Autorenfilm

Als Autorenfilm werden in vielerlei Hinsicht nur Filme bezeichnet, in denen Autor (Drehbuchautor) und Regisseur identisch sind und das Drehbuch möglichst keine Adaption, sondern die originale Schöpfung des Autors darstellt. Letzteres ist allerdings unter Filmforschern strittig. Viele sehen als das wichtigste Element eher die persönliche Handschrift eines Filmemachers, die vor allem durch eine ähnliche Grundtendenz ("Werkzusammenhang") mehrerer Filme dieses Regisseurs erkannt werden kann (Personalstil). Vor allem sind Autorenfilme selten Auftragsprojekte von großen Filmstudios. Und wenn, dann lässt das Studio dem Beauftragten weitestgehend freie Hand. Viele moderne Filmemacher des Autorenkinos sehen in ihren Filmen Kunstwerke mit literarischem Ausdruck. Ein solcher Autorenfilmer wird auch oft mit dem französischen Wort auteur bezeichnet, das sich mit der französischen Auteur-Theorie und der Nouvelle Vague durchgesetzt hat. Vorbild für die auteur-Bewegung war und ist der britische Star-Regisseur Alfred Hitchcock.

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Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Anfänge

Die ersten Filme die je gedreht wurden, waren streng genommen schon Autorenfilme. Die Brüder Skladanowsky drehten - zwar ohne erkennbare Dramaturgie eines Drehbuchs - kleine Szenen von turnenden Menschen, die sie am 1. November 1895 im Berliner Varieté "Wintergarten" vor 1500 Zuschauern vorführten.

Fast zwei Monate später, am 28. Dezember 1895, führten die Gebrüder Lumière ihren ersten Film im Pariser Grand Café auf, der beim anwesenden Publikum einen Schock auslöste, weil auf der Leinwand ein ankommender Zug zu sehen war, der scheinbar in das Publikum hineinfuhr.

In dieser Pionierzeit des Kinos ging es den Filmemachern vordergründig um den kuriosen Schaueffekt der bewegten Bilder. In der Folgezeit entstanden viele kleine Einakter, die alltägliche Szenen und kleine humoristische Farcen zum Inhalt hatten.

Als einen der ersten Regisseure mit Tendenz zum Autorenfilmer kann man Georges Méliès - den Urvater des fantastischen Films - ansehen. Er betrieb in Paris ein Zaubertheater, besuchte die erste Kinovorführung der Gebrüder Lumière im Pariser Grand Café und erkannte die Möglichkeiten des neuen Mediums (s. Publikationsform). Sogleich begann er, neben seiner Bühnenarbeit mit trickreichen Filmen zu experimentieren, die sich schon bald regen Publikumsinteresses erfreuten. Diese ersten fantastischen Filme von Méliès waren kurze, karikaturistisch übersteigerte Farcen, die sich selbst nie ernst nahmen, aber doch die Faszination und Begeisterung für zukünftige Technologien zeigten. In seinem "Les Rayons Roentgen" (Die Röntgenstrahlen, Frankreich 1897, 1 min) wird ein Patient vom Arzt geröntgt, worauf sein Skelett sich vom Körper löst und zu Boden fällt. Der erboste Patient beginnt mit dem Arzt zu streiten, bis der schließlich explodiert.

Solche Schaueffekte haben zwar mit den heute gängigen Definitionen des Begriffs "Autorenfilms" wenig gemein. Dennoch sind sie in erster Linie von der Intention der Einzelpersonen geleitet. Dies liegt hier jedoch in der Natur der Sache: Eine produktionsteilige Arbeitsweise existierte damals noch nicht. Allzu aufwändige persönliche Botschaften einer später als "auteur" agierenden Person waren kaum zu finden.

Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg

In den umfangreichen filmtheoretischen Debatten in Deutschland vor 1914 wurde der Begriff in einem anderen als dem heutigen Sinne gebraucht: Autorenfilme nannte man jene Filme, die einen Bezug zu einem möglichst renommierten literarischen Autor hatten - entweder als Originaldrehbuch eines Schriftstellers (z.B. "Der Student von Prag" von Hanns Heinz Ewers) oder als Adaption eines literarischen bzw. dramatischen Werkes (z.B. "Atlantis" nach Gerhard Hauptmann).

Die Filmindustrie

thumb|left|Filmprojektor Ernemann 35 mm (Typ: Zeiss Ikon IX) mit geöffnetem Gehäuse Im Zuge der Verbesserungen der Filmtechnik (Edison) und des Aufkommens einer regelrechten Filmindustrie (Nickelodeons, Filmpaläste, Ateliers), waren sehr bald lange Spielfilme möglich (60 bis 90 min), die nun nicht mehr von Einzelpersonen bestritten werden konnten. Auch wurden Filme zunehmend als Politikum eingesetzt, beispielsweise in der Sowjetunion als Agitationspropaganda (Panzerkreuzer Potemkin, UDSSR 1925, von Sergej Eisenstein), oder als Kriegspropaganda. Die letzten bedeutenden Stummfilme mit Autorencharakter waren Fritz Langs Metropolis (1926) und Friedrich Wilhelm Murnaus Nosferatu (1922), ebenso die Filme Charlie Chaplins und Buster Keatons.

Während der kurzen Zeit des "New Deal" (1929-1941) - der amerikanischen Wirtschaftsdepression, entstand in den USA ein neues Kino, dass sich sozialkritischen und gesellschaftlichen Themen widmete, und sehr stark vom französischen kritischen Realismus beeinflusst war (Carné, Renoir, Duvivier); zum Beispiel John Fords Früchte des Zorns (The Grapes of Wrath) (1940), nach einem Roman von John Steinbeck.

Nach zwei Weltkriegen versank die europäische Filmindustrie in die Bedeutungslosigkeit, während in den USA sehr produktive und auch aggressive Oligopole (Trusts) entstanden, die mittels Studio-, Starsystem, Verleihmonopolen und Lizenzen einen Weltmarkt eroberten. Die neuen Produktionsweisen machten den Autorenfilm so gut wie unmöglich, und erst Einflüsse aus dem wiedererstarkten Europa - vor allem den französischen Film (Film Noir) und italienischen Film (Neorealismus) betreffend - führten in den USA kurzfristig zu einem kleinen Boom des Autorenkinos, an dem in erster Linie immigrierte Filmemacher beteiligt waren (Ernst Lubitsch, Billy Wilder, Otto Preminger) und der frühe Alfred Hitchcock.

Die Übermacht der US-amerikanischen Filmindustrie (Hollywood) mit ihren Majors und dem eingeführten Prinzip des Casting-Systems, führte zur Entwicklung einer stereotypen Filmsprache, in der sich der Filmautor nicht mehr als primär unabhängiger Künstler sah. Er war nurmehr zum Drehbuchlieferanten eines Filmprojektes abgesunken, und musste den Erfordernissen und Gesetzmäßigkeiten einer filmindustriellen Produktion nachkommen.

Nouvelle Vague

thumb|right|Alfred Hitchcock in Wachs bei Madame Tussaud's Erst in der nächsten großen Epoche des Autorenfilms, der Nouvelle Vague ("Neue Welle") aus Frankreich, die wiederum sehr stark von den Filmen Alfred Hitchcocks beeinflusst war, gewann der Autorenfilmer seinen künstlerischen Stellenwert wieder zurück. Alfred Hitchcock wurde hier vor allem von François Truffaut als Vorbild betrachtet, obwohl seine Drehbücher alle Adaptionen von literarischen Vorlagen waren. Doch er entwickelte eine eigene Filmsprache über die er persönliche Anliegen formulierte und trat als Starregisseur in den Vordergrund. Truffaut tat in der Folge viel für die Anerkennung des "auteurs" als Künstler, der seine persönliche Intention in die Filme einschreibt (Siehe: "Die Auteur-Theorie"). Ebenso dürfte auch in der frühen Phase des amerikanischen Kinos der Autorenfilmer Orson Welles als singuläre Erscheinung gesehen werden. Zum ersten Mal wurden beim Film Citizen Kane (1941) alle wesentlichen Produktionsschritte dem Autor überlassen: Drehbuch, Regie, Kamera, Schnitt (Final Cut) und sogar die Hauptrolle. Auch der Einfluss des japanischen Autorenfilmers Akira Kurosawa, mit seinen zwei Filmen Die sieben Samurai (1954) und Rashomon (1952) auf das amerikanische Hauptgenre Western soll hier nicht unerwähnt bleiben. Die Nouvelle Vague des französischen Films der 50 und 60er Jahre glänzte mit bedeutenden Filmemachern wie eben François Truffaut, Jean-Luc Godard, Louis Malle, Jacques Rivette, dem Spanier Luis Buñuel, und Eric Rohmer.

New Hollywood

Der Vietnamkrieg und dessen verheerende Auswirkung auf die amerikanische Gesellschaft, vor allem aufgrund der großen ersten Medienpräsenz eines Krieges, führte zur Entstehung eines "unabhängigen Kinos" (New Hollywood, die wilden 70er), welches gegen den Kitsch rebellierte und einen neuen Realismus einforderte. Autorenfilmer wie Francis Ford Coppola, Martin Scorsese, Dennis Hopper, Peter Bogdanovich, Robert Altman und John Cassavetes können als Exponenten diese Zeit gelten. Als Einzelphänomen ist der seit langen Jahren auch kommerziell erfolgreiche Autorenfilmer Woody Allen zu sehen. Schon früh von der Nouvelle Vague beeinflusst, und begeistert von Ingmar Bergmans Filmen, hat er mit seinen geistreichen und scharfsinnigen Komödien einen eigenen, unnachahmlichen Stil entwickelt.

Wie Alfred Hitchcock nutzte auch der amerikanische Filmemacher Stanley Kubrick adaptierte Drehbücher, die teilweise gemeinsam mit den Originalautoren erarbeitet wurden; beispielsweise mit Arthur C. Clarke bei 2001: Odyssee im Weltraum (1965), oder mit Vladimir Nabokov in Lolita (1961). Dennoch hat er mit neuer Bild-, Filmsprache und neuen Techniken das Kino revolutioniert. 2001 gilt nach wie vor als Meilenstein des Science-Fiction-Films.

Europa

Als weitere bedeutende Gegenbewegungen zum Mainstream des Kinos können noch "New British Cinema" (mit den wichtigsten Vertretern Peter Greenaway) und Ken Loach, "British Cinema of the Sixties", und der "Neue deutsche Film" genannt werden, durch den vor allem der Filmemacher und Autor Alexander Kluge bekannt wurde. Als Gegenentwurf zum gefälligen deutschen Kino der Wirtschaftswunderjahre, fanden sich 26 Filmautoren, die das so genannte "Oberhausener Manifest" formulierten, und damit eine fruchtbare Zeit für den deutschen Autorenfilm einleiteten. Bedeutende Vertreter sind Volker Schlöndorff, Alexander Kluge, Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog und Hark Bohm.

Selten in Betracht gezogen, und von der Filmliteratur sträflich vernachlässigt, sind die hervorragenden Autorenfilme der ehemaligen DDR. Trotz des Diktats der Agitationspropaganda und anderen politischen Zwängen und Einschränkungen, entstanden einzigartige Autorenfilme (Die Legende von Paul und Paula (1973) von Heiner Carow/Ulrich Plenzdorf; Spur der Steine (1966) von Frank Beyer), die nicht nur junge Filmemacher aus der BRD beeinflussten (Rainer Werner Fassbinder), sondern auch den russischen Film, dessen unangefochtene Ikone des Autorenfilms der "Filmphilosoph" Andrei Tarkowski war.

Der Autorenfilm heute

Rege Aktivitäten des Autorenkinos können derzeit in aufstrebenden europäischen Ländern beobachtet werden: In Spanien mit seinem Starfilmemacher Pedro Almodóvar, in Belgien mit Benoît Poelvoorde, in Dänemark mit der programmatischen Gruppe Dogma 95 sowie hierzulande mit dem Regisseur von Lola rennt, Tom Tykwer. Auch in den USA sind seit den 1990ern einige unabhängige Filmemacher zu beobachten zum Beispiel Quentin Tarantino, Jim Jarmusch, Darren Aronofsky, Paul Thomas Anderson, der Franzose Luc Besson und die Coen-Brüder Ethan und Joel. Ein Phänomen, das in den letzten Jahren zunahm, ist die amerikanische Wertschätzung für europäische Autorenfilme. Nicht selten wurden Autorenfilme adaptiert und neu verfilmt:

Die Auteur-Theorie

Die Auteur-Theorie ist die theoretische Grundlage für den Autorenfilm - insbesondere den französischen - in den 1950er-Jahren in Abgrenzung zum Produzenten-Kino. Auch heute noch wird die Definition des auteur-Begriffs ständig weiterentwickelt.

Geschichte der Auteur-Theorie

Ende der 1940er-Jahre wurde eine erste Auteur-Theorie von dem französischen Filmkritiker Alexandre Astruc formuliert, indem er die Frage nach dem geistigen Besitz eines Films aufwarf. Im traditionellen Schaffensprozess lassen sich die Anteile von Drehbuchautor, Kameramann und Regisseur am Gesamtwerk nur schwer zuordnen. Durch die Zuteilung der Teilaufgaben als Honorartätigkeit durch die Filmgesellschaften leide die Kreativität, so die These. Im Umkehrschluss fordert diese Theorie die Zusammenführung der Tätigkeiten zu einer kreativen Einheit.

Doch durchgesetzt haben sich solche und ähnliche Ideen der Auteur-Theorie erst in den 1950er Jahren Deren gängiger Begriff als Wegbereiter für die heutige Auteur-Theorie lautete zunächst politique des auteurs (Autoren-Politik), was erst im Laufe der Zeit zur Theorie umgeformt wurde. Das Wort politique bzw. Politik stand hier also eher für Parteilichkeit, welche für filmwissenschftliche Diskussionen eher hinderlich ist (siehe unten).

Die politique des auteurs wurde zu dieser Zeit von einer Gruppe von jungen Filmkritikern um André Bazin entwickelt, die für die Filmzeitschrift Cahiers du cinéma schrieben. Eine wesentliche Rolle spielte dabei François Truffaut: Im Januar 1954 veröffentlichte er seinen Aufsehen erregenden Aufsatz „Une certaine tendance du cinéma français“ („Eine gewisse Tendenz im französischen Film“), in dem er sich mit scharfer Polemik gegen den etablierten französischen „Qualitätsfilm“ wandte. Bei diesem trat der Regisseur gegenüber dem Drehbuchautor und dem Autor der literarischen Vorlage oft in den Hintergrund. Truffaut plädierte dagegen für einen Film, bei dem Form und Inhalt vollständig vom Regisseur selbst als dem eigentlichen „auteur“ des Films bestimmt werden, und er fand das eher bei in Hollywood arbeitenden Regisseuren (Alfred Hitchcock, Howard Hawks, Fritz Lang), aber auch bei europäischen (Luis Buñuel, Roberto Rossellini).

Das Konzept des Regisseurs als auteur seiner Filme wurde nicht nur für die Filmkritik der Cahiers du cinéma bestimmend, sondern auch für die Regisseure der Nouvelle Vague, die daraus hervorgingen, neben Truffaut etwa Jean-Luc Godard, Jacques Rivette oder Claude Chabrol – Filmemacher, die sich einer jeweils ganz eigenen filmischen Form bedienten zur Umsetzung ihrer künstlerischen Ziele.

Während bis in die 1970er die auteur-Theorie prägend für den europäischen Film war, setzte sich danach wieder eine Abkehr von der "verhängnisvollen Macht der Regisseure" (Günter Rohrbach) durch. Wirtschaftlicher Druck und der technische Fortschritt, der mit der Computeranimation auch in kreative Bereiche eingreift, zwang zur Rückkehr zu einer arbeitsteiligen Produktionsweise, wie sie für den Produzenten-Film charakteristisch ist. Damit einher ging notwendigerweise auch wieder die Einigung aller Beteiligten auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner und somit auch häufig eine gewisse Banalisierung der Filminhalte, die um so stärker zu Tage tritt, je weniger der Produzent als Projektverantwortlicher in den eigentlichen schöpferischen Prozess eingebunden ist.

Kritik und Diskussion

Die von François Truffaut und Jean-Luc Godard proklamierte "politique des auteurs" (Autorenpolitik) der fünfziger Jahre war ursprünglich ein Versuch, bestimmte Regisseure wie Alfred Hitchcock als Künstler anzuerkennen, die ihre völlig eigene Bildsprache entwickelten, oder, wie Truffaut selber, sämtliche Aspekte ihrer Filme selbst bestimmten. Ein Autorenfilmer ist demnach ein Regisseur, der einen Film - möglichst ohne Kompromisse - so gestaltet, wie er ihn selbst haben möchte.

Diese "politique des auteurs" geriet schnell in die Kritik. Kritiker wie Andrew Sarris und Peter Wollen wiesen auf ein empirisches Problem hin: Niemand kann beweisen, wieviel Einfluss der Regisseur wirklich auf seine Filme hatte bzw. welchen Einfluss Form und Inhalt wirklich auf das haben, was wir als Autorenschaft wahrnehmen. Als Beispiel gilt der Vorspann von Vertigo, den Hitchcock nicht selbst angefertigt hat, oder die Tatsache, dass viele seiner Filme eine Buchvorlage von fremden Buchautoren haben und selbst die Drehbücher selten von ihm selbst stammten. Gerade Hitchcock aber ist eine zentrale Figur in der "politique des auteurs". Nun lautete der Begriff "Auteur Theory", was die Bewegung schon abschwächte. Sie stellte die Frage: Wo ist die Grenze? Was nehmen wir als Autor wahr?

In den siebziger Jahren folgte dann die stärkste Kritik an der "politique des auteurs". Roland Barthes proklamierte den "Tod des Autors". Der Autor wird aufgrund des empirischen Dilemmas der Beweisbarkeit von Autorenschaften als Image-Figur erkannt, die sich aus ihrer Umwelt formt und in die Werke einschreibt.

In den neunziger Jahren schließlich ging die Tendenz zu der Annahme, dass Autorenschaften zum Großteil (z. T. kommerziell) konstruiert sind. Timothy Corrigan nennt dies den "Commercial auteur". Es wird damit gerechnet, dass das Publikum den Film eines als Autor bekannten Regisseurs als z.B. "Der neue Woody Allen!" wahrnimmt, ohne wirklich zu wissen, wieviel Einfluss Woody Allen tatsächlich auf den Film hatte. Dana Polan verfolgte einen weiteren interessanten Ansatz: Sie sieht den "auteurist" als Hauptverantwortlichen für konstruierte Autorenbilder. Das sind Kritiker, die den Autor als höchste Instanz suchen und damit - wie François Truffaut - auf einen Filmemacher als Künstler hinweisen wollen und nebenbei ihre eigene Erkenntniskraft zelebrieren. Der Begriff dafür lautet "Auteur Desire".

Eine neuere Tendenz ist die kontextorientierte Werkanalyse von Jan Distelmeyer. Als Grundlage dienen Publikums- und Kritikerrezeption auf der einen Seite, als auch die Konstruktion des Autors aus Biografie, Filmindustrie und kulturellem Umfeld auf der anderen Seite. Diese zweiseitige Annäherung erkennt das empirische Dilemma der Definition von "auteur" an und maßt sich auch keine Bestimmung dessen an, was jetzt eigentlich das Werk von Autor XYZ ist. Doch auch diese sehr freie Handhabung kann das Problem nicht vollständig lösen, da die wichtigsten Elemente variabel sind und sich so einer eindeutigen Aussage verschließen.

Der Schwerpunkt kritischer Tendenzen liegt also zum Großteil in der Empirie. Einen Filmemacher als "auteur" anzuerkennen fordert uneingeschränktes Vertrauen in seine Aussagen, wieviel Einfluss er auf seine eigenen Filme hatte. Da dies in Zeiten einer sehr starken Vermarktung aller möglicher mehr oder weniger (un)abhängiger Regisseure seitens von Filmindustrie und Verleih ein fast unmögliches Unterfangen ist, ist ein Restzweifel und das stete Hinterfragen der "auteur"-Definition angebracht. (Alle Quellenangaben zu diesem Abschnitt Kritik und Diskussion im Literaturverzeichnis)

Wichtige Auteur-Theoretiker

Bedeutende Filmautoren

Und eine Auswahl ihrer wichtigsten Filme (auch Adaptionen berücksichtigt)

USA

[[Bild:Oliver_Stone.jpg|thumb|right|Oliver Stone bei der Premiere von Alexander in ]]

Frankreich

Italien

Deutschland

Großbritannien

Andere Länder

Literatur

Zu "Geschichte"

Zu "Die Auteur-Theorie - Kritik und Diskussion"

Allgemeine Literatur

Weblinks

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