Barbar
Der Barbar (griechisch βάρβαρος - lautmalerisch, wie etwa "blah blah", für den Kauderwelsch Sprechenden) war in den Augen der alten Griechen ein Angehöriger eines nichtgriechischen Volkes.
Die Sammelbezeichnung Barbaren (bárbaros, Plural bárbaroi) war für alle Nichtgriechen bestimmt, für Völker, die nicht Griechisch sprachen oder auch nicht die Olympischen Götter verehrten. Sie musste durchaus nicht Verachtung ausdrücken, abzulesen bei Homer am Vorbildcharakter des trojanischen (also "barbarischen") Helden Hektor in der Ilias, bei Aischylos (Die Perser) in deren menschlicher Würdigung.
Im antiken Rom übernahm man die Bezeichnung "Barbar" dann für alle Menschen ohne die klassische, griechisch-römische Bildung. Obwohl die Römer die Griechen endlich besiegt hatten, hielten sie viel von deren Kultur und Bildung, die Griechen waren in den römischen Familien (z. B. der Scipionen) als Erzieher beschäftigt (vgl. Polybios), und die griechische Philosophie und Bildung wurde auch im Römischen Reich hoch geehrt, auch wenn man nicht immer nach ihren Idealen handelte. Für Menschen aus anderen Kulturkreisen verwendete man die Pauschalbezeichnung Barbaren, einen Bürger von Rom "barbarus" zu nennen, war aber bereits eine grobe Beleidigung.
Heute gilt die Bezeichnung Barbar hauptsächlich für ungeschliffenes, unzivilisiertes und kulturloses Verhalten, mit dem einen Sprache, Ethnie, Religion, Bildung eben nicht verbinden. Etwa ähnlich verwendet und oft mit "Barbarei" verwechselt wird die Bezeichnung: Vandale.
Eine weitere Bedeutung hat der Begriff in der Fantasy-Literatur. Hier wir der Begriff "Barbar" insbesondere auf muskelbepackte, aber dafür nicht gerade intelligente "Wilde" angewandt. Der Archetyp des Fantasy-Barbaren ist Robert E. Howards Conan.
