Besen
Dieser Artikel behandelt das Reinigungsgerät Besen. Für weitere Bedeutungen, siehe bitte Besen (Begriffsklärung).
| thumb|100px|Besen |
middle|thumb|100px|Rutenbesen |
Bei einem Besen handelt es sich um ein Werkzeug zum Zusammenkehren von Schmutz und Unrat von Böden.
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Aufbau und Gebrauch
Man unterscheidet zwischen großen und kleinen Besen.
Ein großer Besen besteht heute meist aus einem langen Besenstiel aus Holz, Metall oder Kunststoff, einem Querholz, dem sogenannten Riegel und den Borsten aus Tierhaaren, Pflanzenfasern oder Kunststoff. In einer einfacheren Form, die früher häufiger verbreitet war, dem Rutenbesen, ist kein Riegel vorhanden. Anstelle dessen wird ein Bündel Reisig oder Stroh direkt mit Schnur oder Draht am hölzernen Stiel befestigt. Bei Verwendung von Birkenzweigen ähnelt der Rutenbesen einer großen Birkenrute mit Holzstiel.
thumb|Handfeger Bei einem kleinen Besen (auch Handfeger oder Eule genannt) ist ein kurzer Stiel direkt in Längsrichtung am Riegel befestigt bzw. geht in diesen über. Zum kleinen Besen gehört eine Kehrschaufel zum Aufnehmen des Unrates.
Mögliche Materialen für die Borsten sind:
- Arenga (Pflanzenfaser z.B. aus Indonesien)
- Kokos (Fasern der Kokosschale z.B. aus Sri Lanka)
- Bassine (Blattfasern der Sagopalme z.B. aus Indien)
- Reiswurzel (Wurzelfasern der Zacatonpflanze z.B. aus Mexiko)
- Piassava
- Rosshaar
- PVC
- Perlon
Auch Kombinationen (z.B. Pflanzenfasern und Kunststofffasern) sind möglich.
Dank des Stiels muss sich der Benutzer des großen Besens während des Kehrens nicht bücken. Am Griff des Stiels fasst der Benutzer während des Gebrauchs mit der Hand. Diese Griffzone kann mit einem besonderen Überzug aus Kunststoff überzogen, mit Farbe beschichtet oder mit einem befestigten Metallteil versehen sein, ist sie aber bei den meisten Besen nicht.
Das Besenstielgewinde ist ein kurzes Gewinde am unteren Ende eines Besenstiels, der Bestandteil einer speziellen Ausführung eines Besens (sog. Schraubbesen) ist. Der Besenstiel wird damit in den Schaft des Besenriegels geschraubt und so mit ihm verbunden, um den Besen als Ganzes in seiner Funktion als Reinigungsgerät benutzen zu können.
Meist handelt es sich um ein kurzes Außengewinde, das als Rundgewinde ausgeführt ist und in das Innengewinde des Riegelschafts geschraubt wird. Es kann sich auf einem besonderen Kunststoff- oder Metallteil befinden, das am Besenstiel befestigt ist. Bei manchen rohrförmigen Stielen aus Metall (meist Aluminium) ist es auch durch Prägung bei der Herstellung in den Stiel selbst integriert.
Der Schraubbesen hat den Vorteil, den Riegel bei betriebsbedingtem Verschleiß separat austauschen zu können. Der Stiel kann so wiederverwendet werden. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Müllvermeidung und zur Schonung von Ressourcen im Sinne der Ökologie.
Darüber hinaus befinden sich spezielle Schnellwechselsysteme im Einsatz, die es erlauben, an einem Stiel unterschiedliche Reinigungsgeräte einzusetzen (Schrubber, Besen, Abzieher), bzw. verbrauchte odeer beschädigte Ansatzteile ohne Werkzeug auszutauschen.
Besenmuseum
Es gibt ein Besenmuseum im Schloss Mochental nördlich von Ehingen (Donau) im Alb-Donau-Kreis. Dort sind Raritäten und ganz gewöhnliche Feger aus aller Welt zusammengetragen: von der Dattelpalmrippe aus dem Beduinenzelt bis zum Elefantenschwanzbesen mit Silberbeschlag. Man kann sich dort ein Bild davon verschaffen, wie verschieden in der Welt zusammengekehrt wird.
Besen in Brauchtum und Mythologie
Bereits bei den alten Römern wurde dem Besen eine besondere Bedeutung zugeschrieben. So fegten beispielsweise Hebammen mit einem gesegneten Besen die Schwelle des Hauses, in dem eine Geburt stattgefunden hatte, um böse Einflüsse von dem Neugeborenen und der Wöchnerin abzuhalten.
Bei Hochzeiten einiger Zigeunervölker gehörte ein Sprung über einen Besen zum Ritual.
Im Mittelalter galt der Besen als Fluggerät der Hexen, auf dem sie zum Hexensabbat ritten. Aus dieser Vorstellung heraus, die sich in Europa recht lange halten konnte, stammen viele Aberglauben: So gilt es vielerorts beispielsweise als unglückbringend, wenn man einen Besen über ein Fließgewässer transportieren muss.
Goethes "Zauberlehrling" zeigt, was passieren kann, wenn eine unqualifizierte Person einen Besen mit Zauberkraft schwingen will.
