Ballon
thumb|Aufstieg eines Fesselballons 1902 Ein Ballon ([baˈlɔŋ], süddt., österr. und schweiz. [baˈloːn]) ist ein gasdichter Beutel, der meistens mit Luft (Heißluftballon) oder einem leichten Traggas wie Helium oder Wasserstoff gefüllt wird. Er kann in gefülltem Zustand verschlossen sein und dabei auch unter Druck stehen oder mit der Öffnung nach unten offen sein, so dass das leichte Gas nicht entweichen kann.
Ist der Ballon mit erhitzter Luft oder leichtem Gas gefüllt, so dass sein Gesamtgewicht (bestehend aus Nutzlast, Hülle, Füllung) geringer ist als das Gewicht der Luft, die er verdrängt, verfügt er über statischen Auftrieb.
Auch Ballons, die mit Luft oder mit einem Gas, das schwerer als Luft gefüllt sind, können kurzzeitig fliegen und zwar entweder in dem man das Ballongas aus ihnen entweichen lässt, wobei der Ballon in Folge des auftretenden Rückstoßes vom Boden abhebt, oder in Form des Ballonhelikopters. Weil aber auf diese Weise nur kurze Flugzeiten (maximale Dauer 1 Minute) und geringe Flughöhen möglich sind, spielen diese Möglichkeiten des Ballonflugs nur bei Spielzeugen und zur Demonstration des Hubschrauberprinzips bzw. des Rückstoßantriebs eine Rolle.
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Ballongas
Ballongas ist Gas zum Füllen von Ballons. Für Ballons, die nicht fliegen sollen, wird meist Luft, Stickstoff oder Lachgas verwendet, für Ballons, die fliegen sollen, Wasserstoff oder aus Gründen des Brandschutzes heute meist Helium oder Gemische aus Helium und Wasserstoff.
Ballongas wird in Gasflaschen verkauft.
Verwendung
Freiballons sind im Gegensatz zu Fesselballons nicht mit dem Erdboden verbunden. Sie werden vom Wind durch die Luft getrieben.
- kleine Ballons (Inhalt einige Liter)
- Spielzeug
- Dekoration
- Solarballon
- Weinballon (großes Gefäß aus Glas) (Hier trifft natürlich obige Definition mit statischem Auftrieb nicht exakt zu)
- Ballonpost im Rahmen von Ballonwettbewerben und als Träger von Propagandamaterial
- Ballonhelikopter
- Demonstration des Rückstoßantriebs durch Ausströmenlassen des Gases
- mittlere Ballons (Inhalt einige hundert bis 4000 Liter)
- Transport und Abwurf von Brandbomben (im Zweiten Weltkrieg, siehe auch: FUGU-Ballon)
- Transport und Abwurf von Flugblättern (im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg)
- Transport von Messgeräten, beispielsweise Wettersonden (siehe: Wetterballon)
- als Fesselballon (zum Beispiel Werbeträger)
- zum Hochschleppen von Drahtantennen für mobile Lang- und Längstwellensender
- Partyballon (kleiner Heißluftballon)
- große Ballons (Inhalt 4000 bis 12000 Kubikmeter)
- als Fesselballon
- manntragender Beobachtungsballon (bis zum Zweiten Weltkrieg)
- Sperrballon zur Abwehr von feindlichen Flugzeugen (Zweiter Weltkrieg)
- zum Positionieren von Atombomben für die Durchführung oberirdischer Atombombentests
- Personenbeförderung
- Heißluftballon
- Gasballon (beispielsweise Wasserstoffballon)
- lenkbare Ballons - siehe Luftschiff
- Forschungsballon zur Atmosphären- und Stratosphärenforschung (meistens Heliumfüllung), im Unterschied zum Wetterballon mit aufwändiger Instrumentierung. Auch als Träger von ferngesteuerten Teleskopen, Project Stratoscope
- Spionageballon Im Kalten Krieg wurden Höhenballons von den USA als Kameraträger zur militärischen Aufklärung verwendet.
- als Rockoon zum Start von Raketen
- als Träger von Atombomben für Atombombentests in der höheren Atmosphäre
- als Fesselballon
Eine weitere Anwendung ist der - wie jeder Satellit mit einer Rakete in den Orbit geschossene - Ballonsatellit, der nur zum Erreichen eines großen Volumens mit winzigen Mengen Gases gefüllt ist.
Ein Pionier der Ballontechnologie war der französische Physiker Jacques Charles, der mit verschiedenen Füllgasen experimentierte und am 3. Dezember 1783 in Paris eine erste Ballonfahrt unternahm. Am 5. September 1862 stiegen der Meteorologe James Glaisher und sein Pilot Henry Coxwell in einem Ballon mit offener Kabine bis auf 11.300 m auf. Glaisher verlor wegen der dünnen Luft das Bewusstsein und Coxwell konnte nur mit letzter Kraft mit den Zähnen das Steuerventil öffnen, um den Ballon zum Absinken zu bringen. Erstmals mit luftdicht verschlossener Kabine stieg der Physiker Auguste Piccard 1932 bis auf 16.201 m (Luftdruckmessung) bzw. 16.940 m (geometrische Messung) Höhe. Den Rekord halten Malcolm D. Ross und Victor E. Prather, die 1961 über dem Golf von Mexiko auf 34.668 m Höhe stiegen. Unbemannte Ballons haben Höhen von bis zu 50 Kilometern erreicht. Dies sind die größten nicht mit Hilfe des Raketenantriebs erreichten Flughöhen.
Die sowjetische Venussonde Vega setzte 1984 in der Atmosphäre der Venus zwei Wetterballons aus, die über zwei Tage hinweg vom Mutterschiff verfolgt werden konnten.
Literatur
- Eine beachtenswerte Abbhandlung zur Geschichte der Ballonfahrt findet sich in dem Buch von Andreas Venzke: Pioniere des Himmels; Verlag Artemis und Winkler 2002; ISBN 3-53807-143-8
