Atmende Wand

Der Begriff atmende Wand ist eine als falsch bewiesene Annahme und geht ursprünglich auf Max von Pettenkofer zurück..

Inhaltsverzeichnis

Ursprüngliche Annahme

Pettenkofer nahm an, daß durch Wände sowohl Luftwechsel stattfindet, als auch Feuchtigkeit die Räume verläßt.
Der Versuch Pettenkofers zum Luftaustausch erfolgte mit einem unverputzten Ziegelstein und sehr hohem Luftdruck, diese Versuchsanordnung ist als unrealistisch anzusehen.

Widerlegung

Der Bedarf an Luftaustausch und die Menge die durch eine Wand ausgetauscht werden kann steht in einem sehr schlechten Verhältnis. Der Luftaustausch und die Feuchteabfuhr ist nicht mit einer atmenden Wand zu realisieren, sondern erfordert eine Lüftung von Räumen.

Feuchtigkeit

Wenn der Begriff heute überhaupt noch verwendet wird, dann höchstens noch in dem Sinn des Feuchtedurchgangs.
Der Luftaustausch durch die Wände kann also vollständig außer Betracht bleiben, die Feuchteabfuhr nicht ganz. In einem normalen Haushalt werden durch Atmen, Gießen der Blumen, Kochen usw. ca. 10 l Wasser je Tag als Wasserdampf frei. Aber nur 1 % bis 3 % davon verlassen die Räume durch die Außenwand, der Rest muß weggelüftet werden. Trotzdem muß dieser Anteil beachtet werden, denn bei falscher Wandkonstruktion kann die Wand geschädigt werden und bei falscher Konstruktion und/oder falschen Nutzerverhalten kommt es zu Schimmel in Wohnungen.

Das Material der Wände dient allerdings zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit, indem es als Puffer wirkt. Bei hoher Luftfeuchtigkeit nimmt der Baustoff der Wände Wasser auf und gibt es bei sinkender Luftfeuchtigkeit wieder an die Raumluft ab.

Literatur

See also: Atmende Wand, Backstein, Feuchtigkeit, Hypothese, Luftdruck, Luftwechsel, Lüftung, Max von Pettenkofer, Puffer, Putz (Werkstoff)