BBC Radio 1
BBC Radio 1 ist ein Hörfunkprogramm der BBC. Es ist seit dem 31. August 1967 auf Sendung. Der erste Song "on air" war "Flowers in the rain" von "The Move". Erster Moderator war Tony Blackburn.
Radio 1 ist eine Jugendwelle und spezialisiert auf neue, aktuelle und trendige Musik. Die DJs des Senders haben bei der Gestaltung ihrer Sendung weitgehend freie Hand. Werbung wird – wie in allen Programmen der BBC – nicht ausgestrahlt.
Das Programm war damals auch Vorbild für neue deutsche Musik- und Servicewellen wie WDR 1, SWF3, hr3 oder Bayern 3.
Geschichte
Nach Einschätzung von John Peel, der ebenfalls einer der DJs der ersten Stunde war und bis zu seinem Tod 2004 dort arbeitete, war die Gründung von Radio 1 eine Reaktion der BBC und der britischen Regierung eine Reaktion auf die Protestwelle auf die Schließung der Piratensender, die 1967 durch den Marine Broadcasting Offences Act verboten wurden. Bis dahin hatte die BBC Popmusik als "unter ihrer Würde" betrachtet.Die Entwicklung des Senders kann laut Radiorewind.co.uk grob in zwei Phasen eingeteilt werden:
Von 1967 bis 1993 der „happy sound“: Radio 1 verbreitete gute Laune mit fröhlichen Moderatoren und spielte dazu die neuesten Hits. Ein Markenzeichen des Senders waren u.a. die „Roadshows“, bei denen im Sommer ein Übertragungswagen der BBC durch Großbritannien fuhr und jeweils von einem anderen Ort berichtete oder Konzerte übertrug.
1993 wurde das Programm radikal reformiert. Alte Moderatoren wurden entlassen, der Sound wurde stylisher und „jünger“, das Design insgesamt „cooler“: Der „laddish sound“ war geboren. Radio 1 sollte näher am Puls der 1990 Jahre sein; neue Trends entdecken und noch unbekannte Bands promoten. Rock’n Roll der alten Schule, bis dato noch ein Markenzeichen des Senders, war von nun an weitestgehend passée. Der beste Beweis: Die Band Status Quo, die noch zum 25. Geburtstag des Senders 1992 ein Konzert gegeben hatte, durfte nicht mehr gespielt werden.
Die Programmreform war umstritten und zog massive Hörerproteste nach sich, wurde aber dennoch durchgezogen. Viele Moderatoren wanderten – gemeinsam mit der Musik, die sie spielten – zu BBC Radio 2 ab, das eine ältere Hörerschaft anspricht. Einige Moderatoren wie John Peel, der derdienstälteste Radio 1-DJ war (37 Jahre seit Sendestart) blieben jedoch und prägten weiterhin das Gesicht des Senders.
Die quotenstarke Breakfast-Show des Senders moderiert derzeit Chris Moyles.
Konkurrenz erwächst dem Sender durch die diversen kommerziellen Lokalradios (wie Heart FM in London oder Key 103 in Manchester), aber auch durch „Virgin Radio“ auf Mittelwelle.
Technische Daten zu Radio 1
Jahrzehntelang sendete Radio 1 allein über Mittelwelle und teilweise (im Frequenzsplit mit BBC Radio 2) auf UKW. Radio 1 war somit nachts auch in Teilen Westeuropas hörbar. Ende der 1980er Jahre kam dann die erste alleinige UKW-Frequenz für Radio 1 in London dazu. Schließlich war das Frequenznetz so weit ausgebaut, dass Radio 1 landesweit zwischen 97.6 und 99.8 FM empfangbar war. Daher identifizierte sich das Programm in seinen Jingles eine Zeit lang auch als „Radio 1 FM“ bzw. „97 – 99 FM, Radio 1“, um auf die Empfangbarkeit über UKW aufmerksam zu machen. Im Sommer 1994 wurde die Mittelwellenausstrahlung eingestellt und die bisher genutzten Frequenzen an private Anbieter übergeben.
Über ASTRA 19,2° Ost analog war das Programm jahrelang in Stereo zu empfangen - heute auf der britischen ASTRA-Position 28,2° Ost, die im Westen Deutschlands mit vertretbarem Aufwand digital empfangbar ist.
Das Programm von Radio 1 ist - wie beinah alle BBC Radioprogramme - als Real-Audio-Stream live über das Internet nutzbar. Die meisten Sendungen landesweite Programme werden zusatzlich für eine Woche nach der Ausstrahlung in verminderter Tonqualität bereitgehalten.
2002 nahm die BBC das digital (DAB, DVB-T, Internetstream und per ASTRA digital) empfangbare Zusatzprogramm „Radio 1Xtra“ mit Black Music und HipHop in Betrieb.
Weblinks
- Offizielle Radio One - Webseite
- Offizielle BBC 1xtra - Webseite
- Fanseite von Radio One mit Infos zur Geschichte
