Balten
Die Balten sind Angehörige verschiedener indogermanischer Völker, die den Ostseeraum zwischen Polen/Russland und Estland/Finnland, das so genannte Baltikum, besiedelten und noch besiedeln. Ihre Sprachen sind indogermanische Sprachen, zu denen die litauische Sprache und die lettische Sprache gehören und das ausgestorbene Prussisch, welches teilweise den deutschen ostpreußischen Dialekt beeinflusst hat. In Kurland und Livland lebten ursprünglich ebenfalls eigenständige Volksstämme der Balten. Zu beachten ist, das die Esten im ethnischen und sprachlichen Sinne keine Balten sind, da sie zur Finno-ugrischen Völkerfamilie gehören.
Typisch ist, dass in dieser Sprachfamilie (vor allem im Litauischen) viele vergleichsweise altertümliche Formen erhalten blieben. Litauisch weist ebensoviele Urindogermanische Wortstämme auf wie Sanskrit.
Die Deutschbalten, welche 800 Jahre lang im Baltikum lebten und in deutscher Sprache regierten, wurden seit dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939 planmäßig nach Deutschland ausgesiedelt bzw. 1945 durch die Sowjetunion vertrieben. Zur gleichen Zeit wurden die Deutschen aus West- und Ostpreußen vertrieben, als das ganze östliche Deutschland im Ergebnis des Potsdamer Abkommens nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst unter polnische bzw. sowjetische Verwaltung kam (siehe Oder-Neiße-Linie) und heute zu Polen bzw Russland (Kaliningrader Oblast/Gebiet Königsberg) gehört.
Heute leben sie in der ganzen Welt verstreut. Es gibt Landsmannschaften in Deutschland und trotz großer Schwierigkeiten im heutigen Polen verbliebene deutsche Minderheiten.
Vor zweitausend Jahren wurde die Ostsee von römischen Schriftstellern als Mare Suebicum nach den Sueben benannt. Später wurde der Name Mare Balt(h)icum benutzt. Ferdinand Nesselmann benannte die Sprache der Bewohner am Mare Balticum Baltische Sprache.
Literatur
- "Die Balten" von Marija Gimbutas, ISBN 3776612665
