Betrayal at Krondor
Betrayal at Krondor ist ein Computer-Rollenspiel. Es spielt im Universum des Schriftstellers Raymond Feist, der für seine Bücher über die Spaltkriege bekannt geworden ist und aktiv an der Entwicklung des Spiels (insbesondere des Inhaltes) mitgearbeitet hat. Entwickelt wurde das Spiel 1993 von Dynamix und erschien im Vertrieb von Sierra Entertainment. Es gab später eine Zweitveröffentlichung auf CD, die über eine umfangreiche und qualitativ hochwertige Vertonung verfügte.
Es existiert eine 3bändige Buchserie Die Krondor Saga, dessen erster Band Die Verschwörung der Magier eine Nacherzählung der Ereignisse des Spiels darstellt.
Das Spiel wurde von Sierra 1997 zu Freeware erklärt, hauptsächlich um den Nachfolger aus dem eigenen Haus zu bewerben.
In diesem Spiel schlüpft man in die Rollen verschiedener bekannter und neuer Charaktere des Midkemiauniversums und erlebt mit ihnen ihre Reise durch Midkemia.
Betrayal at Krondor entspricht in seiner Erzählweise in groben Zügen einem Buch, es ist in 9 Kapitel unterteilt, die jeweils einen Haupthandlungsstrang und mehrere Nebenstränge aufweisen. Damit wird der Spieler unmerklich in seinem Handlungsumfang beschränkt, was sich hauptsächlich in der eingeschränkten Bewegungsfreiheit und den nicht zugänglichen NPCs äußert. Zwischensequenzen werden in filmähnlich animierten Illustrationen dargestellt, zudem gibt es mehr oder weniger umfangreiche Einleitungen und Epiloge.
Technisch war das Spiel sehr aktuell gehalten. Es zeichnet sich durch eine echte 3D-Umgebung aus, die man frei beschreiten kann. Die Nutzung von Bewegungen in vertikaler Richtung (nach oben) war zwar geplant (und befinden sich in rudimentärer Form auch noch im Spiel), hat aber nicht den Weg in die Verkaufsversion gefunden. Die Umgebung wird in Echtzeit dargestellt, es existiert zudem eine Tages- und Nachtperiode.
Die Kämpfe werden in einem taktischen Extrabildschirm dargestellt, der teilweise die Umgebung der 3D-Landschaft mit einbezieht. Es wird ein rundenbasiertes System auf einem in quadratischen Felder eingeteilten Kampffläche eingesetzt, wobei die Zugreihenfolge und die möglichen Aktionen sowohl von den Eigenschaften der Figuren abhängen als auch dem Zustandekommen der Begegnung. Es gibt kaum Zufallsbegegnungen, die Gegner sind im Normalfall schon aus der Entfernung sichtbar oder durch spezielle Eigenschaften der Figuren erkennbar. Die Entwicklung der Charaktere erfolgt teilweise automatisch (mit der Möglichkeit einer Betonung einzelner Entwicklungsbereiche durch den Spieler), teilweise durch den Spieler selbst.
Eine weitere Besonderheit des Spiels ist das umfangreiche und durchdachte System von Gegenständen, die eine Haltbarkeit aufweisen, deren Benutzbarkeit von der Rasse abhängig sein kann und die vielfach durch Magie oder Alchemie verändert werden können.
Das Magiessystem orientiert sich an den klassischen Rollenspielsystemen, wobei die Implementierung innerhalb von Kämpfen aufgrund der Rundenkämpfe, und der damit oft zufälligen Reihenfolge, in der die Kämpfer an die Reihe kommen, nicht immer ausbalanciert wirkt.
Nachfolger
Es gibt zwei Spiele, die sich direkt oder indirekt als Nachfolger von Betrayal at Kronor bezeichnen.
Return to Krondor ist der offizielle Nachfolger aus der Sicht von Raymond Feist. Es wurde 1998 von Pyrotechnics entwickelt und erschien im Vertrieb von Sierra.
Die Geschehnisse des Spiels finden sich in groben Zügen im 3. Band der Krondor Saga mit dem Titel Die Tränen der Götter.
Betrayal at Antara ist der Nachfolger aus der Sicht von Dynamix, die das Spiel 1997 fertigstellten, und ebenfalls über Sierra veröffentlichten. Es spielt in einer neue Welt, da Raymond Feist an der Entwicklung des Inhaltes dieses Spiels keinen Einfluß mehr hatte.
Beide Spiele halten im Prinzip an der Spielweise ihres Vorgängers fest. Man bewegt sich wieder durch eine mehr oder weniger stark begrenzte 3D-Oberflächenwelt, und trägt die Kämpfe in taktisch angelegten Rundenkämpfen aus. Auch die Art der Entwicklung und Zusammenstellung der zu steuernden Figuren wurde übernommen, ebenso wie die Gegenstandsverwaltung.
Obwohl keiner der drei Titel wirtschaftlich wirklich erfolgreich war, wobei Betrayal at Krondor vor allem durch die CD-Variante und die spätere Freigabe die höchste Verbreitung erlangt hat, gilt zumindestens der erste Teil als einer der Meilensteine im Rollenspielbereich, was die Erzählweise und die Präsentation für den Spieler angeht. Beiden Nachfolgern war dieser Status nicht beschert, was wohl auch an den geringen Veränderungen trotz der inzwischen weit fortgeschrittenen Technik liegt.
