und 1140, gestorben nach 1165, dessen wirklicher Name nicht überliefert ist, war einer der bedeutendsten lateinischsprachigen Dichter des 12. Jahrhunderts und ein Vertreter der Vagantendichtung. Über seinen persönlichen Hintergrund ist nichts überliefert, doch lassen einige Textstellen darauf schließen, daß er ein gescheiterter Medizinstudent war. Sein Mäzen war der Reichskanzler und Erzbischof Rainald von Dassel.
Er schrieb Lobeshymnen auf den Kaiser Friedrich I. Barbarossa, aber auch gesellschaftskritische Lieder. Auf die Anfeindungen seiner Gegner antwortete er mit seiner berühmten Vagantenbeichte, in der er alle seine Sünden bekannte. Berühmt ist auch seine Klage über die kurzfristigen Abgabetermine von Auftragsdichtungen, die ihm sein Mäzen stellte.
Nur zehn Lieder des Archipoeta sind überliefert.
- Omnia tempus habent
- Archicancellarie, viris maior ceteris
- En habeo versus te precipiente reversus
- Lingua balbus, hebes ingenio
- Archicancellarie, vir discrete mentis
- Salve, mundi domine, Cesar noster, ave!
- Estuans intrinsecus ira vehementi ("Vagantenbeichte")
- Fama tuba dante sonum ("Jonasbeichte")
- Nocte quadam sabbati somno iam refectus
- Presul urbis Agripine
Die Vagantenbeichte ist auch als eines der Lieder der Carmina Burana überliefert und auch in der Vertonung von Carl Orff enthalten.
Moderne Interpretationen der Vagantenbeichte und der Fama Tuba existieren von Helium Vola.
Weblinks
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Archipoeta |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | lateinischsprachiger Dichter des Mittelalters; Vertreter der Vagantendichtung |
| GEBURTSDATUM | zwischen 1130 und 1140 |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | nach 1165 |
| STERBEORT | |
