Bahnneigung

Die Bahnneigung oder Inklination eines Himmelskörpers ist der Winkel zwischen seiner Bahnebene und einer Referenzebene. Für letztere wird im Sonnensystem meist die Ebene der Erdbahn (Ekliptik) gewählt, von der die Umlaufbahnen der großen Planeten und des Mondes nur um einige Grad abweichen.

Für Erdsatelliten wählt man als Referenz die mittlere Äquatorebene der Erde, ebenso auch für die Bahnbewegung von Doppelsternen. Sie wird bei letzteren meist als Positionswinkel der großen Bahnachse relativ zum "Himmelskoordinatensystem" (RA, δ) angegeben.

Die Bahnneigung ist eines der sechs Bahnelemente der klassischen Bahnbestimmung und wird fast immer mit i (für Inklination) bezeichnet. Im Falle von Keplerbahnen (nur zwei Himmelskörper im Vakuum) ist sie konstant und die Bahnebene bleibt in ihrer Ausrichtung unter den Fixsternen stabil.

Bei gravitativen Störungen durch "dritte Körper" oder bei unrunder Gestalt der Himmelkörper erleidet die Bahnneigung kleine, teilweise periodische Änderungen. So schwankt die Neigung des Erdäquartors gegen die Erdbahn (derzeit 23,44°) langfristig zwischen 21,9 und 24,3 Grad (Schiefe der Ekliptik).

Siehe auch: Astrometrie, Bahnstörungen, Himmelsmechanik, Satellitengeodäsie, Zwei- und Dreikörperproblem.

See also: Bahnneigung, Astrometrie, Bahnachse, Bahnbestimmung, Bahnebene, Bahnelemente, Bahnstörung, Deklination (Astronomie), Doppelstern, Dreikörperproblem