Baikal-Amur-Magistrale
[[Bild:Transsib_gr.png|thumb|300px|Transsibirische Eisenbahn
rot: Transsibirische Eisenbahn "Transsib"
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Die Baikal-Amur-Magistrale, kurz BAM, ist eine Eisenbahnverbindung, die in Sibirien beginnt und in Russisch-Fernost endet. Sie verläuft nördlich und in etwa parallel zur Transsibirischen Eisenbahn. Kernstück der BAM ist die ca. 3.100 km lange Strecke von Ust-Kut an der Lena nach Komsomolsk am Amur. Nach Vorarbeiten unter Stalin wurde 1973 mit dem Bau begonnen und die Strecke 1984 offiziell in Betrieb genommen. Restarbeiten dauern noch an. Seit 1989 ist die Strecke durchgehend und störungsfrei befahrbar.
Zur BAM rechnet man ferner auch die zu Stalins Zeiten gebauten Anschlüsse, im Westen nach Taischet an der Transsib, im Osten zum Pazifik bei Vanino. Die Gesamt-Strecke ist dann ca. 4.300 km lang.
Der Bau der BAM bedeutete nicht nur eine neue Verbindungslinie, sondern die demographische und wirtschaftliche Erschließung einer bisher fast unerschlossenen Region. Man erwartete nicht nur eine bessere wirtschaftliche Verbindung zwischen dem Osten und dem Westen des Landes, sondern auch eine Verbesserung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen, vor allem mit Japan. Dafür musste neben Siedlungen und der Eisenbahn auch erst die Industrie aufgebaut werden, die die Materialien und die Energie für die Siedlungen, die Eisenbahn, den Straßenbau und vieles Andere mehr lieferte.
Erste Pläne einer verkehrstechnischen Erschließung des Baikal-Amur-Raums wurden bereits Anfang des 19. Jahrhunderts, unter anderem von den nach Sibirien verbannten Dekabristen, angedacht. Nach ersten Forschungen und Planungen in den 1920er und 1930er Jahren gab es 1937 den offiziellen Baubeschluss und es wurde in großem Umfang mit den Bauarbeiten begonnen. Der erste Streckenabschnitt wurde im selben Jahr, zum 20jährigen Jubiläum der Oktoberrevolution, eröffnet.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Bautätigkeit unterbrochen und einige Streckenteile sogar wieder demontiert, weil sie für den Bau der Wolga-Eisenbahn-Linie und die Versorgung von Stalingrad dringend gebraucht wurden.
Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhundert wurde der Baubetrieb unter enormem propagandistischen Aufwand wieder aufgenommen. Als Tag ihrer Fertigstellung bzw. als "Geburtstag der BAM" gilt der 27. Oktober 1984, an dem das "Goldene Bindeglied" gelegt wurde, das alle vorhandenen Streckenabschnitte verbindet.
Seit Mitte der 1980er Jahre wurde das BAM-Projekt zunehmend kritisch betrachtet. Der Bau war sowohl militärisch als auch ökonomisch begründet worden. Zumindest die ökonomische Unsinnigkeit ist mit der Einführung des freien Warenaustausches erwiesen. Die BAM ist defizitär. Die Region, welche durch die BAM erstmals erschlossen wurde, gibt keine Produkte oder Rohstoffe her, die die BAM auslasten könnte. Waren vom Pazifik nach Europa laufen schneller auf dem Seeweg. Auch der Personenverkehr führt kaum zu Umsatz, z.B. auf der Strecke von Tinda nach Komsomolsk am Amur fährt täglich ein Fern-Zug. Die BAM war eine Fehlinvestition, deren Größenordnung nicht absehbar ist, da niemand die Baukosten kennt.
Wünsche nach einem Ausbau der BAM bis Sachalin oder gar Japan sind somit ökonomisch nicht realisierbar. Wie lange der Betrieb aufrecht erhalten wird, ist nicht absehbar.
Weblinks
Literatur
Yates, Athol; Zvegintzov, Nicholas: Siberian BAM Guide, 2. Auflage, Trailblazer, ISBN 1-873756-18-6
Kategorie:Bahnstrecke
Kategorie:Verkehr (Russland)
