Aromunische Sprache
Das Aromunische ist die von Aromunen auf dem südlichen Balkan gesprochene romanische Sprache. Sie ist nächst verwandt mit dem Rumänischen. Sie wird je nach Land im lateinischen oder griechischen Alphabet geschrieben, eine standardisierte Rechtschreibung existiert aber nur für das erstere.
Lange Zeit lebten die Aromunen als Halbnomaden. Der Kern des aromunischen Siedlungsgebietes liegt heute im Pindosgebirge in Zentralgriechenland um die Stadt Metsovón.
Um 1900 hatte der rumänische Staat versucht, in verschiedenen Balkanländern ein aromunisches Schulsystem aufzubauen und zu fördern, das jedoch stark rumänisch geprägt war. Zwischenzeitlich existierten 120 solcher Schulen. Das Aromunische enthält viele Elemente des Griechischen, aus der Zeit der rumänisch geförderten Schulen auch viele rumänische Elemente.
In Griechenland gibt es heute noch etwa 100.000 Sprecher. Dort ist die aromunische Sprache nicht als Minderheitensprache anerkannt. Politisches Eintreten für diese Sprache wurde lange Zeit durch gerichtliche Verfahren erschwert. Noch in den 1980er Jahren wurde eine Gruppe deutscher Linguisten, die in Griechenland Aufnahmen für einen aromunischen Sprachatlas machte, von der griechischen Polizei drangsaliert.
1997 hat der Europarat das Aromunische als "schützenswerte Minderheitensprache" anerkannt.
Der ISO-639-2 Kode für Aromunisch ist roa, der SIL-Code ist RUP.
Literatur
Das dreisprachige Wörterverzeichnis von Theodoros Anastasiu Kavalliotis aus Moschopolis, gedruckt 1770 in Venedig, albanisch - deutsch - neugriechisch - aromunisch. Neu bearbeitet, mit dem heutigen Zustande der albanischen Schriftsprache verglichen, sowie mit Einführung u. Register versehen von Armin Hetzer. Hamburg 1981.
