Atman

Atman (Sanskrit, n., आत्मन्, ātman, Pali: atta, urspr.: Lebenshauch, Atem) ist ein Begriff aus der indischen Philosophie. Er bezeichnet die individuelle Seele, die unzerstörbare Substanz des menschlichen Geistes; im Gegensatz zur Weltenseele, Brahman. Die Einzelseele ist das wahre Selbst des Menschen, das bei allen Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen unveränderlich bleibt.

Dieses verborgene Selbst stirbt nie, es ist niemals erschöpft, es ist ohne Grenzen in Bewusstsein und Glückseligkeit. Dieses ewige Atman wird normalerweise versteckt unter Zerstreutheit, falschen Ideen, Illusionen. Das Atman ist "kleiner als ein Senfkorn" und "ein Diamant im Schlamm". Die Oberflächlichkeit des Lebens bewirkt, daß Atman verschüttet ist.

Im Zeitalter der Upanishaden (750-500 v.Chr.) werden die Weltseele Brahman und die Einzelseele Atman als Wesenseinheit begriffen, die das wahre Wesen der Welt repräsentiert. Dieses Eine wird im Weltall als Brahman, im Einzelnen als Atman erkennbar.
Das Ziel des Lebens ist, die Einheit von Atman und Brahman zu erkennen und die Reinigung des "Diamantkerns" vom Schlamm. Jedoch ist der Diamantkern ständig existent und nie von der kosmischen Kraft (brahman) getrennt. Atman verändert sich nicht.

Der Buddhismus lehnt diese (essentialistische) Vorstellung von der menschlichen Seele ab. Dabei handelt es sich um einen der wesentlichen Unterschiede zwischen Buddhismus und Hinduismus.

vgl. auch Mahatma Gandhi (Ehrenname "Große Seele"). Die indogermanische Sprachwurzel ist über Atem und Amen wiedererkennbar.

Siehe auch:
Upanishaden
Brahman (Philosophie)


See also: Atman, Brahman (Philosophie), Buddhismus, Hinduismus, Indische Philosophie, Mahatma Gandhi, Pali, Sanskrit, Seele, Upanishaden