Asad Kaschmir

thumb|200px|Azad Kaschmir
thumb|200px|Karte (2002)

Das teilautonome pakistanische Gebiet Asad Kaschmir (Azad Kashmir = Freies Kaschmir) ist Teil der zwischen der Volksrepublik China, Indien und Pakistan umstrittenen Region Kaschmir.

Politik

Der volle Name lautet offiziell 'Azad Jammu and Kashmir' (Freies Jammu und Kaschmir). Damit wird von pakistanischer Seite der Anspruch Kaschmirs auf seine Selbstbestimmung unterstrichen und das "freie" Jammu und Kaschmir dem "unfreien" Teil auf der indischen Seite gegenüber gestellt.

Demzufolge ist Asad Kaschmir keine Provinz Pakistans, sondern wählt ein eigenes Parlament, einen eigenen Ministerpräsidenten und einen eigenen Präsidenten (sonst: Gouverneur). Andererseits sieht Pakistans Führung die Zukunft Kaschmirs klar als Teil der Islamischen Republik Pakistan und nicht als unabhängiges Land. Parteien, die die Unabhängigkeit Kaschmirs anstreben, werden nicht zu Wahlen zugelassen. Derzeit regiert (seit Juli 2001) die All Jammu and Kashmir Muslim League (JKML) mit dem Ministerpräsidenten Sardar Sikandar Hayat Khan, der bereits von 1985 - 1990 in diesem Amt war (in der Zwischenzeit regierte die PPP der damaligen pakistanischen Ministerpräsidentin Benazir Bhutto). Abgesehen von der formalen Autonomie ist Asad Kaschmir wirtschaftlich und militärisch voll integrierter Bestandteil Pakistans. Nicht Teil Asad Kaschmirs sind die Nordgebiete (englisch: Northern Areas), die bis 1947 vom Maharaja Kaschmirs beansprucht wurden, ein Anspruch der von Pakistan seitdem bestritten wird und der militärisch auch nicht abgesichert war.

Geografie

Asad Kaschmir grenzt an die Provinz Punjab (Süden), die Nordwestprovinz (Westen), die Nordgebiete, sowie an den indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir. Es legt sich als schmaler Streifen von gut 13.300 km² (kleiner als Schleswig-Holstein) westlich um das indische Jammu und Kaschmir, von diesem getrennt durch die seit 1965 gültige Waffenstillstandslinie. Im von den westlichen Ausläufern des Himalaja geprägten nördlichen Teil Asad Kaschmirs (Division Muzaffarabad) dominiert das Tal des Neelum (sprich: Nilam). Unweit der Hauptstadt Muzaffarabad (ca. 300.000 Einwohner) verlässt er Asad Kaschmir Richtung Westen. Der südliche Teil ist weniger hochgebirgig und dichter besiedelt. Wichtigste Flusstäler sind hier Jhelum (sprich: Dschelam) und Poonch (sprich: Puhntsch), die den großen Mangla-Stausee an der Grenze zur Provinz Punjab speisen. Dieser wurde nach fünfjähriger Bauzeit 1967 fertig gestellt und erzeugt heute (nach fünfstufigem Ausbau) in Spitzenlastzeiten bis zu 1150 MW, gut 20 % der pakistanischen Wasserkraft (Stand 2001). Das Wasserkraftwerk ist Asad Kaschmirs mit Abstand bedeutendster Industriepol. Der Rest des Landes ist von Landwirtschaft geprägt und nur unterdurchschnittlich entwickelt. Hauptanbauprodukte sind neben Getreide Baumfrüchte: Äpfel, Aprikosen, Birnen, Pflaumen und Walnüsse. Asad Kaschmir zählt laut Fortschreibung 2002 3,2 Millionen Einwohner, das sind über die Hälfte mehr als noch 1981. Das Bevölkerungswachstum liegt über 2,5 %, jeder Haushalt hat im Schnitt 7 Angehörige. Die Bevölkerung ist laut offiziellen Angaben zu 99 % muslimisch. Bevölkerungsgruppen sind die Hindko, Potwari und die nomadischen Gudschar. Die Sprachen der ersten beiden Volksgruppen sind mit dem Punjabi verwandt.



See also: Asad Kaschmir, Belutschistan (Pakistan), Benazir Bhutto, Bundesstaat, Gouverneur, Indien, Islamabad, Jammu und Kaschmir