Bibracte
Bibracte war ein befestigtes Oppidum des gallischen Stammes der Haeduer. Zugleich ist Bibracte der Ort einer Schlacht Caesars und verbündeter Gallier im Jahr 58 v. Chr. gegen die Helvetier und die mit ihnen verbündeten Tulinger, Latobriger, Rauriker, Boier und Verbigener. Es handelte sich um die erste große Schlacht des gallischen Krieges. Caesar schildert den Verlauf der Kämpfe in seinem Werk über den Gallischen Krieg (De bello Gallico, I, 21-26). Die Feinde Caesars erlitten eine vernichtende Niederlage. Nach den Angaben Caesars (De bello Gallico, I, 29) hätten 368.000 Menschen, darunter 92.000 wehrfähige Männer, zu den Helvetiern und deren Begleitern (außer den Verbigenern) gehört. Nach der Schlacht seien noch 110.000 Überlebende gezählt worden. Die Verluste, auch unter den Zivilisten, wären demnach enorm gewesen.
Die genaue Lage Bibractes in Mittelfrankreich (Burgund) ist nicht genau geklärt. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Ort in Nähe des späteren Augustodunum und damit des heutigen Autun. Bibracte wurde nach der Gründung Augustodunums zur Zeit des Augustus von seinen Bewohnern verlassen. Traditionell vermutet man Bibracte bei Saint-Léger-sous-Beuvray, 25 km von Autun entfernt. Auf dem Mont Beuvray bei Glux-en-Glenne finden seit vielen Jahren durch internationale Teams archäologische Ausgrabungen statt, die wichtige Teile des Oppidums freigelegt haben.
