Aufbau Ost

Der Aufbau Ost ist ein kurz nach der Wiedervereinigung wieder geprägtes Schlagwort, das den wirtschaftlichen Aufholprozess der am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik Deutschland beigetretenen fünf neuen Bundesländer und Ost-Berlin bezeichnet.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die deutschen Pläne zur "Neuordnung" Osteuropas, u.a. auch mittels groß angelegter Deportationen und Massenmord sowie durch technischen Hunger, unter dem euphemistischen Begriff vom Aufbau Ost subsumiert (u.a. der Generalplan Ost).

Ziel des Aufbaus Ost heute ist es, im Osten Deutschlands ähnliche wirtschaftliche, soziale und infrastrukturelle Verhältnisse wie in den alten Bundesländern zu erreichen. Positive Beispiele sind das hochmoderne Glasfaser-basierte Telefonnetz, die Aufwertung der Innenstädte, der Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur (Straßen, Bahn) und die Umweltsanierung (welche allerdings auch maßgeblich auf das generelle Industriesterben nach der Wende zurückgeht). Aufgrund der tatsächlichen Schwierigkeiten bei der Angleichung - die ca. 1997 zum Stillstand kam und heute (2004) nach Ansicht einiger Wirtschaftsexperten sogar rückläufig ist - ist der Begriff ähnlich wie die blühenden Landschaften teilweise in Misskredit gekommen.

Mit der Zeit stellte sich heraus, dass das Gießkannenprinzip zu einer Versickerung von Steuergeldern führte. Nach Berechnungen des SPIEGEL flossen seit der Wiedervereinigung ca. 1250 Milliarden Euro an Fördermitteln nach Ostdeutschland (Stand Sommer 2004). Mittlerweile ist man dazu übergegangen, einzelne Regionen zu fördern und so zum Motor ganzer Regionen zu machen, statt Fördergelder großflächig auszuschütten. In diesem Zusammenhang wird auch der Begriff Leuchttürme gebraucht. Beispiele für solche, sich positiv entwickelnde Regionen sind die Regionen Chemnitz und Zwickau mit Automobilbau, Leipzig mit Automobilbau und Messe, Dresden mit Halbleiterindustrie, Jena (Technologieunternehmen) und die touristisch geprägte Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. Andererseits müssen sich Teile Ostdeutschlands den Herausforderungen einer völligen Deindustrialisierung stellen.

Immer wieder gab es auch Diskussionen über die Möglichkeit einer Sonderwirtschaftszone für den Nordosten Deutschlands.

Literatur

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