Auskunftei
Auskunfteien sammeln Informationen über die wirtschaftliche Betätigung, Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit von Unternehmen und Privatpersonen. Sie erhalten diese Daten, im Gegensatz zur SCHUFA, nicht von ihren Kunden, sondern ermitteln (insbesondere Namen, Anschrift, Geburtsdatum, berufliche Tätigkeit, Arbeitgeber, Verdienst, Umsatz, Grundbesitz, Bankverbindung, Zahlungsweise, Schulden) diese selbst. Dazu werden allgemein zugängliche Quellen wie Telefon- und Adressbücher, Veröffentlichungen im Bundesanzeiger und andere Publikationen über Konkurse, Vergleiche, Betriebsgründungen sowie öffentliche Register wie Handels- oder Vereinsregister genutzt. Zusätzlich erfolgt mitunter eine Befragung von Betroffenen, Geschäftspartnern und Nachbarn.
Die gewonnen Daten werden gegen Entgelt an Firmen weitergegeben, die sich zur Prüfung wirtschaftlicher Risiken über andere Firmen informieren. Weitere Abnehmer dieser Daten sind der Versandhandel, Versicherungen, Hypothekenbanken, Autovermieter und Kaufhäuser. Zu den größten Auskunfteien in Deutschland zählen die Vereinte Creditreform, die Vereinigten Auskunfteien Bürgel und der Kreditschutzverein für Industrie, Handel und Dienstleistungen (IKD).
Illegal operierende Auskunfteien nutzen zur Datengewinnung auch illegale Quellen z. B. im Internet durch Phishing und Pharming . Ihren Auftraggebern spielen sie vertrauliche Daten der jeweiligen Zielpersonen zu. (Freizeitverhalten, Vorlieben, gesundheitsrelevante Daten u. a.)
Siehe auch: Datenschutz
