Auswertung (Informatik)

Auswertung (engl. evaluation) bezeichnet in der Informatik den Vorgang, der einem Ausdruck (evt. in einem gegebenen Kontext von Variablenbindungen) einen Wert zuordnet.

Man kann Programmiersprachen nach ihrer Auswertungsstrategie unterscheiden:

Manche Berechnungen lassen sich mit strenger Auswertung, andere mit Bedarfsauswertung effizienter ausführen.

Bei der Auswertung von Funktionen mit mehreren Argumenten, besteht ein weiterer Freiheitsgrad darin, in welcher Reihenfolge die Argumente ausgewertet werden. In der Theoretischen Informatik (Lambda-Kalkül) wird formal gezeigt, dass die Reihenfolge der Auswertung keine Rolle spielt, was den berechneten Wert eines Ausdrucks angeht, so er denn ausgewertet werden kann. (Siehe auch Currying bzw. Schönfinkeln)

Die Anwendung der Funktion (bzw. Funktionsdefinition) auf ihre Argumente bezeichnet man auch als Applikation.

Eng verwandt mit dem Begriff der Auswertung ist der Begriff der Semantik, das ist eine Abbildung, die einem Programm (meist ein Programmtext bzw. Quellcode) seine berechenbare Funktion zuordnet (dies stimmt mit der umgangssprachlichen Deutung des Begriffs Semantik als Bedeutungszuordnung gut überein).


See also: Auswertung (Informatik), Ausdruck (Programmierung), Berechenbarkeit, Currying, Datenstrom, Datenstruktur, Freiheitsgrad, Kontext, Lambda-Kalkül, Programmiersprache