Ratko Mladić

Ratko Mladić (* 12. März 1942 in Kalinovik) war im bosnischen Bürgerkrieg von 19921995 der Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Truppen.

Mladić wurde in Bosnien geboren, als dies Teil des von den Nazis protegierten kroatischen Staates war, einem Staat, der nach der Deutsch-Italienischen Invasion und Zerstückelung Jugoslawiens 1941 entstanden war.

Im Juni 1991 erhielt Mladić während der Kämpfe zwischen der Jugoslawischen Volksarmee und den Kroatischen Milizen den Posten des Kommandeurs des 9. Korps der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) im kroatischen Knin. Am 4. Oktober 1991 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 24. April 1992 wurde er in den Rang eines Generalleutnants gehoben und am 9. Mai 1992 erreichte er den Posten des Stabschef-Vizekommandeurs des Zweiten Militärdistrikthauptquartiers der JNA in Sarajewo. Am 10. Mai 1992 übernahm er das Kommando über das Zweite Militärdistrikthauptquartier der JNA.

Am 12. Mai 1992 stimmte die Bosnisch-Serbische Versammlung für die Gründung der Armee der Republika Srpska (VRS). Gleichzeitig wurde Mladić zum Oberkommandierenden der VRS berufen, eine Position, die er bis Dezember 1996 einnahm. (Nach dem Rückzug der JNA-Streitkräfte von Bosnien im Mai 1992 wurde der Zweite Militärdistrikt der JNA Kern des Hauptstabes der VRS). Am 24. Juni 1994 wurde er in den Rang eines Generaloberst befördert.

Am 24. Juli 1995 wurde Mladić vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) als Kriegsverbrecher wegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und zahllose Kriegsverbrechen (einschließlich Verbrechen im Zusammenhang mit der Kampagne der Scharfschützen, die aus dem Hinterhalt auf Zivilisten in Sarajewo schossen) angeklagt. Am 16. November 1995 wurden die Anklagepunkte des Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen auf den Angriff gegen die UN-Schutzzone Srebrenica (Massaker von Srebrenica) im Juli 1995 ausgedehnt. Mladić ist ebenfalls verantwortlich für die Geiselnahme unter den UN-Soldaten (UNPROFOR).

Als Flüchtling vor dem ICTY wird Mladić verdächtigt, sich entweder in Serbien oder in der Republika Srpska zu verstecken. Gemäß einem Bericht wurde Mladić als Zuschauer eines Fußballspiels zwischen der Volksrepublik China und Jugoslawien im März 2000 in Belgrad gesehen. Er betrat das Stadion durch den VIP-Eingang und saß in einer privaten Loge umringt von acht bewaffneten Leibwächtern. Manche Quellen besagen, Mladić halte sich im südserbischen Nis auf und werden von der serbischen Armee gedeckt. Der stellvertretende Regierungschef Miroljub Labus behauptet, er sei in einem Vorort von Moskau gesehen worden und das er sich gewöhnlich in Thessaloniki und Athen aufhalte, verdächtig macht jedoch, daß zahllose falsche Berichte diese Spur zu bestätigen schienen. Für seine Sicherheit ist zweifellos gut gesorgt [1]. Im November 2004 räumten britische Verteidigungsoffizielle ein, daß Militäraktionen nicht sehr wahrscheinlich zur erfolgreichen Ergreifung gegen Mladić und andere Verdächtige führen würden. Politischer Druck auf die Balkanregierungen würde wahrscheinlich mehr Erfolg haben. Washington hat auf seine Ergreifung ein Kopfgeld von 5 Mio. US$ ausgelobt.

Bis Oktober 2004 bezog Mladić noch eine Militärpension von Serbien-Montenegro. Die serbische Bevölkerung feierte ihn teilweise als Held bis zur Veröffentlichung eines Videos im Juni 2005, daß die Erschießung von vier Jugendlichen und zwei Männern aus Srebrenica durch identifizierbare Mitglieder der serbischen Spezialeinheit Scorpion zeigt.

Seine Tochter beging 1994 während ihres Medizinstudiums an der Universität in Belgrad Selbstmord. Es ist möglich, daß die Gründe für diesen Selbstmord in der intensiven Kritik an Mladić in den serbischen Medien zu jener Zeit lagen. Sie ruht in Topčider. Es wird angenommen, daß er regelmäßig ihr Grab besucht.

Weblinks

Siehe auch: Geschichte Bosnien-Herzegowinas, Balkankonflikt, Portal Südosteuropa

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Personendaten
Mladić, Ratko
ehemaliger Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Truppen
12. März 1942

See also: Ratko Mladić, 12. Mai, 12. März, 16. November, 1941, 1942, 1991, 1992, 1994