Ardaschir I.
Ardaschir I. (Artaxerxes) (Regierungszeit: 224-239/40) war der Begründer des Neupersischen Großreichs (224-651) und der erste Großkönig aus der Dynastie der Sassaniden.
Ardaschir, Sohn des Papak (Babak), war zunächst Herrscher über die Regionen Persis und Kerman und damit Vasall des arsakidischen Königs Artaban IV. von Parthien. Diesen konnte er 224 besiegen. Ardaschir, dessen Vorherrschaft wohl in der großen Reichsversammlung zu Baktra in Khorasan feierlich anerkannt wurde, nahm den Titel "König der Könige von Iran" an und versuchte in der Folgezeit das Neupersische Reich zentral zu ordnen. Er residierte ebenso wie die Partherkönige in Ktesiphon am Tigris und förderte den Zoroastrianismus, den man aber nicht als regelrechte Staatsreligion bezeichnen kann. 231 begann er den Kampf gegen Rom mit dem Ziel, das 30 Jahre zuvor von Kaiser Septimius Severus annektierte Nordmesopotamien unter seine Herrschaft zu bringen. Er konnte diesen Anspruch allerdings gegen den römischen Kaiser Severus Alexander nicht durchsetzen.
Edward Gibbon urteilte in seinem Werk Verfall und Niedergang des Römischen Reiches über Ardaschir I.: [...] Sein Charakter scheint jene kühnen und zupackenden Attribute besessen zu haben, die den Herrscher, welcher erobert, in der Regel von dem Herrscher unterscheidet, welcher lediglich erbt. Der von ihm erlassene Rechtscodex war bis in die letzten Jahre der persischen Monarchie die Grundlage aller bürgerlichen und Religionspolitik. Einige seiner Äußerungen sind auf uns gekommen, und eine von ihnen offenbart eine tiefe Einsicht in die Verfasstheit von Monarchien. "Die Autorität eines Herrschers", so Ardaschir, "muss durch das Militär verteidigt werden; jene Gewalt kann wiederum nur durch Steuern aufrechterhalten werden; alle Steuern fallen am Ende auf die Landwirtschaft; und Landwirtschaft kann nur unter dem Schutz des Rechts und der Mäßigung erblühen ." (vgl. E. Gibbon, Fall and Decline of the Roman Empire. Volume I. Chicago 1991, S. 86)
Ardaschir legte den Grundstein für den über 400jährigen Bestand des Sassanidenreiches; ob er [239]] zugunsten seines Sohnes Schapur I. abdankte oder ob es bis zu seinem Tod zu einer gemeinsamen Herrschaft kam, ist umstritten.
Literatur
- Josef Wiesehöfer, "Adašir", in: Encyclopaedia Iranica II 4, 1986, S.371-376.
- Engelbert Winter, Rom und das Perserreich, Berlin 2001.
- Edward Gibbon, The History of the Decline and Fall of the Roman Empire, Chicago 1991 (Nachdruck).
- Klaus Schippmann, Grundzüge der Geschichte des sassanidischen Reichs, Darmstadt 1990.
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| Vorgänger --- | Liste der Sassanidenherrscher | Nachfolger Schapur I. (242 - 272) |
| Personendaten | |
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| NAME | Ardaschir I. |
| ALTERNATIVNAMEN | Artaxerxes |
| KURZBESCHREIBUNG | Begründer der Dynastie der Sassaniden |
| GEBURTSDATUM | |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | |
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