Bad Ems

Wappen Karte
140px|Stadtwappen Bad Ems 140px|Deutschlandkarte, Position von Bad Ems hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Fläche: 15,36 km²
Einwohner: 9.598 (31. Dezember 2002)
Bevölkerungsdichte: 625 Einwohner je km²
Höhe: 100 m ü. NN
Postleitzahl: 56130
Vorwahl: 02603
Geografische Lage: 50° 20' n. Br.
07° 43' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: EMS
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 006
Adresse der Verwaltung
der Verbandsgemeinde:
Bleichstraße 1
56130 Bad Ems
Offizielle Website: www.bad-ems.de
E-Mail-Adresse: info@bad-ems.de
Politik
Verbandsgemeinde-
bürgermeister
:
Josef Oster (CDU)
Stadtbürgermeister: Ottmar Canz(CDU)

Bad Ems ist die Kreisstadt des Rhein-Lahn-Kreises und ein bekannter Badeort an der unteren Lahn.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stadt liegt auf beiden Seiten der Lahn, der natürlichen Grenze zwischen Taunus und Westerwald, Teilen des Rheinischen Schiefergebirges. Stadt und Gemarkung liegen außerdem im Naturpark Nassau.

Geschichte

880 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt Ems im Jahre 1324 Stadtrechte und galt im 17./18. Jahrhundert als einer der berühmtesten Badeorte Deutschlands. Seine Glanzzeit erlebte der Ort im 19. Jahrhundert als Weltbad und Sommerresidenz zahlreicher europäischer Monarchen und Künstler, u.a. Kaiser Wilhelm I., die Zaren Nikolaus I. und Alexander II. von Russland, Richard Wagner, Fjodor Dostojewski, etc.

Im römischen Zeitraum besaß Bad Ems im heutigen Innenstadtbereich ein Limeskastell, von dem allerdings nichts mehr erhalten ist. Dagegen finden sich in den Wäldern um die Stadt herum noch sehr deutliche Spuren der ehemaligen römischen Grenzanlage.

Die Veröffentlichung der "Emser Depesche", einer scharfen Zurückweisung der Forderung des französischen Gesandten an den preußischen König Wilhelm I. nach einer Garantie, dass das Haus Hohenzollern für alle Zeiten auf eine Kandidatur für den spanischen Thron verzichte, trug zum Ausbruch des deutsch-französischen Krieges von 1870/ 71 bei, der zur Gründung des Deutschen Reiches führte. Des weiteren wurde in Bad Ems im Jahre 1876 von Zar Alexander II im Haus Vier Türme der Emser Erlass unterzeichnet. Der Erlass verbot den Gebrauch der ukrainischen Sprache unter Strafe. Heute erinnert ein Mahnmal an besagter Stätte an das historische Ereignis.

thumb|180px|left|Emser Blei- & Silberwerk thumb|300px|right|Bad Ems an der Lahn um 1900 thumb|300px|right|Villen in Bad Ems um 1900 Im 19. und 20. Jahrhundert war der heutige Kurort auch durch einen bedeutenden Erzbergbau geprägt. Seit römischer Zeit bis in das Mittelalter hinein gab es schon eine Erzgewinnung im Tagebau, von dem heute noch zahlreiche Pingen am Blöskopf zeugen. Im Laufe der Zeit ging man zum Untertageabbau mit Stollen und Schächten über. Erstmals urkundlich erwähnt ist der Bergbau in einer Urkunde aus dem Jahr 1158, der bis in das 18. Jahrhundert hinein mit großen Unterbrechungen fortgeführt wurde. Das Zeitalter der Industrialisierung führte zu einem umfangreichen Ausbau des Betriebes, der ab 1871 als "Emser Blei- und Silberwerk AG" firmierte. 1909 wurde das Unternehmen von der späteren "Stolberger Zink AG" übernommen und bis zum kriegsbedingten Ende 1945 als Bergwerk weitergeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es nicht mehr zu einer Wiederaufnahme der Förderung. Bis 1959 wurden in der Zentralaufbereitung Silberau noch Haldenbestände sowie Fremderz geschieden. Das Bergwerk ist bekannt unter der Sammelbezeichnung "Mercur", dem folgende Einzelgruben angehörten: Malberg, Bergmannstrost (Lindenbach), Neuhoffnung, Fahnenberg, Pfingstwiese, Betriebspunkt Tollgraben. Zum Unternehmen gehörte u.a. auch die Arzbacher Grube Silberkaute sowie die Braubacher Grube Rosenberg mit dem Betriebspunkt Königsstil.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

thumb|300px|Kurhaus mit Spielbank 2004

Theater

Museen

Bauwerke

thumb|180px|Quellenturm (von 1907) thumb|180px|Russische Kirche (von 1876)

Regelmäßige Veranstaltungen

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Politik

Die Verbandsgemeinde Bad Ems besteht aus der Stadt Bad Ems und den Ortsgemeinden Arzbach, Becheln, Dausenau, Fachbach, Frücht, Kemmenau, Miellen und Nievern und zählt rund 18.000 Einwohner.

Die Stadt ist Sitz des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz, des Landesbetriebs für Daten und Information, bis Ende der 1960er Jahre Sitz des Oberbergamts für Rheinland-Pfalz, der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises sowie zahlreicher mittlerer Kommunalbehörden.

Wirtschaft

Bad Ems hat eine vielseitige, wenngleich bedingt durch Ausrichtung auf den Kurbetrieb im Vergleich mit ähnlichen Orten begrenzte Industrie (u. a. Medizin- und Elektrotechnik, Fremdenverkehr).

Verkehr

Bad Ems ist sowohl über die Straße, die Schiene und auf dem Wasserweg erreichbar:

Die durch die Stadt verlaufende B 260 (auch "Bäderstraße" genannt) folgt dem Lauf der Lahn von der Mündung bei Lahnstein und verlässt diese bei Nassau um letztlich nach Wiesbaden zu führen. Überregional gelangt man nach Bad Ems über die Autobahnen A 3 (Abfahrt Montabaur) oder A 61 (Abfahrt Koblenz/Waldesch).
Bad Ems liegt an der Kursbuchstrecke (KBS) 625, der "Lahntalbahn". Zu- und Ausstiegsmöglichkeiten sind der Bahnhof "Bad Ems" und der Haltepunkt "Bad Ems West". Eisenbahnfotografen finden interessante Motive, z.T. noch mit Formsignalen.

Die Fernverkehranbindung ist nicht sehr gut. Ein Umsteigen per Bus aus Montabaur kann hilfreich sein.

Die Stadt erstreckt sich an der Lahn von Kilometer 123 (Campingplatz Bad Ems) bis 127 (Schleusenkanal). Es gibt diverse Anlegemöglichkeiten, Krananlage, Bootstankstelle und einen Yachthafen.

Freizeit- und Sportanlagen

Städtepartnerschaften

See also: Bad Ems, 1324, 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, 1866, 1870, 1871, 1876, 1882, 19. Jahrhundert