Beromünster

Wappen
98px|Wappen von Beromünster
Basisdaten
Kanton: Luzern
Bezirk: Sursee
BFS-Nr.: 1081
PLZ: 6215
Koordinaten: 47° 12' n. Br.
8° 12' ö. L.
Höhe: 642 m ü. M.
Fläche: 6.20 km²
Einwohner: 2'527 (31. Dezember 2004)
Website: www.beromuenster.ch
Karte
299px|Karte von Beromünster

Beromünster ist eine Gemeinde im Amt Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz. Die alte Gemeinde Beromünster fusionierte am 1. September 2004 mit der Gemeinde Schwarzenbach . Der Name der neuen Gemeinde ist Beromünster. Eine weitere Fusion mit Nachbargemeinden (eventuell unter dem Namen Michelsamt) ist geplant.

Inhaltsverzeichnis

Nachbargemeinden

Beromünster grenzt an die luzernischen Gemeinden Ermensee , Gunzwil , Mosen und Neudorf - sowie an die Gemeinden Beinwil am See und Menziken im Kanton Aargau.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerung wuchs von 1798 bis 1860 an (1798-1860:+27,6%). Danach blieb sie mit Ausnahme des Jahres 1900 bis 1930 stabil. Danach wuchs sie bis ins Jahr 2000 (mit Ausnahme der 50-er-Jahre) ununterbrochen und stark an(1930-2000:+98,2%). Seither schwankt sie, geht tendenziell aber eher zurück (2000-2004:-2,4%).

Die Bevölkerung stieg zwar leicht zwischen 1850 und 1870 und sank dann bis 1888 auf ihr historisches Tief. Sie blieb ansonsten bis 1970 stets im Bereich zwischen 171 und 188 Personen. Bis ins Jahr 2000 gab es - mit Ausnahme der 80-er-Jahre - ein starkes Wachstum (1970-2000:+23,9%). Seither stagniert die Einwohnerzahl.

Bevölkerungsentwicklung
Ortsteil Beromünster
Jahr Einwohner
1798 939
1837 1'071
1860 1'198
1900 973
1930 1'190
1950 1'434
1960 1'443
1970 1'552
1980 1'836
1990 2'094
2000 2'358
2004 2'301
Bevölkerungsentwicklung
Ortsteil Schwarzenbach
Jahr Einwohner
1850 189
1870 196
1888 169
1900 183
1920 179
1941 178
1960 182
1970 188
1980 204
1990 208
2000 233
2004 231

Sprachen

Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgendes Bild:

Es gaben 90,10% Deutsch, 4,6% Albanisch und 2,1% Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Es gaben 96,57% Deutsch, 1,72 Italienisch und 0,86% Französisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus:

80,41% römisch-katholische-, 7,08% evangelisch-reformierte- und 1,91% orthodoxe Christen. Daneben 5,47% Muslime und 2,80% Konfessionslose.

77,68% römisch-katholische, 14,59% evangelisch-reformierte- und 1,72% freikirchliche Christen. Daneben 3,86% Konfessionslose und 1,29% Muslime.

80,16% römisch-katholische-, 7,76% evangelisch-reformierte- und 1,74% orthodoxe Christen. Daneben 5,09% Muslime und 2,89% Konfessionslose. Die Muslime sind Albaner aus dem Kosovo plus wenige Türken und Kurden.

Herkunft - Nationalität

Ende 2004 waren von den 2'532 Einwohnern 2'167 Schweizer und 365(=14,4%) Ausländer. Dabei betrug der Ausländeranteil im Ortsteil Beromünster 15,6% und im Ortsteil Schwarzenbach 2,2%. Bei der letzten Volkszählung war die Situation wie folgt:

Von den Einwohnern waren 81,17%(einschliesslích Doppelbürger 83,33%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro(11,15%; Albaner aus dem Kosovo und Serben), Italien, Kroatien und Portugal.

Von den Einwohnern waren 90,56%(einschliesslich Doppelbürger 94,42%) Schweizer Staatsangehörige. Die wenigen Ausländer stammen aus Finnland, Italien, Deutschland, Serbien-Montenegro, Slowenien und Spanien.

Von den Einwohnern waren 82,01%(einschliesslich Doppelbürger 84,33%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro(10,27%), Italien(2,35% einschliesslich Doppelbürger), Kroatien(1,12%) und Portugal(1,00% einschliesslich Doppelbürger).

Bildung

Beromünster ist Sitz einer Kantonsschule.

Geschichte

Stift Beromünster

thumb|left|Blick auf Beromünster thumb|Stiftskirche Beromünster Das im Jahr 1036 neu gegründete und heute noch lebendige Kollegiatstift besass bis 1798 weltliche und kirchliche Rechte in einer ausserordentlichen Dichte und galt als eine der reichsten geistlichen Herrschaften auf eidgenössischem Territorium. Einige Stichworte zu seinem kulturellen Reichtum: die 1226 erstmals erwähnte Schule, 1470 der erste datierte Schweizer Buchdruck und eine reiche Musikaliensammlung mit eigens für das Stift geschriebenen Werken vom Mittelalter bis zur Klassik.

Die Stadt Luzern übernahm 1415 das Reichslehen der Kast- oder Schirmvogtei und erwarb 1420 das herrschaftlich dazugehörige Gebiet, das so genannte Michelsamt. Die lokale Herrschaft wurde nur unvollständig in die Landesherrschaft eingebunden. Das Stift besass in diesem territorial fast geschlossenen Gebiet neben seiner dominanten Stellung als Grundherr auch das Niedergericht, also Twing und Bann. Über die inkorporierten Pfarreien war es gleichzeitig der alleinige Zehntherr. Als eigentliche "Herrschaft in der Herrschaft" übte der Propst in Beromünster neben polizeilichen und militärischen Funktionen auch die hohe Gerichtsbarkeit aus, in der Landvogtei Michelsamt teilte er diese Aufgabe und Einkünfte mit dem städtischen Landvogt.

Das Michelsamt war weder die grösste noch die einträglichste Luzerner Landvogtei. Für die Luzerner Obrigkeit war das Stift besonders wichtig: Einerseits war es wegen seiner exponierten Lage an der Grenze zum bernischen, nach der Reformation andersgläubigen Aargau ein wichtiger Vorposten des katholischen Staates. Zusätzlich spielte das Stift herrschaftspolitisch eine wichtige Rolle.

In diesem Michelsamt verkörperte der Propst die Herrschaft, denn Luzern war weit weg, und die städtischen Landvögte waren selten anwesend. Der Propst war für die Militärorganisation verantwortlich. Er setzte im Namen des Stifts die Pfarrer und – in den reformierten Gebieten – die Prädikanten ein. Über seine Grundherrschaft war das Stift der grösste Grund- und Waldbesitzer im Michelsamt, fast jeder im Flecken oder in den Dörfern erhielt Haus und Hof als Lehen aus der Hand des Propstes.

Sonstiges

Ortsname

Bis 1934 hiess die Gemeinde Münster. Der neue Name differenzierte sich von anderen gleichnamigen Orten. Für die Vorsilbe Bero- wurde auf den Grafen Bero zurückgegriffen, der zu Erinnerung an seinen Sohnes, der im Kampf mit einem Bären gestorben sein soll, im Ort eine Kapelle stiftete. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war die Bezeichnung Münster im Aargau zur Unterscheidung üblich.

Landessender Beromünster

Der Landessenders Beromünster wurde mit dem 1937 errichteten Blosenbergturm eröffnet. Auf diese Weise wurde der luzernische Ort in der ganzen Deutschschweiz bekannt, zumal im Zweiten Weltkrieg, als die Geistige Landesverteidigung wesentlich auch auf dem neuen Propagandamedium Radio beruhte. Neben den Blosenbergturm gibt es in Beromünster noch einen zweiten Sendeturm, der wie der Blosenbergturm als freistehender Stahlfachwerkturm ausgeführt ist und als Reserveantenne dient [1].

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Siehe auch: Sottens, Monte Ceneri, Savièse

Modèle:Vorlage:Navigationsleiste Bezirk Sursee Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Luzern Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Sendeturm

See also: Beromünster, 1. September, 17. August, 1780, 1798, 1837, 1850, 1860, 1866