Bhagavad Gita

Die Bhagavad-Gita (Sanskrit, f., भगवद्गीता, Gita – Lied; Bhagavan - Herr, Gott) ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus, ein spitituelles Gedicht und wird von fast allen heutigen hinduistischen Richtungen herangezogen. Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung des Gottes Krishna an seinen Freund Arjuna auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, Indien.

Die Erzählung ist nicht als historische Tatsache oder Legende zu betrachten, sondern als Allegorie. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indiens (Veden, orthodoxer Brahmanismus, Upanishaden, Yoga und noch weitere), steht aber Upanischaden gedanklich am nächsten.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das Epos "Mahabharata" ("Die Nachkommen Bharatas"; in anderer Übersetzung: das große - maha - Buch Indiens -- bharata). Die Söhne des Pandu, Fürstenkinder, werden von ihrem als dämonisch dargestellten Onkel Dritarashtra und dessen Kindern (dem Stamm der Kurus) um ihren rechtmäßigen Thronanspruch betrogen und einer Vielzahl von Verfolgungen und Grausamkeiten ausgesetzt. Zum Showdown kommt es auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra, der "Stätte der Kurus", im Kampf "der göttlichen Ordnung" (Dharma) gegen das Widergöttliche (adharma) - einer Schlacht vergleichbar mit der Apokalypse der Bibel.

Arjuna, der dritte der Söhne des Pandu, auf der Seite des "Guten", befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten (auf der Gegenseite) und der Pflicht, die die Wiederherstellung des Dharma und damit die Besiegung der Kurus erfordert. Er weigert sich zu kämpfen. Auf seinem Streitwagen befindet sich Krishna als sein Wagenlenker und versucht, Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisungen aus seinem Dilemma zu befreien.

Kurzübersicht

Arjuna leistet Krishnas Empfehlungen Folge und zieht auf seinem Streitwagen in den Kampf.

Bedeutung

Die Bhagavad-Gita wurde u. a. von Paul Deussen, Theodor Springmann, Franz Hartmann, Leopold von Schroeder und Boxberger (ins Deutsche) und von Friedrich Rückert (ins Lateinische) übersetzt. Sie übte großen Einfluss auf die Theosophie aus.

Erwähnenswert ist zudem die Übersetzung und Kommentierung Bhagavad Gita Wie Sie Ist des ISKCON ("Hare Krishna")-Begründers Prabhupada, welcher die Lehren der Bhagavad Gita im Lichte des Gaudiya Vaishnavatums betrachtet.


Literatur:

Siehe auch

Bhagavadgita deutsch

http://www.guardian-of-devotion.de/deutsch/buecher/buecher.htm

See also: Bhagavad Gita, Allegorie, Apokalypse, Arjuna (Mythologie), Bhagavad Gita Wie Sie Ist, Bhakti Yoga, Bibel, Brahmanismus, Dharma, Epos