Aufwind

Ein Aufwind ist eine vertikale Luftbewegung, die meist örtlich begrenzt ist. Bei großräumigen Effekten, etwa an einer Wetterfront, sagt man "Aufgleiten".

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Thermische Aufwinde (Thermik)

Thermische Aufwinde entstehen durch unterschiedliche Erwärmung der Erdoberfläche, die wiederum die aufliegende Luft erwärmt. Dies spürt man als Bergsteiger beim nachmittäglichen Abstieg oft als warmen Gegenwind aus dem Tal. Sonnenbeschienene Felsen und Hänge oder ein reifes Weizenfeld erwärmen sich schneller als eine Wiese, diese wiederum besser als Wald. Die erwärmten "Luftpakete" steigen dann wie große Seifenblasen auf, während die weniger warmen ringsum absinken.

Aufwinde sind meist auf einige 10 bis einige 100 Meter beschränkt. Enge Aufwinde nennt man im Segelflug Thermikschlauch oder einfach Bart.

Großflächige Aufwinde treten meist unter Wolken auf, besonders unter Cumuluswolken, der üblichen Schönwetter- oder "Schäfchenwolke". Wolken entstehen ja gerade durch starkes Aufsteigen von Luftpaketen, sobald das Kondensationsniveau erreicht ist. Zwischen den Wolken sorgen Abwinde für einen Luftausgleich.

Siehe auch: Thermik

Hang-Aufwinde

Hang-Aufwinde entstehen demgegenüber durch erzwungenes Steigen der Luft, wenn der Wind über ein Tal streicht und hangaufwärts weht (Luvseite). Auf den Leeseiten der Täler herrschen dann Abwinde. In bestimmten Konstellationen können auch im Lee Aufwinde, sogenannte Leewellen, entstehen, die bis in sehr große Flughöhen nutzbar sind.

Hangwinde sind großräumiger und daher stabiler als die Thermik und erlauben Segelfliegern und Gleitschirmfliegern bei stabilen Wetterlagen und geeignetem Terrain (z.B. an einer Steilküstenkante) oft stundenlanges und kilometerweites Soaren.

Leewellen-Aufwinde

Leewellen sind eine durch Wind hervorgerufene Wettererscheinung, die auf der dem Wind abgewandten Seite (Lee) von Bergen entstehen kann. Bei ihrer Entstehung kann es auch horizontale Luftwirbel, Rotoren geben.

Die Welle besteht aus einem aufstrebenden Teil (Aufwind) und einem Abwind.

Die Aufwinde sind eine Möglichkeit für Segelflugzeuge an Höhe zu gewinnen. Für andere Luftfahrzeuge bedeutet die Leewelle durch die Turbulenzen eher eine Gefahr.

Siehe auch Leewellen

Nutzung

Aufwinde im Segelflug

Ein Segelflugzeug legt bei mittlerer Fluggeschwindigkeit von 120 km/h etwa 33 m/s zurück. Mit Gleitverhältnis 1:40 bedeutet das ein Sinken von 0,82 m/s. Daher wird es bei einem Aufwind von 1 m/s bereits geringfügig steigen. Das Kreisen in engen Aufwinden verursacht allerdings durch die Schräglage (siehe Aerodynamik) zusätzlichen Höhenverlust. Das "beste Sinken" wird bei niedrigerer Geschwindigkeit als das "beste Gleiten" erreicht. Man nützt es vor allem beim Kreisen in der Thermik, wo es nicht auf Zurücklegen von Strecke, sondern auf die bestmögliche Ausnutzung des Aufwinds ankommt.

Für Segelflugrekorde im Langstreckenflug oder Dreiecksflug sind stabile Hangwinde günstiger als Thermik, weil oft längere Strecken ganz ohne Kreisen im Aufwind geflogen werden können. Die Rekordweiten liegen bereits weit über 2000 km, am 21. Januar 2003 flog der Pilot Klaus Ohlmann mit seinem Co-Piloten in Argentinien eine Strecke von 3.009 km.

Aufwinde bei Gleitschirmen und Hängegleitern

Für Gleitschirme liegt das Gleitverhältnis bei ca. 1:9, bei Hängegleitern bei ca. 1:20. Somit können mit diesen Fluggeräten nicht derart weite Strecken zurückgelegt werden wie mit Segelflugzeugen. Diese können aber wegen ihrer geringeren Geschwindigkeit engere Kreisbahnen fliegen und das Steigen in Thermikbärten besser ausnutzen. Dynamische Aufwinde sind wegen der eingeschränkten Maximalgeschwindigkeit dieser Fluggeräte nur bedingt nutzbar.

Trotzdem liegt der Streckenweltrekord für Gleitschirme bei über 400 km.


Siehe auch: Winde und Windsysteme, Segelflugzeug, Gleitschirm, Hängegleiter, Aufwindkraftwerk, Fallwind


Kategorie:Segelflug Kategorie:Luftsport Kategorie:Freies_Fliegen Kategorie:Wind Kategorie:Meteorologie

See also: Aufwind, Abwind, Aerodynamik, Argentinien, Aufwindkraftwerk, Bart, Bergsteiger, Cumulus, Erdoberfläche, Fallwind