Badehaus

thumb|Mittelalterliches Badhaus in Dieburg

Ein Badehaus (auch Badhaus oder Badestube) war im Mittelalter ein öffentliches Bad, das im Auftrag der Gemeinde von einem Bader betrieben wurde. Gebadet wurde -mit oder ohne Geschlechtertrennung- meist am Samstag oder dem Vorabend hoher Feiertage. In den Badehäusern, die heutigen Hygienevorstellungen bei weitem nicht entsprachen, wurden auch Tätigkeiten wie Zähneziehen, Haarschneiden, Rasur sowie kleinere chirurgische Eingriffe (Aderlass, Schröpfen) ausgeführt.

Teilweise wurden in Badhäusern auch Bordelle betrieben. Heute sind nur wenige Badehäuser im ursprünglichem Zustand erhalten.

Das Badehaus in Dieburg ist eines derjenigen alten Häuser, welches noch weitgehend gut erhalten ist. Allerdings befindet sich hier heute ein Restaurant. (siehe Foto)

Literatur: Birgit Tuchen, Öffentliche Badhäuser in Deutschland und der Schweiz im Mittelalter und der frühen Neuzeit, Michael-Imhof-Verlag Petersberg 2003, ISBN 3-935590-72-5

See also: Badehaus, Aderlass, Bad, Bader, Bordell, Dieburg, Feiertag, Hygiene, Mittelalter, Schröpfen