Bierutów

Bierutów
Wappen Karte
fehlt noch fehlt noch
Basisdaten
Staat: Polen
Verwaltungsbezirk: Niederschlesien
Kreis: Oleśnicki
Fläche: 147,1 km²
Einwohner: 5.300
Höhe: 148 m ü. NN
Postleitzahlen: 56-420
Vorwahl: (+48) 71
Geografische Lage: 51° 07' n. B.
17° 33' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: DOL
Nächster int. Flughafen: Flughafen Breslau
Adresse der
Stadtverwaltung:
ul. Moniuszki 12
56-420 Bierutów
Offizielle Website: www.bierutow.pl
E-Mail-Adresse: bierutow@bierutow.pl

Bierutów [bʲɛˈrutuf] (deutsch Bernstadt an der Weide) liegt an dem Fluss Weide in Polen. Früher gehörte die Stadt zum Landkreis Oels in Schlesien.

Bierutów, polnische Bezeichnung für das frühere Bernstadt, war bis 1945 eine Kleinstadt, im ehemaligen Kreis Oels. Bernstadt war eine kleine Industriestadt mit:eigenem Bahnhof, einem eigenen Schlachthof, einer Zuckerfabrik, der Hoffmans Mühle, der Rosenthaler Mühlenwerke, zweier Sägewerke, einer Molkerei, einer Weinbrennerei, einer Druckerei, es befand sich im Ort sogar eine Kaserne, drei Kirchen waren auch im Ort, wovon sich heute noch zwei in bestem baulichen Zustand befinden, das dritte Gotteshaus wurde nach 195o mutwillig zerstört und unbenutzbar gemacht, sie steht heute als Ruine und Denkmal im Ort. Erholungssuchende konnten sich in der örtlichen Badeanstalt erholen. In Bernstadt wurde in der Zeit zwischen 1295 und 1323 von Herzog Konrad I ein Schloss erbaut, welches immer wieder baulich verändert wurde und heute noch in etwas abgewandelter Bauweise besteht, es wird von einigen Privatleuten bewohnt, ebenfalls das Herzogliche Forsthaus. Dieses Gebäude soll in den nächsten Jahren restauriert und Sitz der Gemeindverwaltung werden. In dem Gebäude der derzeitigen Gemeindeverwaltung ist nach dem Umzug ein Hotel geplant. Auch verfügte Bernstadt früher wie heute über eine eigene Feuerwehr. Das Rathaus am Ring, wurde bis auf den Turm im Krieg zerstört. Das Warzeichen, der Turm und sein Umfeld wurde im Jahr 2004 wieder aufgewertet. Er steht als Erinnerung im Ortsmittelpunkt, in ihr arbeitet eine ferngesteuerte Uhr, mit einem um 12:00 Uhr ablaufenden Musikstück. Bernstadt ist heute wieder eine aufstrebende Stadt mit kleinen und mittleren Handwerks- u. Industriebetrieben. Zum Verwaltungsbereich Bernstadt zählen heute 15 Dorfgemeinschaften u. a. Postelwitz (Posadowice) und Neuscholle (Satok). Ab 1935 wurde Zantoch, in Neuscholle umbenannt, weil Zantoch nicht deutsch genug klang und die Ortsbezeichnung Neuscholle bekam, bis 1945 offizielle Ortsbezeichnung. Ab 1945 hieß der Ort Zantowice und wurde später in Satok umbekannt, diese Ortsbezeichung ist heute der offizieller Ortsname. Postelwitz gehörte zum Standesamtsbezirk Neuscholle. Bekannt war Postelwitz für sein "Spargelgut Haselbach", angeschlossen auf dem gleichen Gelände war auch ebenfalls eine Brennerei. Der gesamte Gebäudekomplex ist, wie viele Gebäude, dem Verfall preisgegeben.
Ein Schmuckstück war und ist heute die frühere evangelische Kirche, sie wird heute für den katholischen Glauben genutzt, ist aber in seinem Ursprung nicht verändert worden.
Der Organist spielt heute noch auf dem uralten Harmonium, auf dem schon vor über 60 Jahren die Gemeinde im Gottesdienst begleitet wurde. Die einzelnen Züge für die Veränderung der Musikstücke tragen heute noch die alten deutschen Beschriftungen.

Im Jahr 1268 wurde der heutige Ort "Satok" erstmals urkundlich unter der Bezeichnung Zamdovici, danach 1530 unter dem Namen Czantachow, erwähnt. Wann der Ort den Namen Zantoch erhielt, ist urkundlich nicht zu erforschen. Das damalige Herrenhaus, das Schloss und Sitz eines Siedlers war, wird heute von vier Familien bewohnt, die Landwirtschaft betreiben. Zantoch war einst ein Rittergut, wurde 1935 aufgesiedelt und erhielt den Namen "Neuscholle". "Neue Scholle" bedeutet "neues Land" und weist auf die 10 bis 50 Hektar großen Siedlungsstellen hin. Das ehemalige Herrenhaus steht seit 1945 unter polnischer Obhut (Denkmalschutz). Fast alle ehemaligen deutschen Gebäude sind bewohnt, weil diese Häuser aber den Bewohnern nicht gehören, wird an der Bausubstanz nichts getan, sondern jeder pflegt und verschönert seinen eigenen Wohnbereich im Inneren der Gebäude. Die Veraltung plant für die Zukunft, sowohl im Ort eine zentrale Kläranlage zu erbauen als auch die Bewohner an die Gemeinschaftswasserversorgung, die aus dem Südbereich verlegt werden muß, anzuschließen.

Im Ort gab es eine Brennerei, dazu den Brennereikeller und den Teich, für den Austausch des in der Brennerei benötigten Kühlwassers. Der Brennereiteich war sowohl früher als auch heute ein Angelteich mit Karpfen und weiterem Fischbestand, der Brennereikeller war für die Jugend ein beliebter Rodelberg. Die Brennerei wurde, nachdem sie auf Grund der Baufälligkeit in sich zusammengefallen war, in den 50er Jahren komplett abgetragen. Im Ortskern stand eine Getreidemühle, sie wurde von betrunkenen Russen angesteckt und brannte bis auf die Grundmauern ab, heute zeigen die Reste der Grundmauer dem Besucher noch den früheren Standort, das Gelände ist eingeebnet. Auf dem gleichen Dorfplatz, gegenüber dieser Mühle wurde in den späten 1930er Jahren von den Dorfbewohnern ein Kriegerdenkmals für die gefallenen Soldaten der Kriege 1870/71 und 1914/18 errichtet. Es wurde bis zum 20. Januar 1945 von den Bewohnern gepflegt. Heute ist dieses Denkmal eingeebnet.

Jährlich werden in Bierutow ( Bernstadt ) ein oder zwei Stadtfeste in Verbindung mit den angeschlossenen Ortschaften veranstaltet. Sowohl in den Bernstädter Schulen als auch in den umliegenden Bildungsstätten wird heute wieder die deutsche Sprache gelehrt, sodass die junge Bevölkerung bestrebt ist, die deutsche Sprache zu erlernen.

Weblinks


See also: Bierutów, 1268, 1530, 1870, 1871, 1914