Berg-Ahorn

Berg-Ahorn
thumb|300px|Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Jungpflanzen
Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse
(Sapindaceae)
Gattung: Ahorne (Acer)
Wissenschaftlicher Name
Acer pseudoplatanus
L.

thumb|right|230px|Berg-Ahorn, (A. pseudoplatanus), hängende traubige Blütenstände thumb|right|230px|Berg-Ahorn, (A. pseudoplatanus), trockene Frucht die der Windverbreitung dient thumb|right|230px|Berg-Ahorn (A. pseudoplatanus), Baumhabitus thumb|right|230px|Berg-Ahorn (A. pseudoplatanus), abblätternde Baumrinde Der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus L.) ist eine Baumart aus der Gattung der Ahorne (Acer). Der Berg-Ahorn ist in Europa waldbaulich ein wichtiger Vertreter seiner Gattung.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Als ein bis über dreißig Meter hoher Baum mit aufstrebenden Ästen und einer abgerundeten Krone besitzt er als Solitär eine eindrucksvolle Gestalt. Er kann 400 bis 500 Jahre alt werden.

Die Rinde ist hell-braungrau und glatt. Sie wandelt sich mit dem Alter ins dunkelgraue, wird schwachborkig und blättert im fortgeschrittenen Alter plattig ab. Das Aussehen des Stammes ist dann platanenähnlich. Darauf weist auch der botanische Name Acer pseudoplatanus hin.
Die Blätter sind handförmig fünfspaltig und am Rand ungleich grob gesägt.
Die Blüten sind zum Teil scheinzwittrig, gelbgrün mit fünfzähligen Blütenblattkreisen, in endständigen hängenden Trauben. Der Berg-Ahorn blüht im Mai.
Die Früchte sind Spaltfrüchte, mit zwei im spitzen Winkel abstehenden Flügeln. Sie sind typische Schraubenflieger mit ca. 16 Umdrehungen pro Sekunde.

Der Berg-Ahorn ist wie der Spitz-Ahorn in der Jugend sehr raschwüchsig. Das Wachstum lässt auf durchschnittlichen Standorten aber bereits relativ früh nach, so dass sie in der Folge von der Rotbuche eingeholt und überwachsen werden.

Vorkommen

Der Berg-Ahorn ist ein Baum des kühl-feuchten Bergklimas, so dass er seine größte Verbreitung in den mittleren und höheren Lagen der süd- und mitteleuropäischen Gebirge findet. In Nordeuropa und auf den Britischen Inseln gibt es keine natürlichen Vorkommen des Berg-Ahorns, er wird aber oft kultiviert und kommt dann auch verwildert vor.

In den Mittelgebirgen ist er von etwa 900 bis 1.300 m heimisch (Bayerischer Wald), er geht in den Nordalpen bis 1.700 m, in den Zentralalpen bis fast 2.000 m hoch. Der Berg-Ahorn steigt oft gemeinsam mit der Vogelbeere bis in hochmontane Lagen. Zusammen mit der Buche kommt er aber auch im Hügelland vor und bildet mit Esche und Bergulme die sogenannten Schluchtwälder (Aceri-Fraxinetum).

Der Berg-Ahorn ist die in Mitteleuropa häufigste Ahornart.

Ökologie

Waldbaulich dient der Berg-Ahorn neben der auf geeigneten Standorten vorhandenen hohen Wertleistung auch als wertvolle Mischbaumart der Bodenverbesserung und der ökologischen Bereicherung. Die kräftige, aus Verzweigung der Pfahlwurzel entstandene Herzwurzel erschließt den Boden gut. Sie geht in die Tiefe, ohne sich weiter zu verzweigen. Die Blätter aller Ahorne verrotten zu bodenpfleglichem Mull. Berg-Ahorn verjüngt sich auf natürliche Weise sehr gut. Als Pionierbaumart kann er Rohböden, Kippen und durch seine bereits früh einsetzende, zahlreiche Fruktifikation auch etwas ärmere Böden erschließen.

Nutzung

Der Berg-Ahorn hat in der Forstwirtschaft eine Umtriebszeit von 120–140 Jahren.

Der Blutungssaft des zeitigen Frühjahrs wurde früher zur Zuckergewinnung genutzt. Der Saft kann auch zu einem most- oder weinähnlichen Getränk vergoren werden.

Das Laub kann als Schaf- und Ziegenfutter und als Streu verwendet werden.

Das Holz dieser Art ist gutes Nutzholz für Tischler- und Drechslerarbeiten (Werkzeugstiele, Parkettböden etc.). Schon die Pfahlbauer der Stein- und Bronzezeit nutzten ihn häufig. Eine Spezialverwendung ist die für den Bau von Streichinstrumenten.

An Straßen bietet der Berg-Ahorn wegen der großen Blätter relativ guten Lärmschutz, ist jedoch empfindlich gegen Streusalz.

Sonstiges

Die so genannten „Ahornböden“ auf Almwiesen sind durch Förderung der Art durch den Menschen entstanden.

See also: Berg-Ahorn, Ahorne, Art (Biologie), Baum