Berlin-Marathon
| Berlin-Marathon | |
|---|---|
| Veranstalter | SCC Berlin |
| Organisator | Mark Milde |
| Termin | i.d.R. Ende September |
| Teilnehmerrekord | 48.424 Meldungen (2003) |
| erster Lauf | 1974 |
| Webseite | www.berlin-marathon.com |
Der Berlin-Marathon ist ein Marathonlauf, der jährlich, in der Regel am letzten Septemberwochenende, in Berlin stattfindet. Er besteht aus einem Rennen für Inline-Skater am Samstag und dem Laufmarathon am Sonntag. Der Lauf gehört neben New York City, Chicago und London zu den größten und neben London und Chicago zu den schnellsten Marathonläufen der Welt. Veranstalter ist der Sportverein SCC Berlin. Die Laufveranstaltung umfasst einen Mini-Marathon (4,2195 km) für Kinder und Schüler und auf der langen Strecke Rollstuhlfahrer/innen, Inline-Skater/innen, Power-Walker und natürlich Läufer/innen. Der Berlin-Marathon 2005 findet am 24. (Bambini-Lauf und Inline-Skater) und 25. September (Rollstuhlfahrer und Läufer) statt.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
thumb|Im Startblock E beim Berlin Marathon 2004 kurz vor dem Startschuss Die Geburtsstunde der großen Laufveranstaltungen in West-Berlin war der 8. November 1964. An diesem Tag fand der erste „Berliner Crosslauf am Teufelsberg“ mit über 700 Teilnehmer/innen statt. (Eine ähnliche Veranstaltung in Hamburg hatte nur neun Teilnehmer/innen.) Horst Milde und andere organisierten diesen Lauf, nachdem sie von einem Rennen in Le Mans, Frankreich inspiriert worden waren. In den Folgejahren entwickelte sich der SCC-Cross zu einer festen Institution in der Berliner Sportszene.
Zehn Jahre später, 1974, war die Zeit reif für den „1. Berliner Volksmarathon“. Gestartet wurde vor dem Mommsenstadion auf der Waldschulallee und gelaufen wurde eine Pendelstrecke im Grunewald, entlang der AVUS, fast bis zum Strandbad Wannsee.
Ab 1975 wurde dann die Strecke ein wenig geändert, so dass nun im Mommsenstadion gestartet wurde. Das Ziel befand sich ebenfalls im Stadion.
1977 wurde die deutsche Meisterschaft in den Berlin-Marathon integriert, sie startete eine Stunde später. Im Rahmen dieser Meisterschaften rannte Christa Vahlensieck mit 2:34:47,5 einen Weltrekord auf der Berliner Strecke.
Nachdem einige politische Hürden („Die Straßen sind für die Autos da.“) genommen worden waren, verließ der Lauf 1981 den Grunewald und wurde zum Stadtmarathon. Start war auf der Wiese vor dem Reichstag, die Strecke führte unter anderem am Checkpoint Charlie vorbei und das Ziel befand sich auf dem Kurfürstendamm. Auf der Asphaltstrecke war es nun auch möglich Rollstuhlfahrer/innen an dem Rennen zu beteiligen. Mit 3.486 gemeldeten Teilnehmern war der Berlin-Marathon bereits der größte deutsche Citylauf.
Einen heute weit verbreiteten Service gibt es in Berlin seit 1982: Zelte mit Warmwasserduschen am Ziel.
Aufgrund der stetig steigenden Teilnehmerzahlen wurde der Start 1987 auf die Straße des 17. Juni verlegt. Außerdem engagierte der Veranstalter erstmals über 30 Musikgruppen, die an der Strecke für Stimmung sorgten.
Premiere hatte 1989 der Mini-Marathon der Schüler/innen. Dabei laufen Mannschaften je zehn Schüler/innen die letzten 4,2195 km. Zusammenaddiert ergibt das die gesamte Marathondistanz. So können die Kinder ihre Zeiten mit denen der „Großen“ vergleichen. Damals ahnte noch niemand, dass die Zeiten vorbei waren, in denen sich die Sportler/innen morgens vor der Berliner Mauer aufwärmten.
Am 30. September 1990, drei Tage vor der deutschen Wiedervereinigung führte der Lauf durch das Brandenburger Tor. Der Start verblieb auf der Straße des 17. Juni, allerdings wurde er umgedreht. Das Interesse an diesem Rennen war so groß, das die Veranstalter erstmals Anmeldungen ablehnen mussten: das Teilnehmerlimit war erreicht. Erstmals wurde ein Marathonlauf live im deutschen Fernsehen übertragen, auch in Japan gab es eine live-Übertragung. Die historische Bedeutung dieses Laufes zeigt sich auch in einem traurigen Zwischenfall: Ein Läufer starb kurz nach dem Startschuss an einem Herzinfarkt. Er wollte wohl nur die ersten drei Kilometer bis zum Brandenburger Tor laufen, das er allerdings nie erreichte.
1994 wurde in Berlin das Marathonrennen der Behinderten-Weltmeisterschaften ausgetragen. Der Rollstuhlfahrer Heinz Frei siegte mit einer Weltrekordszeit von 1:22:12. Seit diesem Jahr erfolgt die Zeitnahme elektronisch mit Hilfe eines Chips, der an den Schuhen befestigt wird.
Der Kenianer Sammy Lelei verfehlte 1995 mit 2:07:02 den Weltrekord um nur zwölf Sekunden, damals die zweitschnellste je gelaufene Zeit. In der Liste der schnellsten Marathonläufe sprang Berlin von Platz sechs auf Platz drei. Es war erreicht was Fachleute seit den 1980er Jahren sagten: Berlin hat eine der schnellsten Marathonstrecken der Welt.
1997 stellten die Kenianer Elijah Lagat, Eric Kimaiyo und Sammy Lelei mit 6:23:24 einen (inoffiziellen) Mannschaftsweltrekord auf. In der Liste der schnellsten Marathonläufe rückte Berlin auf Platz zwei, hinter Rotterdam, vor. Erstmals gingen Inline-Skater/innen auf die Strecke.
Zum 25. Berlin-Marathon 1998 wurde erstmals wieder der Teilnehmerrekord des historischen Laufs von 1990 erreicht. Gekrönt wurde der Jubiläumslauf von der Leistung des Brasilianers Ronaldo da Costa, der mit 2:06:05 den zehn Jahre alten Weltrekord des Äthiopiers Belayneh Dinsamo (2:06:50) brach. Ronaldo da Costa war der erste Läufer, der einen Marathon mit einer Geschwindigkeit von mehr als 20 Stundenkilometern lief.
Im Folgejahr 1999 fiel der Weltrekord der Frauen: Tegla Loroupe siegte mit 2:20:43. Im Männerrennen wurden erstmals zwei Zeiten unter 2:07 gelaufen, Berlin stand in der Liste der schnellsten Marathonläufe auf Platz eins. Erstmals nahmen Power-Walker an dem Lauf teil.
2001 gab es wieder einen Weltrekord: Naoko Takahashi aus Japan lief mit 2:19:46 als erste Frau unter 2:20. Der Lauf wurde in Japan live übertragen und erreichte Einschaltquoten von über 50 Prozent.
Eine neue Strecke gab es 2003. Nun war das Ziel nicht mehr am Kurfürstendamm, sondern am Brandenburger Tor. Der Start wurde ebenfalls vor das Tor verlegt. Damit entfiel der heikle Transport der „Klamotten für hinterher“, die die Sportler/innen schon immer am Start abgeben konnten. Die Strecke führte im Ganzen länger durch den ehemaligen Ostteil der Stadt und die Straße Unter den Linden wurde zur Zielgeraden. Der Skater-Marathon, inzwischen mit fast 10.000 Teilnehmer/innen der größte der Welt, startet nicht mehr Sonntag früh vor den Läufer/innen, sondern wurde auf den Samstagnachmittag vorverlegt. Der 30. Berlin-Marathon wurde wieder mit einem Weltrekord gekrönt: Paul Tergat lief mit 2:04:55 als erster Mann unter 2:05, sein Tempomacher Sammy Korir benötigte nur eine Sekunde mehr. Mit dem Drittplatzierten Titus Munji (2:06:15), ebenfalls Tempomacher Tergats, stellten sie einen neuen (inoffiziellen) Mannschaftsweltrekord auf.
2004 löste Mark Milde seinen Vater Horst Milde als Race-Director ab. Mark hatte sich seit 1999 um die Verpflichtung der Topläufer gekümmert und regte 1997 die Integraton der Inline-Skater an. Aufgrund von Beschwerden von Autofahrern und Ladenbesitzern startete das Rennen der Skater am Samstag dieses Jahr bereits morgens, woraufhin die Teilnehmerzahl zurückging. Erstmals dabei sind die Handbiker.
Streckenrekorde
In der folgenden Tabelle finden sich die besten in Berlin erreichten Zeiten der jeweiligen Wertungskategorien. Bei den Power-Walkern erfolgt keine Zeitnahme.
| Kategorie | Zeit | Name | Land | Jahr | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Läuferinnen | 2:19:41 | Yoko Shibui | Japan | 2004 | |
| Läufer | 2:04:55 | Paul Tergat | Kenia | 2003 | weltweit erster Mann unter 2:05, Weltrekord |
| Rollstuhlfahrerinnen | 1:42:07 | Janette Jansen | Niederlande | 1992 | |
| Rollstuhlfahrer (T 3/4) | 1:21:39 | Heinz Frei | Schweiz | 1997 | |
| Handbikerinnen | 1:24:43 | Monique Vorst | Niederlande | 2004 | |
| Handbiker | 1:17:02 | Errol Marklein | Deutschland | 2004 | |
| Inline-Skaterinnen | 1:08:29 | Angele Vaudan | Frankreich | 2000 | |
| Inline-Skater | 1:01:08 | Tristan Loy | Frankreich | 1999 | |
| (Stand: September 2004) | |||||
Teilnehmerentwicklung
In der folgenden Tabelle finden sich die Teilnehmerzahlen der beim Berlin-Marathon gemeldeten Sportler/innen und die Zahl derjenigen, die das Ziel tatsächlich erreicht haben. Die Zahlen sind die Summen der Läufer/innen, Rollstuhlfahrer/innen, Inline-Skater/innen und Power-Walkern.
| Jahr | gemeldet | im Ziel registriert |
|---|---|---|
| 1974 | 286 | 244 |
| 1975 | 325 | 235 |
| 1976 | 397 | 320 |
| 1977 | 293 | 230 |
| 1978 | 256 | 197 |
| 1979 | 285 | 222 |
| 1980 | 363 | 294 |
| 1981 | 3.486 | 2.583 |
| 1982 | 4.686 | 3.486 |
| 1983 | 6.270 | 5.136 |
| 1984 | 8.834 | 7.315 |
| 1985 | 11.814 | 9.840 |
| 1986 | 13.862 | 11.481 |
| 1987 | 15.461 | 12.724 |
| 1988 | 16.116 | 13.156 |
| 1989 | 16.410 | 13.433 |
| 1990 | 25.000 | 22.861 |
| 1991 | 18.909 | 14.850 |
| 1992 | 17.188 | 13.350 |
| 1993 | 17.285 | 14.271 |
| 1994 | 16.121 | 12.426 |
| 1995 | 16.677 | 13.314 |
| 1996 | 19.532 | 16.643 |
| 1997 | 18.514 | 15.502 |
| 1998 | 27.621 | 22.533 |
| 1999 | 27.192 | 22.973 |
| 2000 | 34.090 | 28.824 |
| 2001 | 37.795 | 31.116 |
| 2002 | 41.376 | 32.474 |
| 2003 | 48.424 | 38.417 |
| 2004 | 44.728 | 34.399 |
Weblinks
- www.berlin-marathon.com
- Fotos vom Marathon
- Umfangreicher persönlicher Bildbericht zum Berlin Marathon 2004
