Argument

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel behandelt das Argument in Logik, Rhetorik und Kommunikation, weitere Bedeutungen unter Argument (Begriffsklärung)

[[Bild:Bundestag.jpg|framed|Rede von Jacques Chirac vor dem Bundestag im Jahr 2000]] Als Argument (v. lat.: argumentum 'Beweisgrund, Beweismittel') wird eine Aussage bezeichnet, die zur Begründung einer anderen Aussage, der These (Behauptung) herangezogen wird. Die Darlegung der Argumente zur Untermauerung der These wird als Argumentation bezeichnet. Die logisch korrekte Konklusion einer Aussage aus anderen (wahren) Aussagen bzw. Argumenten bezeichnet man als Beweis.

In der Wissenschaft wird unter Argument auch eine Menge von verknüpften Aussagen (Prämissen und These) verstanden, wobei die These aus den Prämissen per Konklusion hervorgeht.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Argumente dienen dazu, Mitmenschen von der Richtigkeit einer These zu überzeugen. Von der reinen Information unterscheidet sich das Argument dadurch, dass der Redner/Autor zur Information gleich die Bedeutung in Form einer Schlussfolgerung (Konklusion) für den Zuhörer anfügt.

Typen von Argumenten

thumb|280px|Wissenschaftliche Argumentation im Hörsaal

Deduktive Argumente

Als deduktiv (oder deduktiv gültig) werden Argumente bezeichnet, bei denen die Konklusion logisch aus den Prämissen folgt, die Konklusion also wahr ist, falls die Prämissen wahr sind.

Das logische Nutzwertargument besteht aus zwei oder mehr Prämissen sowie der logischen Konklusion. Beispiel: Dieses neue Auto verbraucht nur 5 Liter und sein Tankinhalt beträgt 50 Liter. Das bedeutet, man kann mit einer Tankfüllung 1000 Kilometer reisen, ohne unterwegs zu tanken.

Sie stellt zwei Sätze mathematisch miteinander in bezug. Aus dem rechnerischen Ergebnis wird die Plausibilität einer Ersparnis oder eines Gewinnes dargestellt. Beispiel: Bei Einsparungen von nur 1,7 Cent pro Druckseite sparen Sie bei Ihrer Auflage bereits 20.000 x 1,7 = 340,- Euro im Monat.

Sie dient der Relativierung möglicher Gegenargumente, z.B. Anschaffungskosten oder laufenden Belastungen. Beispiel: Der Solarkollektor kostet zwar 24.000,- Euro, pro Monat sind das bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren allerdings nur 100 Euro.

Diese Schlussfolgerung dient dazu, spezielle Erkenntnisse aus allgemeinen Theorien zu gewinnen. Beispiel: Seit 6000 Jahren ist Krieg eine der immer wiederkehrenden Strategien zur Sicherstellung knapper Ressourcen. Auch heute beobachten wir knapper werdende Ressourcen. Es wird wieder Krieg geben.

Ein Argumentum e contrario oder Falsifizierung ist ein Beweis aus dem Gegenteil. Es ist, korrekt durchgeführt, ein logisch (beziehungsweise juristisch) gültiges Argument und hat auch im naturwissenschaftlichen Sinn Bestand. Beispiel: Die Wirksamkeit des Medikamentes wurde im Doppel-Blind Test bestätigt. Unter inzwischen exakt bekannten Bedingungen treten vereinzelt Nebenwirkungen auf. Die gezielte Wirksamkeit ist somit schlüssig belegt.

Die Bilanzierung oder Nutzwertanalyse stellt die Pro-und-Contra Argumente gegenüber und versieht sie mit einem Gewichtungsfaktor. Die Summation ergibt ein mathematisch eindeutiges Ergebnis.

Induktive Argumente

Als induktiv werden Argumente bezeichnet, bei denen es zwar rational ist, die Konklusion für wahr zu halten, wenn alle Prämissen wahr sind, die Konklusion jedoch nicht logisch zwingend aus den Prämissen folgt, sondern nur in gewissem Grade wahrscheinlich ist, falls die Prämissen wahr sind (vgl. Induktionsschluss).

Aus einem anderen Bereich als dem strittigen wird ein Sachverhalt auf das diskutierte Problem übertragen. Beispiel: Wenn man Kindern keine Grenzen setzt, verwildern sie. Genauso ist es mit der Sprache.

Die Empirische Argumentation konkludiert eine oder mehrere statistische beobachtende Sätze und stützt sich auf die Verifizierung zumindest einer Prämisse. Die folgende Konklusion ist streng logisch im wissenschaftlichen Sinn allerdings nicht stichhaltig, da es sein kann, dass ein Gegenbeweis die Prämisse noch wiederlegt. Beispiel: Wir haben mit dem Förderprogramm nachweisbar 1.492 Arbeitsplätze geschaffen. Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind nachweislich auf dieses Programm zurückzuführen, da die Menge der entsprechend eingereichten Arbeitsverträge von mehreren unabhängigen Stellen beglaubigt wird.

Hier werden tatsächliche oder angenommene Ereignisse (je nach Zeitrichtung) mit Erfahrungen aus der Gegenwart konkludiert. Beispiel: Wir bewirtschaften den Forst heute mit Mischwald. Die Erfahrung aus den vergangenen drei Jahrzehnten hat bei schlechter werdenden Luftwerten gezeigt, dass gerade die klimabedingte Schädigung der Nutzhölzer in solchen Beständen geringer ist.

Das Argument induktiver Logik baut mehrere Prämissen so auf, dass ihr Inhalt vom Einzelfall auf eine Verallgemeinerung schließen lässt. Es ist unter naturwissenschaftlicher Sichtweise nur unter bestimmten Voraussetzungen gerechtfertigt (z.B. in statistisch abgesicherten Aussagen), da Verallgemeinerungen mit Unsicherheiten behaftet sind. Gerade diese Unsicherheit wird in der Rhetorik aber oft sehr überzeugend genutzt. Beispiel: Dieser Gast aus der Schweiz fragte mich als erstes nach dem nächsten Bargeldautomaten in der Nähe des Hotel. Ich glaube, es wäre gut in Zukunft für alle Gäste ein Schild an der Rezeption anzubringen.

Das Argumentum ad ignorantiam nutzt Nichtwissen als Beweis beziehungsweise in Form der Argumentum ex silentio den Beweis durch Schweigen. Beispiel: Niemand hat je ein UFO gesehen, also gibt es keine UFOs.

Fehl- und Trugschlüsse

Hierbei handelt es sich um keine gültigen Argumente, da die Konklusion nicht aus den Prämissen folgt. Beim Fehlschluss liegt ein logischer Irrtum vor, dem der Argumentierende auferliegt, der Trugschluss erfolgt mit der Absicht, andere zu täuschen.

Das argumentum ad verecundiam verweist darauf dass eine Autorität oder eine Gruppe von Autoritäten die Thesen vertritt, auf die sich der Redner/Autor bezieht. Beispiel: Hans H., der bekannte konservative Journalist, meint zu Recht, dass eine Reform der Groß- und Kleinschreibung letztlich den Analphabetismus fördere.

Das Argumentum ad populum ist der Versuch, durch den Verweis auf die wirkliche oder behauptete allgemeine Meinung zu überzeugen. (Die meisten Menschen sind der Auffassung, dass ...

Der Zirkelschluss (oder Tautologie) begründet eine Prämisse mit sich selbst und konkludiert somit eine immer wahre Aussage. Obwohl logisch formal korrekt, wird er nicht als schlüssig betrachtet und fällt daher in den Bereich induktiver Argumentation. Beispiel: Jeder, der schon einmal ein paar Jahrzehnte verheiratet war, kennt auch die Langeweile im Bett. Deswegen hat ja jeder nach entsprechend langer Ehe schon mal langweiligen Sex gehabt. Siehe auch: Logischer Fehler.

Dialog-Rhetorik

Sie richtet die Aufmerksamkeit des Zuhörers von bestimmten Prämissen weg. Sie stellt neue Prämissen zur Verfügung, die vornehmlich innovativ, persönlich, sensationell oder thematisch an anderer Stelle relevant sind und konkludiert diese neuen Prämissen als viel wichtiger und interessanter als vorgegebene. Beispiel: Na ja, bei der Heizkostenabrechnung gibt es ja so viele verschiedene Verfahren. Das steht alles genau im Mietvertrag. Sie haben als Mieter sicher auch noch andere Fragen. Zum Beispiel sollten wir uns mal etwas Zeit nehmen für die zweite Terrasse oben, im Schlafzimmer. Ein Ausblick, sage ich Ihnen, das wird Sie vom Hocker reißen.

Sie legt Prämissen sichtbar offen fest, um sie anschließend zu konkludieren. Dabei sind sowohl die Beteiligung des Gegenüber als auch Zitate zur Prämissenbildung möglich. Beispiel: Wir sprechen hier über Qualität. Was heißt für Sie Qualität? Der Maßstab muss hier beim Kunden gesucht werden, denn er bestimmt, was gut ist und nicht die Forschung und Entwicklung. Die Vorgaben kommen aus dem Markt.

Das Argumentum ad hominem (auch: Verunglimpfung) ist der Verweis auf eine wirkliche oder nur behauptete unangenehme Eigenschaft eines Gegners. Beispiel: Wer die Groß- und Kleinschreibung abschaffen will, der ist doch nur zu faul die Regeln zu lernen.

Sie ist eine Sonderform des Zirkelschlusses und reicht exakt die der Konklusion der Gegenrede als Prämisse in der eigenen Argumentation zurück und konkludiert umgekehrt. Beispiel: Sie sagen, sie haben keine Zeit für einen Termin. Sehen Sie, das ist genau der Grund, aus dem heraus ich mich bei Ihnen melde. Niemand hat heute noch Zeit sich um die angenehmen Dinge zu kümmern. Mit einem effektiveren Warenwirtschaftsprogramm gewinnen Sie aber genau das, nämlich Zeit für das Wesentliche.

Die auch "Flucht nach vorne" oder "Wind aus den Segeln nehmen" genannte Argumentation bringt einen zu erwartenden Einwand zur Sprache, der sofort mit einer passenden Gegenprämisse neutralisiert wird. Vornehmlich werden solche Sätze vorweggenommen, die erstens sowieso erwartet werden oder zweitens von geringer Bedeutung sind. Beispiel: Die Gegenpartei wird behaupten, unsere geplante Maßnahme sei unsozial. Zur Sanierung des Haushalts ist es jedoch erforderlich, diese Subvention zu kürzen.

Sie geht in der Konklusion der Prämisse(n) auf eine gefühlsmäßige Ebene und bezieht so die affektiven Werte des Gegenüber mit ein. Beispiel: Es ist eine Tatsache, dass wir irgendwann die Beatmung abstellen müssen. Aber es ist unerträglich, das Gefühl zu haben, nicht vorher wirklich alles menschenmögliche getan zu haben. Wozu haben wir denn das alles gelernt?

Sie bildet eine Art Scheinargument. Sie konkludiert zumindest eine angenommene Prämisse mit einer tatsächlichen. Beispiel: Stellen Sie sich mal vor, das wäre Ihr Kind, da auf dem Operationstisch. Würden Sie dann auch von einer medizinisch nicht zwingenden Indikation sprechen?

Einzelinteressen werden unter Berufung auf Allgemeines (z.B. die Natur, gesellschaftliche Zwänge, das Allgemeinwohl) verschleiert. Beispiel: Es ist doch nur natürlich, wenn man möchte, dass alles beim Alten bleibt.

Es verweist auf die innere Widersprüchlichkeit der Gegenposition. Beispiel: Viele, die fanatisch für die geltenden Regeln eintreten, beherrschen sie nicht.

Das moralische Argument (auch ethisches oder normatives Argument) bezieht sich auf allgemein anerkannte ethische oder gesellschaftliche Werte und versucht eine Aussage in Übereinstimmung oder im Gegensatz befindlich darzustellen. Beispiel: Wir sollten die geltende Groß und Kleinschreibung nicht aufgeben, da sie einzigartig ist.

Sie stellt gleich zwei Prämissen verzerrt dar. Der Unterschied zur schlecht gemachten Alternativargumentation besteht vor allem in der polemischen Charakteristik der einen Prämisse, gegenüber der scheinbar wertfrei gehaltenen Alternative. Beispiel: Also ich sehe hier nur wieder die typischen Aussagen von Eltern aus Steglitz, die ihren Kindern am liebsten die JuraDissertation genetisch einpflanzen würden und im Zweifel eher die Leher fragen, ob sie überhaupt ordentlich vorbereitet sind. Die normalen Leute, wie Sie und ich, die freuen sich auch mal, wenn es in der Schule zum Projekttag geht und ´mal keine Noten für maximalen Ellebogeneinsatz verteilt werden.

Als Scheinargument werden Killerphrasen (umgangssprachlich auch Totschlagsargumente) bezeichnet, die nach Charles Clark inhaltlich nahezu leere Argumente bilden von der der Disputant annimmt, dass die Mehrheit der anderen Diskussionsteilnehmer mit ihm in der Bewertung übereinstimmen und die vor allem der Ablehnung oder der Herabsetzung des Gegenüber dienen. Beispiel: Die Arbeit macht doch keiner.

Sie führt eine Rede ad absurdum und begreift sich als Argument der übertriebenen Logik. Sie arbeitet also mit einer verzerrten Konklusion auf der Basis einer Übertreibung oder Untertreibung. Beispiel: Erst lassen die ÖkoBauern die Insektenvernichtung auf dem Acker sein, dann stört sich der grüne Kunde am Gen gegen Pilzbefall und am Ende kaufen Sie nur noch Brot aus dem Weltraum, weil da die Luftverschmutzung geringer ist.

Sie greift aus einer Prämisse nur bestimmte Tendenzen auf und bietet eine wahre zweite Prämisse zur Konklusion an. Diese verzerrt somit die Aussagegenauigkeit. Beispiel: Wir haben es hier mit blutigen Anfängern zu tun, die ihre erste Platte gerade aufgenommen haben. Unerfahrene Künstler neigen naturgemäß zu euphorischen Prognosen was ihre Verdienstmöglichkeiten angeht. Wir sehen ganz klar und deutlich, dass unsere Talente unrealistische Vorstellungen von ihrem Vertrag haben.

Eine Umdeutung bezeichnet die Reflexion eines vorgegebenen Sachverhalts, so dass das Gegenüber diesen zwar noch wiedererkennt, jedoch zu einer anderer Sichtweise befähigt wird. Beispiel: Der Verlust Ihres Arbeitsplatzes ist nun wirklich kein Vergnügen. Andererseits, wenn man bedenkt was Freiheit wirklich bedeutet, ist das vielleicht jetzt die Gelegenheit etwas von dem Ballast abzuwerfen, den man sowieso nur braucht wenn man Menschen imponieren will, die man eigentlich nicht mag."

Sie stellt ebenfalls eine Art der Ablenkung dar, jedoch konkludiert sie eine vermeintlich sichere Wiederaufnahme offener Fragen. Diese Argumentation eignet sich besonders zur Reaktion auf Vorwände, hinter denen keine Substanz steht. Beispiel: Diese Frage ist auch wichtig. Lassen Sie uns jedoch zunähst die Grundlagen des Verfahrens klären, damit werden einige Dinge dann von selber klar.

Argumentationsaufbau

thumb|Platon

Klassischer Aufbau

Der klassische Aufbau der Argumentation in Normalform :

Argument, ggf. mit Beispiel(en)
  1. Prämisse(n)
  2. Konklusion (Schlussfolgerung)
weitere Argumente

Die Argumente dienen so dem Beweis der These (Behauptung, Kernaussage) des Redners/Autors.

Der Aufbau der Argumentation kann auch in umgekehrter Reihenfolge erfolgen, d.h. erst wird die These (Behauptung, Kernaussage) vorgestellt, dann werden die Argument(e) dazu erläutert. Dies kann zur Steigerung der Dramatik oder aus taktischen Gründen als nützlich angesehen werden. In der Realität werden im Unterschied zur Normalform auch nicht immer alle Prämissen explizit genannt.

Dialektischer Aufbau

Ursprünglich von Platon und Aristoteles als die Kunst der Gesprächsführung bezeichnet, konkludiert die dialektische Argumentation nicht eine oder mehrere Prämissen in gleicher Richtung, sondern verbindet Rede und Gegenrede, also zwei gegensätzliche Sätze miteinander zu einer Synthese. Die aristotelische Theorie der Argumentation liegt in seiner Schrift Topik vor. Das achte Buch dieser Schrift lässt zudem Einblicke in die dialektischen Argumentationsübungen in der platonischen Akademie zu.
So sollen kontroverse Themen durch den Vortrag derart behandelt werden können, dass der Gegner sehe, man habe ihn recht verstanden, sei bereit ihm zu folgen und böte sogar einen Kompromiss zu der eigenen, weit entgegengesetzten Stellung am Ende der Rede redlich an.

Argumentationsgeschichte

thumb|Aristoteles Die historische Rolle der Argumentation lässt sich in Europa auf Platon zurückführen. Er hat den Begriff der Dialektik geprägt und die Grundlage für eine heute noch gültige Argumentationsform im juristischen Bereich mit der Rede vor Gericht gelegt. Hier hat sich diese Form der Einbeziehung aller Verfahrensbeteiligten durch Einsicht in die Schriftsätze der jeweiligen Gegenseite zur Vorbereitung auf die folgende Argumentation und Beweisführung im Verfahrensrecht mit dem Ziel etabliert, dass Staatsanwalt und Verteidigug in ihren Plädoyers die Argumente der jeweiligen Gegenseite paraphrasieren und selbst ausformuieren, bevor sie ihre eigenen Argumente einbringen.

Die spätere Hochschulausbildung in der Antike sah die Dialektik als Grundvoraussetzung für die Zulassung zum Disput vor. Erst wenn ein Redner vor dem Plenum zunächst die Argumente des Gegners mit eigenen Worten wiedergegeben hatte, bis dieser die Zusammenfassung bejahte (siehe auch Paraphrasierung), war die Gegenrede gestattet. Bei Verstoß gegen diese Regel wurde der Disputant vom Plenum (ähnlich wie in der heutigen Verfahrensordnung vor Gericht) ausgeschlosssen.

Im Rahmen der philosophischen Wahrheitsfindung erlangt die Argumentation eine besondere Rolle. Aristoteles begründete die klassische Logik und stellte einen Katalog gültiger Schlussfolgerungen auf (siehe Syllogismus). Mit Hilfe der Logik ist es möglich, Argumente auf ihre Schlüssigkeit hin zu überprüfen, d.h. festzustellen, ob sich eine Konklusionen aus bestimmten Typen von Prämissen logisch zwingend ergibt. Diese Anwendung der Argumentation findet innerhalb der Wissenschaft bis heute ihre Anwendung.

Im Laufe der Entwicklung rhetorischer Figuren hat sich die Lehre von der Argumentation auf allgemeine Lebensbereiche erweitert. Julius Frauenstedt publizerte 1864 in seinem Nachlassband aus Schopenhauers Notizen die Eristische Dialektik. Die dort beschriebenen 38 Kunstgriffe (vornehmlich induktive Argumentationsbeispiele) sollen den Rhetoriker dazu befähigen selbst dann Recht zu behalten wenn er die Unwahrheit sagt.

Argumentationstheorie

siehe Hauptartikel Argumentationstheorie

Wahrheitstheorien

Bei der Überprüfung einer Argumentation auf Plausibilität wird geklärt, ob die Prämissen wahr oder falsch sind. Eine Wahrheitstheorie legt die Kriterien fest, nach denen eine Aussage als wahr oder falsch oder auch als unentscheidbar zu klassifizieren ist.

Wichtige Wahrheitstheorien sind die

Argument der besten Erklärung

Dieses Ideal hat folgende Form (wobei p und q Sätze sind): :p; die Annahme dass q erklärt am besten, warum p -> q
Ein indirektes Argument (indirekter Beweis) hat folgende Form: :Wenn nicht p, dann q; q ist nachweislich falsch -> p
Eine Bestätigung von p ist das Argument: :Wenn p, dann q; q -> p
Eine Widerlegung von p ist das Argument: :Wenn p, dann q; nicht q -> nicht p

Klassische Sprachphilosophie und Logik

Unter der Voraussetzung, dass die Prämissen wahr sind, kann mit Hilfe der Logik bestimmt werden, ob die Konklusion gültig ist, das heißt ob die Argumentation schlüssig ist. Aus der Verbindung des so genannten Satzes vom Widerspruch mit dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten ergibt sich das Bivalenzprinzip, welches besagt, dass jede Aussage genau einen der beiden Wahrheitswerte “wahr” beziehungsweise “falsch” hat. Ein Argument ist nun gültig genau dann, wenn es unmöglich ist, dass es ein Argument der gleichen logischen Form gibt, bei dem alle Prämissen wahr, die Konklusion aber falsch ist. Daneben gibt es eine Reihe von logisch ungültigen Argumenten in der Rhetorik.

Zitate

Literatur

Weblinks

See also: Argument, 1864, Antithese, Argument (Begriffsklärung), Argumentationstheorie, Argumentum, Argumentum ad hominem, Aristoteles, Arthur Schopenhauer