Baumharz
| thumb|Harz eines Kirschbaums |
| thumb|Harz an einem Baumstamm |
| thumb|Baumharz mit eingeschlossenem Insekt |
Harz ist eine von Pflanzen abgesonderte, zähe Flüssigkeit; im süddeutschen Sprachraum wird es als "Pech" bezeichnet. Das Harz dient vornehmlich, aber nicht nur, zum Verschließen von Wunden an der Pflanze. Harze sind eine Mischung verschiedener chemischer Substanzen. Einige Stoffe sind leicht flüchtig und aromatisch. Wenn diese entwichen sind, wird das verbleibende Harz zäher und härter.
Nadelbaumharz ist eine zähe, klebrige und stark riechene Flüssigkeit. Harz von Laubbäumen klebt und riecht kaum, lässt sich nicht schmelzen, sondern verkohlt beim Erhitzen. Getrocknet und zermahlen ist es wasserlöslich. Je nach Wassergehalt ist die Konsistenz gallertartig bis zähflüssig wie Honig. Seine physikalischen Eigenschaften lassen sich am besten mit Gelatine vergleichen. Es gibt praktisch keine Anwendungsmöglichkeiten für Harze von Laubbäumen. Zwar wäre es denkbar es als wasserlösliches Bindemittel zu verwenden, jedoch gibt es viele andere Stoffe mit ähnlichen Eigenschaften die wesentlich billiger zu gewinnen sind.
Bernstein ist fossiles Harz. Es stammt sehr oft von Kieferngewächsen, bei denen Terpentin ein Bestandteil des Harzes ist.
Die industrielle Gewinnung von Naturharz geschieht in so genannten Pechereien, meist aus Föhren. Heute wird das Naturharz aber weitestgehend durch Kunstharz ersetzt, das als Epoxidharz bezeichnet wird und zu den Kunststoffen zählt. Harze werden u. a. zur Oberflächenveredlung und Oberflächenversiegelung eingesetzt, aber auch zur Formherstellung.
Harz wird auch bei diversen Ballsportarten (besonders Handball) genutzt, um die Ballhandhabung zu verbessern. Die einzige Sportart, bei der der Einsatz dieses "Haftmittels" verboten ist, ist American Football.
Harz ist in Alkohol sehr gut löslich. Bei verschmutzten Textilien sollte man zuerst das Harz grob abkratzen, anschließend ein mit Wasser leicht angefeuchtetes Tuch unter den Stoff legen, den Stoff straff spannen und den Fleck mit einem in 90%-igem Ethanol getränktem Lappen vorsichtig von innen nach außen betupfen. Das Harz sollte sich anschließend in dem angefeuchteten Tuch befinden. Vor der Behandlung empfiehlt es sich aber unbedingt, den zu reinigenden Stoff an einer unauffälligen Stelle mit dem Alkohol betupfen, um die Farbechtheit sicherzustellen.
Siehe auch: Harz (Mittelgebirge), Pech, Kolophonium
