Basken

Die Basken sprechen als einziges Volk des westlichen Europas keine indogermanische Sprache.

Die baskische Sprache (von den Basken Euskara genannt) gilt als isolierte Sprache, da sie mit keiner anderen existierenden Sprache in Verbindung gebracht werden kann. Neuere Forschungen nehmen eine Verwandtschaft zu berberischen Sprachen Nordafrikas an.

Die Herkunft der Basken ist ungeklärt. Einer sehr wahrscheinlichen Theorie nach gelten sie als Nachkommen der Iberer, bewiesen werden konnte dies bislang nicht. Einer anderen Theorie nach, gelten sie als Urbevölkerung Europas (s. Alteuropa), aus der auch die Iberer hervorgingen. Hauptsächlich auf den Befunden der Gewässernamen beruhend, hat die Sprachwissenschaft eine einheitliche "vaskonisch" genannte Ursprache für West und Mitteleuropa angenommen. In den 1990er Jahren wurde eine weitere Theorie, nach der die baskische Sprache mit der einiger Kaukasusvölker eng verwandt sein soll, widerlegt. Ihre Herkunft (und die der Basken) ist nicht geklärt.

Das Territorium der Basken erstreckt sich in der Autonomen Region Baskenland über die spanischen Provinzen Vizcaya (bask. Bizkaia), Guipúzcoa (bask. Gipuzkoa) und Álava (bask. Araba), den Nordteil der spanischen Region Navarra und über Teile des französischen Départements Pyrénées-Atlantiques. In Álava wird heute nur noch wenig Baskisch gesprochen. Je nach Angaben gibt es zwischen 700.000 und 1.000.000 Basken, von denen jedoch nur etwa ein Drittel das Euskara beherrschen. Aus politischen Gründen müssen jedoch, beispielsweise Ärzte, die im Baskenland praktizieren wollen, einen praktischen - baskischen - Sprachnachweis erbringen, obwohl von den Vorgenannten etwa 300.000 auch die kastilische Sprache beherrschen.

Geschichte

Das heutige spanische und französische Baskenland bildete im 10. Jahrhundert gemeinsam mit der Provinz Navarra das Königreich Navarra.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts besaßen die Basken in Spanien mit ihren Fueros (Sonderrechte) eine gewisse Autonomie gegenüber der spanischen Krone.

In ihrer Geschichte hatten die Basken nur einmal einen eigenen Staat: während des spanischen Bürgerkriegs, die Republik Euzkadi von Oktober 1936 bis Juni 1937. Das historische Navarra war kein baskischer Staat im engeren Sinne.

Gegen Ende der Franco-Diktatur (1968/1969) bildete sich die ETA - Euskadi ta Askatasuna ("Baskenland und Freiheit"), die sich neben der Befreiung von der Diktatur auch die Gründung eines eigenen baskischen Staates zum Ziel setzte, in dem sie unter anderem Unternehmer mit der so genannten Revolutionssteuer erpresste und durch Banküberfälle und Lösegelderpressungen, möglicherweise sogar durch Auftragsmorde, ihren "revolutionären" Kampf finanzierte. Nachgewiesenermaßen waren als Mittler Vertreter der baskischen nationalistischen Partei PNV aktiv tätig.

Im Februar 2005 hat das spanische Parlament einen sehr umstrittenen Unabhängigkeitsplan des Baskenlandes zu Fall gebracht. In der Nacht vom Dienstag, den 01.Februar auf Mittwoch den 02.Februar votierten 313 Abgeordnete gegen das Vorhaben des baskischen Regierungschefs Juan José Ibarretxe, 29 stimmten dafür, 2 enthielten sich.

Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und der Oppositionsführer Mariano Rajoy wiesen nach einer achtstündigen Debatte den Unabhängigkeitsplan des Baskenlandes als verfassungswidrig zurück. Jedoch bot die Regierung danach dem Baskenland eine Erweiterung der Autonomie an.

Berühmte Basken

See also: Basken, 10. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, 1936, 1937, 1968, 1969, 1990er, 2005, Alteuropa