Alterspyramide
Als Alterspyramide wird im allgemeinen Sprachgebrauch die grafische Darstellung der Alterstruktur einer Bevölkerung bezeichnet.
Der Begriff leitet sich aus der traditionellen Gestalt einer solchen Darstellung ab, die so aussieht, weil hier die jüngsten Jahrgänge, die die Basis der Grafik bilden, die meisten Vertreter stellen und die Zahl der Angehörigen eines Jahrgangs mit zunehmenden Alter abnimmt. Die Ursachen einer solchen Struktur liegen in einer hohen Geburtenrate und in einer relativ niedrigen Lebenserwartung. Grafisch umgesetzt bildet diese Altersstruktur die klassische Alterspyramide.
thumb|prognostizierte Altersverteilung für Deutschland im Jahr 2050
Auch wenn sich in den allermeisten Industrienationen die Altersstruktur aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und der gesunkenen Geburtenrate schon längst von der klassischen Alterspyramide, wegentwickelt hat (Überalterung), wird dieser Begriff allgemein verwendet. In Entwicklungs- und Schwellenländern findet sich teilweise noch heute die typische Pyramidenform.
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Analyse einer Alterspyramide
- Die Modelle sind meist in männliche und weibliche Bevölkerung aufgeschlüsselt. Eine geschlechtlich differenzierte Analyse ist unbedingt notwendig
- Jeder Ausschlag an der vertikalen Achse steht für eine Altersgruppe der Bevölkerung
- Der Betrag des Ausschlags, ablesbar an der horizontalen Achse, gibt die absolute Anzahl Menschen dieser Altersgruppe - meist in tausend - an
- Die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung lässt sich anhand des Modells nur vermuten, indem man die Höhe des Modells - also den höchstgelegensten Ausschlag an der vertikalen Achse - betrachtet. Im Vergleich zweier Modelle weist eine größere Höhe auf eine höhere Lebenserwartung hin
- Berücksichtigen Sie besondere, gesellschaftliche Veränderungen, die das Modell ungewöhnlich stark "eingeschnitten" oder "ausgebeult" haben. Dies können Kriege, Katastrophen, der Pillenknick, aber auch die besondere, staatliche Förderung von Familien und Kindern sein
Verschiedene Pyramidenformen
[[Bild:Bevölkerungspyramide - Venezuela.JPG|thumb|Bevölkerungspyramide Venezuelas - klassische Pyramidenform]]
- Pagodenform: zunehmendes Abklingen der Bevölkerungszahl je Altersgruppe mit steigendem Alter weist auf einen besonders niedrigen Entwicklungsstand mit hoher Geburtenrate und hoher Säuglings- und Kindersterblichkeit hin.
- klassische Pyramidenform: nahezu lineares Abklingen der Bevölkerungszahl je Altersgruppe mit steigendem Alter
- verbreiterte Pyramidenform: verbreiterte Basis (viele junge Menschen), was auf eine Bevölkerungsexplosion hinweist
- Glockenform: langsam zusammenlaufende Alterstruktur, die sich abrupt zusammenzieht; gilt als Ideal, da die Bevölkerungszahl weder steigt noch sinkt
- Zwiebelform: rückgängige Geburtenrate führt zu mehr alten Menschen als jüngeren
- Urnenform: überspitzte Zwiebelform; viele Industriestaaten weisen diese Alterspyramide auf; die Überalterung führt dazu, dass die jungen Generationen großen Aufwand treiben müssen, um die älteren zu unterstützen
Die Übergänge zwischen diesen Formen sind zwar fließend, jedoch können sie schnell durch kulturelle und soziale Gegebenheiten vorhergesagt werden. Auch wenn der Entwicklungsstand nicht dem demographischen Stand gleichzusetzen ist, lässt sich durch die Pyramidenform dieser erahnen. Ist der prozentuale Anteil der unter 20 Jährigen grösser oder gleich 50% so spricht man in der Regel von einem Entwicklungsland.
